Hakan Housein
Dec 12, 2018 · 8 min read

Bin ich erfolgreich in dem, was ich tue? Wie kann ich erfolgreicher werden? Gibt es eigentlich ein Maximum für Erfolg?


5 Dinge, die ist der brandneue Ratgeber von StudyHelp. Unter dem Motto StudyHelp goes SelfHelp teilen unsere Autoren in persönlichen Gastbeiträgen ihre Gedanken zu und Erfahrungen mit vielseitigen Themenbereichen. Egal ob Unternehmensgründung, Kommunikationsgrundlagen, Schule und Karriere oder Start-Up Lessons — „5 Dinge, die“ liefert food for thought und bietet spannende Einblicke in die Arbeit bei einem EdTech Start-Up.


Hakan, Corporate Communications Manager @ StudyHelp

Seit ich die Uni vor einiger Zeit verlassen und mich in die Arbeitswelt gestürzt habe, schwirrt ein Gedanke immer wieder in meinem Kopf herum: Bin ich eigentlich erfolgreich in dem, was ich tue? Was kann ich selbst aktiv dazu beitragen, mich weiterzuentwickeln und in Zukunft erfolgreicher zu sein? Gibt es eigentlich ein Maximum für Erfolg?

Vorab: Erfolg kann vieles meinen und ist sicherlich abhängig von persönlichen Umständen und individuellen Definitionen. In Google eingetippt, liefert das Wort Erfolg folgende Definition:

Erfolg — /Erfólg/

Substantiv, maskulin [der]

positives Ergebnis einer Bemühung

Kurz wie simpel. Egal ob persönliches Wachstum, athletische Wettkämpfe oder beruflicher Aufstieg — wer sich bemüht und positive Ergebnisse durch seine Bemühungen erzielt, ist erfolgreich. Es gibt zahlreiche Lebensbereiche, in denen Erfolg eine Rolle spielt. Ich möchte mich in diesem Beitrag hauptsächlich auf den beruflichen Erfolg konzentrieren.

Denn seien wir ehrlich — wir alle fragen uns, wie wir im Job performen, werden wohlmöglich von Unsicherheiten heimgesucht, die uns stetig einzureden versuchen, dass da noch mehr geht. Feedback-Gespräche mit den Vorgesetzten liefern wichtigen Input zur beruflichen Performance. Und doch werden wir oft das Gefühl nicht los, dass es Stellschrauben gibt, an denen wir selbst drehen können, drehen müssen, um mehr Erfolg zu empfinden und auszustrahlen.

Fragen wie die obigen lassen sich in der Regel nur schwer beantworten. Sie erfordern ein hohes Maß an Selbstreflexion, Kritikfähigkeit und die nötige Disziplin, Veränderungen nicht nur loszutreten, sondern auch kontinuierlich umzusetzen. Und wer hat neben dem ohnehin stressigen Arbeitsalltag schon Interesse daran, die nötige Energie aufzuwenden und sich den Spiegel vorzusetzen?

Ich bin kürzlich über meinen Schatten gesprungen, habe besagten Spiegel hervorgekramt, ordentlich abgestaubt und einen tiefen Blick reingeworfen. Gesehen habe ich 5 Dinge, die mich — und vermutlich auch dich — davon abhalten, erfolgreich(er) zu sein.


1. Du bist zu bequem!

Photo by Erik-Jan Leusink on Unsplash

Wie bei allen Dingen im Leben sind auch in der Berufswelt Neuanfänge interessant und voller neuer Eindrücke. Sie sind wie Lehrer, die uns Wissen vermitteln, uns fördern und fordern. Insbesondere Berufseinsteiger entwickeln sich in den ersten Wochen im Job persönlich weiter und bauen ihre Kenntnisse merklich aus. Dieser Prozess des Lernens ist genau genommen nie abgeschlossen. Auch — und gerade — nach langjähriger Berufserfahrung gilt es am Ball zu bleiben und in die eigene Entwicklung zu investieren. Denn wer in dem, was er tut, zu bequem wird, steuert schnell auf den Stillstand zu.

Stillstand. Ein Zustand, in dem etwas stillsteht, nicht [mehr] läuft, nicht [mehr] in Betrieb ist.

Stillstand ist ein gnadenloser Erfolgs-Killer. In einer schnelllebigen Welt verjährt unser Wissen im Handumdrehen. Stehen wir still, setzen wir uns selbst außer Betrieb, indem wir unseren Mehrwert schmälern und uns nach und nach irrelevant für Führungspositionen machen. Studien belegen längst: Wer ständig etwas Neues lernt, beeinflusst aktiv die Weiterentwicklung des eigenen Gehirns. Lassen wir den Prozess jedoch schleifen, hemmen wir fortlaufend unsere Fähigkeit, zu lernen. Je früher wir diese Tatsache erkennen, desto besser können wir dafür sorgen, auch in Zukunft mit Expertise zu glänzen.

Die strangulierende Bequemlichkeit ist jedoch nicht nur durch den Verlust unseres Wissensdurstes bedingt, sondern auch durch unsere Vorliebe für den Status Quo. Im Laufe der Zeit neigen wir dazu, einen Tunnelblick anzunehmen und vergessen, nach rechts und links zu schauen. Oftmals ergeben sich um uns herum zahlreiche Chancen, die nur darauf warten, ergriffen zu werden. Jedoch bergen Chancen aus ihrer Natur heraus immer auch Risiken. Den Kulturdimensionen des Kulturwissenschaftlers Geert Hofstede zufolge sind wir eine Gesellschaft mit hoher Unsicherheitsvermeidung. Wir möchten demnach Unbekanntes mithilfe von Plänen und Analysen kontrollierbar machen und haben größere Sorgen um Gesundheit und Geld als andere Gesellschaften. Der daraus resultierende Versuch, Risiken weitestgehend zu eliminieren, erklärt letztlich unsere Affinität dazu, im Status Quo zu verweilen, statt uns in Opportunitäten zu stürzen.

Wollen wir erfolgreich sein, müssen wir ergo stetig daran arbeiten, uns weiterzuentwickeln und dabei auch das ein oder andere (kalkulierte) Risiko eingehen. Dabei stehen uns zahlreiche Möglichkeiten zur Auswahl: Workshops, Seminare, Fachmessen, berufsbegleitende Studiengänge, Fortbildungen und Webinare, um nur einige zu nennen.

2. Du legst keinen Wert auf Networking

Photo by Bethany Legg on Unsplash

Was Vitamin C für unser Immunsystem ist, das ist Vitamin B für unsere Karriere. Das B meint hierbei nicht etwa Thiamin oder Riboflavin, sondern steht für unsere Beziehungen. Kontakte, seien sie persönlicher oder professioneller Natur, sind das A und O für den beruflichen Erfolg. Sozialwissenschaftler sprechen hier, wie ich finde treffend, vom “Sozialkapital”.

Wer mit Scheuklappen umherläuft und keinen Wert darauf legt, Beziehungen aufzubauen und — noch wichtiger — sie zu pflegen, stellt sich selbst Hindernisse in den Weg. Vor allem in Bereichen wie Journalismus und PR sind gute Kontakte essenziell für herausragende Arbeit.

Als Grundlage für wertstiftende Beziehungen dient immer die richtige Kommunikation. Sie sollte in regelmäßigen Abständen stattfinden, ohne dabei zu einem gedrungenen Pflichtprogramm zu verkommen. Das Stichwort ist Balance: zwischen zu viel zu oft und Koma-nikation sowie zwischen Professionalität und freundschaftlichem Verhalten. Solche Beziehungen sind im Übrigen keine Einbahnstraße. Wer nur fordert und sich bereichern möchte, ohne dabei zurückzugeben, wird sich auf Dauer keine Freunde machen.

Wollen wir erfolgreich sein, müssen wir es also schaffen, Menschen von uns und unseren Qualitäten zu überzeugen. Wenn wir beispielsweise Messen, Tagungen, Geschäftsessen und dergleichen dazu nutzen, Kontakte zu knüpfen, können wir ein Netzwerk aufbauen, welches uns an verschiedenen Stellen im Leben behilflich sein wird.

3. Du sabotierst dich regelmäßig selbst

Photo by Tim Mossholder on Unsplash

“Was ich heute kann besorgen, verschiebe ich dennoch gern’ auf morgen.” Ein Gedanke, mit dem sich — seien wir bitte so ehrlich — jeder von uns nur zu gut identifizieren kann. Trödelei schleicht sich immer wieder subtil in unseren Arbeitsalltag ein und sorgt für ein unnötiges Aufschieben von Aufgaben, welches letztlich zu Stress und Leistungsdruck führt. Wir machen es uns für den Augenblick gerne einmal leichter und verdrängen dabei die Tatsache, dass diese Strategie nur kurzfristig funktionieren kann. Geben wir uns der Aufschieberitis hin, fällt es uns immer schwerer, Projekte fristgerecht und qualitativ einwandfrei fertigzustellen. Nur wer es schafft, produktiv zu sein und seine Vorhaben gezielt umzusetzen, wird auf Dauer erfolgreich sein.

Ferner gehört ein “Das kann ich nicht.” zu den altbewährten und oft gewählten Methoden zur Selbstsabotage. Statt Dinge, die uns aufgetragen werden, selbstbewusst und eigenständig anzugehen, flüchten wir oftmals in unsere Unsicherheiten und degradieren unser eigenes Leistungsvermögen. Maßlose Selbstüberschätzung ist keinesfalls erstrebenswert. Jedoch hilft es uns auch nicht, uns kleiner zu machen, als wir sind. Denn nur wenn wir uns bemühen, schwierige Aufgaben zu bewältigen, haben wir eine Chance auf Erfolg.

Auch durch unser Verlangen, es allen recht machen zu wollen, minimieren wir unsere Erfolgsaussichten. Diplomatisches Verhalten ist gerade im Berufsleben eine wunderbare Eigenschaft. Wer aber aus Angst anzuecken nie seine Meinung äußert, wird es nicht schaffen, einen eigenen Standpunkt zu etablieren. Langfristig können wir auf diese Weise nicht verdeutlichen, wofür wir mit unserer Arbeit stehen.

Wollen wir erfolgreich sein, müssen wir aufhören, uns selbst zu sabotieren. Wer gerne trödelt, findet wohlmöglich Hilfe in Modellen wie der Eisenhower-Matrix. Wer das Gefühl hat, er könne etwas nicht, wächst durch etwas mehr Mut aus sich heraus. Und wer durchgehend versucht, es allen recht zu machen, der tut gut, wenn er sich von den Meinungen anderer löst.

4. Du kommunizierst nicht richtig

Photo by Jason Rosewell on Unsplash

Sind wir einmal im Job angekommen, werden viele Arbeitsprozesse zu Automatismen und wir verschanzen uns in unseren Projekten und alltäglichen Aufgaben. Hierunter leidet stellenweise die Kommunikation zu unseren Kollegen und Vorgesetzten. Ein grober Verlust — denn wer richtig kommuniziert, steigert seine Erfolgschancen.

Von Rosenstiel und Kaschube analysierten 2013 Tätigkeiten von Führungskräften. Sie stellten fest, dass 80% der Tätigkeiten kommunikativer Natur waren (z.B. Meetings, E-Mails, Telefonate). Dieses Ergebnis illustriert, warum es eine unserer obersten Prioritäten sein sollte, adäquat mit unserer beruflichen Umwelt zu kommunizieren. Dazu gehört auch, stetig am eigenen Kommunikationsgeschick zu arbeiten. Gute Startpunkte sind beispielsweise das Kongruenzprinzip (Schulz von Thun) sowie das Eisbergmodell der Kommunikation (Freud).

Wer gehört und ernst genommen werden möchte, sollte solche kommunikativen Grundprinzipien beachten und daran arbeiten, interpersönliche Kompetenzen auszubauen. Selbstbewusstsein und Charisma sind hier sicherlich genau so zu nennen wie Empathie und Bescheidenheit.

Das aktive Zugehen auf andere Menschen, egal ob beruflich oder privat, strahlt Sicherheit und Kompetenz aus. Bereits ein kurzes Gespräch kann neue Türen öffnen und ungeahnte Chancen ermöglichen.

Wollen wir erfolgreich sein, müssen wir stetig an unseren kommunikativen Fähigkeiten feilen. Das schaffen wir, indem wir persönliche Gespräche suchen, statt die zehnte E-Mail zwischen Tür und Angel zu versenden; indem wir aktiv daran arbeiten, mit unserer Umwelt zu kommunizieren. Hierbei müssen wir unbedingt darauf achten, nicht nur zu reden, sondern auch zuzuhören. Wer aufrichtiges Interesse an seinem Gegenüber demonstriert, macht sich im Gegenzug selbst interessanter.

5. Du bist kritikresistent

Photo by Drew Hays on Unsplash

Zugegeben: Kritik an der eigenen Person ist nie sonderlich komfortabel. Keiner von uns sehnt sich Momenten entgegen, in denen uns unsere Makel und Fehler vorgehalten werden. Wir fühlen uns schnell zu unrecht kritisiert und teils persönlich angegriffen. Eine Reaktion, die nachvollziehbar ist. Denn wir handeln in der Regel alle nach bestem Wissen und Gewissen. Niemand begibt sich vorsätzlich in Situationen, in denen die eigene Arbeit an den Pranger gestellt wird.

Und doch handelt keiner von uns durchgehend fehlerfrei. Feedback und Kritik sind deshalb elementare Bestandteile unserer alltäglichen Arbeit. Durch sie werden wir auf Potenziale aufmerksam, die uns sonst wohlmöglich verborgen geblieben wären. Begegnen wir konstruktiver Kritik mit falschem Stolz, verweigern wir uns folglich unserer eigenen Weiterentwicklung. Stattdessen gilt es Kritik anzunehmen und wo möglich für die persönliche und fachliche Entwicklung umzusetzen. Ohne Zweifel spielt Selbstkritik hier eine besonders wichtige Rolle. Sie ermöglicht uns einen reflektierten Umgang mit unseren eigenen Stärken und Schwächen und hilft uns dabei, langfristig erfolgreich zu bleiben.

Wollen wir erfolgreich sein, müssen wir uns von unserer Kritikresistenz freimachen und Kritik für das erkennen, was sie ist: ein effektives Werkzeug zum Ausschöpfen von Potenzialen und Fördern von Weiterentwicklung.


Photo by Fab Lentz on Unsplash

Um also auf die Eingangsfragen zurückzukommen: Die Frage, ob ich erfolgreich bin, hängt von der Definition ab, unter der ich Erfolg betrachte. Mit Lernbereitschaft, der Pflege sozialer Beziehungen, Selbstbewusstsein, Kommunikationsgeschick und Kritikfähigkeit kann ich aktiv dazu beitragen, erfolgreich(er) zu sein. Ein Maximum für Erfolg gibt es nicht — je mehr Bemühungen ich unternehme, desto mehr Erfolg kann ich erfahren.

Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist natürlich subjektiv. Deshalb höre ich gerne auch von dir: Was ist eine Sache, die dich davon abhält erfolgreich zu sein und wie eliminierst du sie?


Weitere “5, Dinge die” findest du in unserem Ratgeber.

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Hakan Housein

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Media scholar. Corporate Communications Manager @ StudyHelp. Passionate about content creation and photography.

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