5 Türen, die dir nach dem Abi offenstehen

Hakan Housein
Dec 5, 2018 · 6 min read

Während des Abiturs hast du meist nur einen Fokus: das Abitur bestehen! Und danach? Folgt die nächste Herausforderung. Du hast die Qual der Wahl. Dich erwartet eine schier endlose Auswahl an Möglichkeiten.

Es ist nicht schlimm, wenn dich das im ersten Moment einschüchtert. Ich war sogar regelrecht überfordert. Woher sollte ich schließlich wissen, was mich langfristig interessiert? Was passt überhaupt zu mir? Nimm dir ruhig Zeit für deine Entscheidung. Überleg in Ruhe, was deine Fähigkeiten sind, wo deine Stärken und Schwächen liegen und vor allem, was dich interessiert.

Ein Beitrag von Laura Jung

5 Dinge, die ist der brandneue Ratgeber von StudyHelp. Unter dem Motto StudyHelp goes SelfHelp teilen unsere Autoren in persönlichen Gastbeiträgen ihre Gedanken zu und Erfahrungen mit vielseitigen Themenbereichen. Egal ob Unternehmensgründung, Kommunikation, Schule und Karriere oder Start-Up Lessons — „5 Dinge, die“ liefert food for thought und bietet authentische Einblicke in die Arbeit bei einem EdTech Start-Up.

Laura studiert Medienwissenschaften und ist Praktikantin im Bereich Content Marketing bei StudyHelp

1. Eine Ausbildung ist dein direkter Einstieg in die Arbeitswelt

Ich habe mich damals zunächst für eine Ausbildung entschieden. Diese ist sehr praxisorientiert. Du arbeitest von Anfang an im laufenden Betrieb mit, besuchst zwischendurch die Berufsschule und bekommst Gehalt. Da lag für mich dann auch der springende Punkt: Ich wollte Geld verdienen und unabhängig sein. Natürlich verdient man in der Ausbildungszeit nicht viel, aber in vielen Unternehmen wirst du im Anschluss übernommen, verdienst dann ein volles Gehalt und kannst dich gegebenenfalls weiterbilden, um deine beruflichen Aufstiegschancen zu erhöhen.

Photo by Marvin Meyer on Unsplash

Über all solche Sachen kannst du dich im Vorhinein informieren. Außerdem solltest du dir darüber bewusst werden, ob dich die Branche interessiert und der Job deinen Fähigkeiten entspricht. Selbst wenn du in deinem Arbeitsbereich gute Arbeit leistest, heißt das nicht automatisch, dass dich der Job erfüllt. So war es dann leider auch bei mir, weswegen ich nach der abgeschlossenen Ausbildung und mehr als einem Jahr im Beruf noch mal die Branche gewechselt hab. Daher mein Rat: Entscheide nicht voreilig! Wenn du unsicher bist, absolvier zunächst vielleicht ein Praktikum, um einen besseren Einblick in die Branche und den Beruf zu erhalten. Informationen zu allen gängigen Ausbildungsberufen erhältst du unter anderem im Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit.

2. Ein Praktikum kann dir als Entscheidungshilfe dienen

Praktika sind das Beste, um einen Einblick in einen Job zu bekommen. Du wirst dich wundern, wie unterschiedlich und auch unerwartet die Arbeit hinter manchen Berufen aussieht! Deswegen ist es gut möglich, dass sich dein Berufswunsch während des Praktikums verändert. Außerdem verbesserst du durch ein Praktikum auch deine Chancen, einen Ausbildungsplatz oder einen Job im Unternehmen zu bekommen.

Das Praktikum ist in der Regel länger als das Schülerpraktikum, das du während der Schulzeit absolvieren musst. Bei sogenannten qualifizierten Praktika bist du gegebenenfalls bis zu einem Jahr lang im Betrieb. Dadurch wird gewährleistet, dass du einen umfassenden Einblick bekommst und selbstständig mitarbeiten kannst. Dabei ist es wichtig, die Waage zu halten: Auf der einen Seite solltest du dich nicht ausnutzen lassen, auf der anderen Seite stehst du als Praktikant “auf der untersten Stufe” der Unternehmenshierarchie. Achte also darauf, ausreichende Einblicke in das Berufsleben zu bekommen, meckere aber auch nicht, wenn du mal einen Botengang oder sonstige “niedrige Arbeit” leisten musst. Das gilt sowohl für Praktika nach dem Abi, als auch für Praktika während des Studiums.

3. Ein Studium qualifiziert dich weiter für den Arbeitsmarkt

Nach meinem Start ins Berufsleben habe ich den Neustart ins Studium gewagt. Das bedeutete für mich persönlich ein kleines finanzielles Desaster, da ich ein regelmäßiges Gehalt gewohnt war. Das Problem hast du natürlich nicht, wenn du direkt nach dem Abitur studierst.

Trotz Lernstress und Klausuren hat das Studium mit Schule, so wie du sie kennst, nicht mehr viel gemeinsam. Du kannst frei entscheiden, welche Veranstaltungen du besuchst — oder eben nicht. Und das kann Fluch und Segen zugleich sein. Du brauchst eine gute Portion Disziplin, um dich ständig selbst zu motivieren. Du allein trägst die Verantwortung dafür, deine Kurse zu wählen und dich zu Klausuren anzumelden.

Photo by Mikael Kristenson on Unsplash

Das Einzige, was dich vielleicht noch an deine Schulzeit erinnert, ist die Frage: Wozu brauche ich das später? Im Gegensatz zu einer Ausbildung ist das Studium meist wenig praxisorientiert. Daher mein Tipp: Nutze die Zeit und mach Praktika! Außerdem solltest du die Vorzüge des Studentenlebens auch nicht außer Acht lassen: Du lernst jede Menge neue Leute kennen, findest Freunde und kannst jede Menge Zeit mit ihnen verbringen. Damit du dich auch persönlich weiterentwickelst, empfehle ich dir, über den Tellerrand hinauszuschauen und dich außerhalb deines Stundenplans zu engagieren. Du kannst beispielsweise in deinem Fachschaftsrat, verschiedenen Hochschulgruppen oder im Studierendenparlament aktiv werden. Außerdem kannst du — wie eben bereits erwähnt — deine Kurse selbst wählen und manche Veranstaltungen aus diversen Gründen nicht besuchen. Beliebte Gründe sind meiner Erfahrung nach “gutes Wetter”, “zu lang gefeiert” oder auch “keine Anwesenheitspflicht”.

4. Ein Auslandsaufenthalt öffnet deine Augen für die weite Welt

Trotz Englisch Leistungskurs im Abi ist mein Alltags-Englisch leider nur so lala. Daher würde mir ein Trip ins Ausland wahrscheinlich nicht schaden. Je nachdem, in welcher Branche du später arbeiten möchtest, gehört gutes Englisch sogar zu den Bewerbungskriterien.

Auch bei einem Auslandsaufenthalt bieten sich dir verschiedene Möglichkeiten. Du kannst zum Beispiel als Au-pair bei einer Gastfamilie leben und ihre Kinder betreuen. Wichtige Voraussetzung: Du magst Kinder, bist geduldig und sehr verantwortungsbewusst.

Reise- und abenteuerlustig? Dann ist Work and Travel genau das richtige für dich. Und wenn du dabei noch gemeinnützige Projekte unterstützen willst, probiere ein Work and Volunteer Programm aus. Du kannst zum Beispiel in Thailand Elefanten betreuen oder in Südafrika mit Schildkröten leben, in Madagaskar Lemuren erforschen und und und… Einziges Manko für Frischabiturienten (oder auch chronisch abgebrannte Studenten): Es kostet Geld!

Ob du auf eigene Faust ins Ausland gehst oder dich bei der Planung auf eine Agentur verlässt, ist dabei dir überlassen. Ich empfehle dir, online zu recherchieren, was möglich ist und wenn möglich, Freunde und Bekannte nach ihren Erfahrungen zu fragen.

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5. Ein FSJ liefert dir Karma-Punkte und Zeit

Soziales Engagement kannst du aber auch in Deutschland zeigen und es macht sich grundsätzlich gut im Lebenslauf. Beim freiwilligen sozialen Jahr — kurz FSJ — leistest du Freiwilligendienst im sozialen Bereich.

Das heißt, du arbeitest im Kindergarten, Krankenhaus, Pflegeheim oder einer anderen sozialen Einrichtung. Dafür gibt’s sogar Taschengeld. Für solche Jobs bedarf es jedoch einer gewissen Leidenschaft, da sie bestimmt nicht immer einfach sind. Jedoch sammelst du Karma-Punkte und kannst dir sicher sein, deine Zeit sinnvoll zu nutzen, bevor du entscheidest, wie es für dich weitergehen soll.

Liegt dir der Umweltschutz besonders am Herzen? Es ist auch möglich das FSJ abgewandelt in Form eines freiwilligen ökologischen Jahrs zu absolvieren.

Weitere Informationen zum FSJ bietet die Website des Vereins für soziales Leben e.V.

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Vielleicht konnte ich dir mit den 5 Türen, die dir nach dem Abi offenstehen, weiterhelfen. Vielleicht hast du dich aber schon längst entschieden, bist bereits im Beruf oder mitten im Studium. Wichtig ist, dass du glücklich mit deiner Entscheidung bist. Und falls nicht — da spreche ich aus eigener Erfahrung — führen viele Wege nach Rom. Feel free und geh einen anderen Weg.

Du bist auf der Suche nach professionellen Tipps und Tricks rund um die Themen Berufs- und Studienwahl sowie Persönlichkeitsentwicklung? Unser Ratgeber “Los geht’s Leben” von Coach Sonja ist genau das Richtige für die Zeit nach dem Abschluss.

Weitere Informationen zu StudyHelp findest du auf unserer Website.

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Hakan Housein

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Media scholar. Corporate Communications Manager @ StudyHelp. Passionate about content creation and photography.

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