Die richtige Studienwahl? Welche 3 Fehler du unbedingt vermeiden solltest!

Hakan Housein
Jan 22 · 5 min read

Dein Abschluss steht bevor und du weißt noch nicht, wie es danach weitergehen soll? Hier erfährst du, welche 3 Fehler du unbedingt vermeiden solltest, um ein passendes Studium oder eine passende Ausbildung zu finden.

Ein Gastbeitrag von Sonja O’Reilly

Persönlichkeitstrainerin und Ratgeberautorin Sonja O’Reilly

Sonja O´Reilly berät Menschen nach dem Schulabschluss zu der Frage, wie es danach beruflich weitergeht. Sie ist ausgebildete Persönlichkeitstrainerin, Ausbilderin und Hochschuldozentin und hat selbst Berufserfahrung im In- und Ausland — drei Jahre davon in den USA. Die Leidenschaft für Sport und Persönlichkeitsentwicklung brachte sie bereits im Alter von 17 Jahren ins Coaching. Mittlerweile hat sie über hunderte Studenten, Azubis, Mentees und Sportler betreut, an mehreren Hochschulen in den USA und Deutschland unterrichtet und zahlreiche Menschen im beruflichen Veränderungsprozess begleitet. Weitere Facts über Sonja, ihren Lebenslauf und ihre Beratung findest du auf ihrer Website.

In meinem Beratungsalltag erlebe ich es immer wieder, dass Menschen mit ihrem Studium nicht zufrieden sind und überlegen abzubrechen. Vielen hätte es sicher geholfen, wenn sie diese drei Punkte berücksichtigt hätten.

Fehler 1: Zu schnelle Entscheidung

Zurzeit gibt es in Deutschland eine Studienabbruchquote von rund 30%. Das bedeutet, rund jeder 3. ist mit seinem Studium nicht zufrieden. Oft bestehen nach dem Abschluss das Empfinden bzw. der Druck, sich für etwas entscheiden zu müssen, da sonst “eine Lücke im Lebenslauf entsteht”, “alle anderen ja auch schon etwas haben” und man “keine Zeit verlieren möchte”. Sorry, aber das sind keine Gründe für ein Studium oder eine Ausbildung, sondern das bedeutet einfach, dass du dir noch keine Gedanken gemacht hast, wie du sinnvoll deine Zeit füllen kannst, bis du das passende gefunden hast.

Es bringt gar nichts, sich zu schnell für etwas zu entscheiden so nach dem Motto “Hauptsache, ich habe etwas.” Denn dadurch verlierst du viel mehr Zeit und Geld, wenn du nach zwei Semestern feststellst, dass es nicht das Richtige ist.

Stattdessen: Nimm Dir Zeit für ein GAP-Year (GAP=Lücke), also die Zeit zwischen Schulabschluss und Studienbeginn, in dem du Praktika machst, ins Ausland gehst, jobbst, vielleicht ein FSJ absolvierst, etc. Dadurch hast du Zeit, Unis zu besuchen, dir Probevorlesungen anzuhören, Berufe kennenzulernen und dich auch mit dir selbst, deinen Vorstellungen und Zielen zu beschäftigen. Du musst noch rund 40 Jahre ab heute arbeiten. Das ist eine ganz schön lange Zeit. Da kommt es auf ein Jahr gar nicht an ;). Setz dich also mit dem Thema Studienwahl nicht unter Druck.

Photo by Jamie Street on Unsplash

Fehler 2: Nur nach Interessen gehen

Oft bekomme ich Anfragen, die sich ungefähr so anhören: “Mich interessiert Sport, aber auch Ernährung und Pädagogik. Psychologie und Management finde ich aber auch interessant.” Wie soll man sich da entscheiden?

Natürlich sollst du etwas machen, was dich interessiert. Allerdings macht es die Wahl wirklich schwierig, wenn du feststellst, dass du einfach zu viele Interessen hast. Allein nach Interessen zu entscheiden, ist außerdem nicht 100% sicher, denn diese können sich ändern und basieren manchmal gar nicht auf Tatsachen, sondern nur auf Erzählungen und Vorstellungen. Ich gebe dir ein Beispiel: Jemand berichtet über sein oder ihr super interessantes Studium im Bereich Human Resources. Das fasziniert dich total. Das mag ja sein, dass sich diese Erzählung spannend anhört. Das sagt aber noch nichts darüber aus, ob dieses Studium wirklich auch zu dir passt. Außerdem sprechen wir hier nur über ein Studium und nicht über den späteren Job — oder?

Stattdessen: Beschäftige dich mit den Aufgaben, die dir liegen und die du wirklich gerne machst und schau mal, welcher Beruf dazu passen würde. In welchem Job erledigt man solche Aufgaben? Wie heißt dann der Studiengang, der zu diesem Job führt? Mach doch einmal einen Persönlichkeitstest, der dir wirklich einen Einblick in deine Talente und Stärken bietet (Vorsicht bei kostenlosen Tests, die sind meist nicht sehr detailliert). Entscheide nicht nur nach Interessen, sondern vor allem nach deinen Fähigkeiten. Denn die Wahrheit ist: Du wirst nur dann in einem Job glücklich, wenn dir die Tätigkeiten im Arbeitsalltag auch liegen. Man kann sich nicht “verstellen”. Das führt nur zu Unzufriedenheit und schlimmstenfalls Burn-Out oder Krankheit.

Warum ein Persönlichkeitstest?
In deiner Schulzeit hattest du meist noch gar keine Gelegenheit, alle Dinge auszuprobieren, die dir liegen. Vielleicht liegt dir Forschung, Entwicklung oder Management? Das konntest du ja in der Schulzeit noch gar nicht erfahren oder testen, da sich dafür nicht viele Situationen bieten. Darüber hinaus ist es ganz wichtig, gezielte Praktika in den Bereichen zu machen, die dich wirklich interessieren. Stell Fragen, schau dir den Arbeitsalltag an und sprich mit den Menschen, die diesen Beruf bereits ausüben. Interessiert es dich danach immer noch? Dann ist das ein gutes Zeichen.

Fehler 3: Beruf und Studium verwechseln

Nur, weil sich ein Studium interessant anhört, ein Campus schön ist, es dort coole Aktivitäten gibt oder dich sonst etwas besonders anspricht, heißt das nicht, dass du auch den späteren Beruf gerne ausüben wirst. Ich habe einige junge Menschen in der Beratung, die sich das alles “ganz anders vorgestellt” haben und mit dem eigentlichen Beruf später gar nicht zufrieden sind. Entscheide somit nicht einfach nach diesen “äußeren” Kriterien oder nur nach dem Inhalt des Studiums.

Stattdessen: Informiere dich zuerst über Berufsbilder, die gut zu deinen Talenten und Stärken passen, z.B. mithilfe einer Beratung oder durch eigene Recherche. Danach schaust du dir diese in der Praxis an — mach ein Praktikum, eine Hospitation, oder führe Gespräche mit Menschen, die in diesen Berufen bereits arbeiten. Gleichzeitig: höre dir an einer Uni eine Probevorlesung an.

Falls du nun feststellst, dass du das alles nicht mehr schaffst, bevor die nächste Frist abläuft, ist mein allergrößter Tipp an dich: Bitte entspann dich und nimm dir die Zeit, dich richtig zu entscheiden! Es ist absolut in Ordnung, sich ein Jahr zur Orientierung zu nehmen: Zu reisen, zu jobben, ein FSJ zu machen, Praktika zu machen, einen Sprachkurs etc. Das ist keine verlorene Zeit, denn — wie gesagt — du musst ohnehin noch ca. 40 Jahre im Berufsleben verbringen.

Viel Erfolg!

Deine Sonja

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Hakan Housein

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Media scholar. Corporate Communications Manager @ StudyHelp. Passionate about content creation and photography.

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