Hakan Housein
Nov 20, 2018 · 4 min read

Zum Abitur hin kam für mich nichts anderes in Frage als ein Studium. Ich war fest entschlossen, mich weiterzubilden und mit einem akademischen Grad in der Tasche den Arbeitsmarkt unsicher zu machen. Vor ziemlich genau einem Jahr ist der besagte Moment eingetreten. Zeit für ein Resümee zu dem, was ich tatsächlich aus meinem Studium mitgenommen habe.

Ein Beitrag von Jasmine Messarius


5 Dinge, die ist der brandneue Ratgeber von StudyHelp. Unter dem Motto StudyHelp goes SelfHelp teilen unsere Autoren in persönlichen Gastbeiträgen ihre Gedanken zu und Erfahrungen mit vielseitigen Themenbereichen. Egal ob Unternehmensgründung, Kommunikation, Schule und Karriere oder Start-Up Lessons — „5 Dinge, die“ liefert food for thought und bietet authentische Einblicke in die Arbeit bei einem EdTech Start-Up.


Jasmine ist seit mehr als zweieinhalb Jahren bei StudyHelp und als Projektmanagerin für den reibungslosen Ablauf der bundesweiten Intensivkurse zuständig

1. Die wichtigen Learnings finden neben dem Hörsaal statt.

Das Studium verändert einen schon und das ist beim besten Willen nichts Negatives. Diese Veränderung würde ich persönlich aber nicht der Universität als Lehranstalt zuschreiben, sondern den vielen unterschiedlichen Berührungspunkten, die ich dank meines Studiums hatte. Die erste eigene Wohnung, der Umzug in eine WG, Nebenjobs jeglicher Art, das Engagement in diversen Initiativen, Projektarbeiten und die vielen verschiedenen Menschen, die mir während meiner Unizeit begegnet sind. All das in Kombination hat mich persönlich wohl besser auf mein Berufsleben vorbereitet als die eigentlichen Inhalte, die ich Tag für Tag in der Unibibliothek in meinen Kopf gestopft habe. Gute Noten sind toll, definitiv, aber eben nicht alles.

2. Auf einmal ist man auf sich allein gestellt.

In der Schule habe ich mich gerne mal auf meine Mitschüler verlassen: Was hatten wir nochmal auf? Wann schreiben wir noch gleich die Klausur? In der Uni konnte ich das noch zwei, vielleicht drei Semester so weitermachen. Aber dann musste auch ich lernen selbstständig zu werden, meine Termine auf dem Schirm zu haben und Hürden auch allein zu meistern. Diese Selbstständigkeit und Problemlösungskompetenz, die ich vor allem im Studium erworben habe, bringen mir heute in meinem Job sehr viel. Ich bin gewillt Verantwortung zu übernehmen, da ich aufgrund früherer Erfahrungen Vertrauen in meine Entscheidungen habe und Probleme direkt angehe, anstatt diese aufzuschieben.

3. Pläne ändern sich und das ist auch gut so.

Ich gehöre tatsächlich zu den Personen, die während ihres Studiums sehr zufrieden mit ihrem Studiengang waren. Doch schon in der Orientierungswoche lernte ich Kommilitonen kennen, die zuvor eine Zeit lang etwas vollkommen Anderes an einer gänzlich anderen Uni studierten und sich dann dazu entschieden, noch einmal neu zu beginnen. Was zunächst irritierend und für den ein oder anderen sogar nach „Versagen“ klingt, ist ein riesiger Schritt, der unfassbar mutig und vor allem absolut in Ordnung ist. Deshalb fasse ich mir auch heute nur an den Kopf, wenn ich Fragen höre wie „Wolltest du nicht eigentlich noch einen Master machen?“ oder „Wieso hast du dich nicht mehr bemüht, deinen Bachelor in der Regelstudienzeit zu schaffen?“. Mal im Ernst — Pläne ändern sich im Leben und sich genau das einzugestehen, ist doch wohl tausend Mal mehr Wert, als etwas nur durchzuziehen, weil es uns von verschiedensten Stellen eingetrichtert wird. Und genau das habe ich vor allem für meinen Einstieg ins Berufsleben mitgenommen: Offen dafür zu sein, auch andere Wege einzuschlagen als geplant und Chancen in unerwarteten Veränderungen zu erkennen.

4. Hörer in die Hand nehmen und das persönliche Gespräch suchen.

Klingt banal, ist aber so. Als Studentin hatte ich tausend Fragen, Anliegen und Probleme, die geklärt werden mussten: Fragen zur anstehenden Hausarbeit an den Professor, die Uni braucht einen Nachweis der Krankenkasse, das Studiensekretariat hat mal wieder den kompletten Studienverlaufsplan durcheinander geschmissen. Also: Erstmal eine Mail schreiben. Dass ich auf diese Weise meist wenig bis gar nichts und wenn dann nur arg verzögert etwas erreiche, habe ich ungefähr im vierten Semester auch mal begriffen. Professoren sind in der Regel dauerhaft beschäftigt, die Mitarbeiter der Krankenkassen sind mit der Vielzahl an Studenten überfordert und das Studiensekretariat so maßlos überfüllt, dass persönliche Gespräche den 100 angehäuften Emails im Postfach vorgezogen werden müssen, da die anstehenden Studis dort sonst auf die Barrikaden gehen. Während ich an meiner Mail herumformuliere und mir bei jedem Ausdruck Gedanken mache, ob ich das auch so schreiben kann oder es vielleicht doch zu informell klingt, habe ich doch schon drei Mal eine Nummer gewählt und meine Frage schnell gestellt. Der größte Vorteil daran: Ich erhalte sofort die Antwort und muss nicht darauf spekulieren, dass irgendjemand mal auf meine Mail reagiert. Ist in der Uni so, ändert sich auch im Beruf nicht.

5. Dieses eine Stück Papier, das dir künftig Türen öffnen kann.

Auch wenn ich mich manchmal gefragt habe, wofür ich diesen ganzen Aufwand betreibe — viel lernen, wenig Geld, ständig Stress. Am Ende habe ich doch ein akademisches Zeugnis, welches für viele angestrebte Jobs eben bedingungslos notwendig ist. Und egal was passiert, egal wie sehr ich mich persönlich verändere oder wie viele Inhalte aus dem Studium ich wieder vergessen habe — diese Urkunde mit Unistempel ist ein Symbol meiner persönlichen Weiterentwicklung, die mir niemand mehr nehmen kann.


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Media scholar. Corporate Communications Manager @ StudyHelp. Passionate about content creation and photography.

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