Prüfungsangst? Mit diesen Tipps garantiert zum Lernerfolg!

Hakan Housein
Aug 15 · 7 min read

Du musst für deine Prüfung lernen aber weißt einfach nicht wie? Befolge diese Experten-Tipps für den maximalen Erfolg!

Photo by Philippe Bout on Unsplash

Wir kennen es alle: Die Prüfung rückt näher und der Angstschweiß formt sich langsam aber sicher auf der Stirn. Im Grunde wissen wir alle, wie wir der Unsicherheit entkommen können. Denn wer rechtzeitig und richtig lernt, hat für gewöhnlich wenig zu befürchten. Nur leider ist das in der Regel leichter gesagt als getan. Immer wieder stellen sich die gleichen Fragen: wo fange ich an, was ist wichtig, wie behalte ich Fokus und Struktur bei? Wenn es dir vor einer Prüfung auch so geht, findest du Hilfe in den ultimativen Experten-Tipps, die wir nachfolgend für dich zusammengefasst haben. Für dich heißt es nur noch durchlesen, anwenden, Prüfung rocken!

1. Vergiss Multitasking!

Du neigst instinktiv dazu, dich auf viele große Aufgaben und Ansätze gleichzeitig zu stürzen, aus Angst etwas zu vergessen oder nicht abzudecken? Das Problem hierbei ist, dass das menschliche Gehirn nicht für Multitasking ausgelegt ist. Letztendlich nimmst du dir auf diesem Weg zu viel auf einmal vor, verrennst dich und kommst in allen Bereichen schleppend bis gar nicht voran.

Deshalb heißt es “first things first”. Bevor du mit dem Lernen beginnst, mach dir bewusst, worauf es ankommt. Es ist sehr hilfreich, wenn du dir hierzu folgende Fokusfrage stellst, die Keller und Papasan in ihrem Buch “The One Thing” thematisieren:

In Bezug auf deine Prüfung heißt das konkret: “Welches ist die EINE Sache die ich tun kann, um das bestmögliche Prüfungsergebnis zu erzielen?” So reduzierst du den Autoren zufolge komplexe Aufgaben auf das Wesentliche, um dich zu fokussieren und strukturiert voranzukommen. Dabei kann die Antwort auf diese Frage für jeden von uns unterschiedlich ausfallen.

Um das bestmögliche Prüfungsergebnis zu erzielen, musst du womöglich Verantwortlichkeiten in Ehrenämtern und Verpflichtungen in der Freizeit abgeben, um mehr Zeit zu haben, einen detaillierten Lernplan erstellen oder individuelle Nachhilfe suchen. Finde heraus, welches die eine Sache für deine persönlichen Umstände ist. Auf diese Weise verfolgst du gleich zu Beginn ein konkretes Ziel und es fällt dir leichter, daraufhin zu arbeiten.


2. Prioritäten sind das A und O!

Du musst also zunächst deine Situation betrachten und den nötigen Fokus finden— so weit so gut! Doch wie bestimmst du die eine Sache, die für dich wichtig ist? Hier kannst du dir verschiedene Rating-Systeme zu Nutze machen. Sortiere beispielsweise deine Gedanken und vergib Sterne zwischen 1–5, je nach Wichtigkeit der Aufgaben. Auf diese Weise findest du heraus, welche Aufgabe das meiste Gewicht trägt und somit für den Moment die eine Sache ist, die dich am effektivsten voranbringt. Hier ein Beispiel:

Ich habe momentan nicht sehr viel Zeit, die ich zum Lernen aufbringen kann. Deshalb sollte ich meine Vereinsaktivität für ein paar Wochen reduzieren— **

Die Zeit sollte zwar ausreichen. Aber ich weiß einfach nicht, wo ich beginne. Deshalb sollte ich Lernpläne für die Prüfungsfächer erstellen. — ****

Wenn ich in Mathe nicht besser werde, falle ich garantiert durchs Abi. Deshalb sollte ich mir professionelle Nachhilfe suchen — *****

Die eine Sache wird hier recht schnell deutlich, da sie von größter Bedeutung ist. Sobald dieser Punkt abgehakt ist, können die übrigen neu gewichtet werden. Auf diese Weise gehst du strukturiert vor und machst immer genau das, was aktuell das Wichtigste ist.

Eine weitere Möglichkeit stellt das Eisenhower-Prinzip dar. Es ist ein oft genutztes Modell für das Priorisieren von Aufgaben. Durch die Kategorisierung von einzelnen Aufgaben, ermittelst du ihre Wichtigkeit und Dringlichkeit.

Die Aufgaben in A/I können als die eine Sache betrachtet werden, wohingegen du die Aufgaben in D/IV nicht bearbeitest, weil sie weder wichtig noch dringlich sind.

3. Biss für Biss zum Ziel!

Rating — check! Du weißt nun, was dir auf dem Weg zum besten Prüfungsergebnis am wichtigsten ist bzw. woran du arbeiten musst. Jetzt gilt es, diese Sache in kleinere Aufgaben aufzuteilen, die du sicher und gut umsetzen kannst. Der Schriftsteller Mark Twain formulierte diesen Ansatz so:

Dieses Vorgehen erscheint nachvollziehbar. Denn je kleiner und übersichtlicher die Portion, desto einfacher die Handhabung. Der Menschenrechtler und Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu beschrieb dieses Vorgehen gleichermaßen kurz und einleuchtend:

In unserem Beispiel von oben war die eine Sache das Aufsuchen einer Nachhilfe. Durch das Herunterbrechen in kleine Stücke, weißt du genau, wie du diese Aufgabe bewältigst. Deine Teilaufgaben können in diesem Fall beispielsweise so aussehen:

1. Aushang für Gesuch in der Schule machen

2. Nachhilfeschulen in der Gegend anrufen

3. Intensivkurse in meiner Stadt recherchieren

4. Angebote vergleichen und das passende für mich auswählen

5. Nachhilfe in Lernplan integrieren

Je nachdem, wie schwer oder einfach dir bestimmte Teilaufgaben erscheinen, kannst du sie natürlich jederzeit weiter herunterbrechen oder zu komplexeren Punkten zusammenfassen.

Photo by Estée Janssens on Unsplash

4. Organisation ist alles!

Du weißt bereits, wie du die wichtigsten Sachen für deinen Prüfungserfolg bestimmst und in machbare Aufgaben herunterbrichst. Jetzt gilt es nur noch, diese Aufgaben strukturiert und effektiv umzusetzen. Hierzu stehen dir viele unterschiedliche Methoden zur Verfügung. Wir möchten kurz auf ein paar eingehen, die wir als besonders nützlich empfinden.

Cliffhanger schaffen die nötige Motivation

Hast du schon mal vom Zeigarnik-Effekt gehört? Bereits 1927 fand die Psychologin Bljuma Zeigarnik heraus, dass das Erledigtsein bzw. nicht Erledigtsein von Aufgaben maßgeblich dafür verantwortlich ist, wie lange unsere Konzentration anhält. In anderen Worten bauen wir eine geistige Spannung auf, die sich erst legt, wenn wir eine vor uns liegende Aufgabe gemeistert haben. Diesen Effekt kannst du gewinnbringend nutzen, indem du To-Do-Listen anlegst. Wie kleine Cliffhanger sorgen die Punkte auf dieser Liste dafür, dass Spannung und Druck erhalten bleiben. Um die Spannung zu lösen, möchtest du die Punkte abarbeiten und das abschließende Häkchen setzen. Achte jedoch darauf, nur die Anzahl To-Dos aufzuschreiben, die du realistisch zügig bearbeiten kannst. Denn sonst führt der Effekt zu ausbleibender Entspannung und verstärkter Frustration.

Feste Routinen steigern die Produktivität

Ob Social Media, WhatsApp oder Netflix — mediale Ablenkungen haben uns im Alltag oftmals fest im Griff. Wie du es in diesem Umfeld dennoch schaffst, produktiv zu sein, erklärt der Georgetown Professor Cal Newport in seinem Buch “Konzentriert arbeiten: Regeln für eine Welt voller Ablenkungen”.

Erstens: Routinen etablieren. Trage deine Lerneinheiten in einen Kalender ein und halte dich daran. Lege andere Termine so, dass dir nichts dazwischenkommt. Auf diese Weise machst du eine Regel aus deinem Lernprozess, keine Ausnahme.

Zweitens: Zeit und Aufmerksamkeit sinnvoll einteilen. Hierzu eignen sich Zeitintervalle besonders gut. Stell dir beispielsweise einen Timer auf 25 Minuten. In dieser Zeit lernst du ganz fokussiert und ohne jegliche Ablenkung. In den folgenden 5 Minuten hast du Pause und kannst machen, was immer du willst. Lenk dich ab, bevor es nach der Pause weitergeht. Wiederhole diesen Zyklus mehrfach, bis du die zuvor angesetzte Lernzeit erreicht hast.

Drittens: Rituale schaffen. Gönn dir an Wochenenden eine Runde Sport, bevor du mit dem Lernen beginnst oder suche dir einen bestimmten Platz in der Wohnung oder Bibliothek, an dem du regelmäßig lernst. Anhand solcher Rituale bereitest du deinen Körper auf die nächste Lerneinheit vor und steigerst deine Produktivität. Steigere den Effekt, indem du dein Handy in den Flugmodus setzt und deinen Laptop ausschaltest.

Verabredungen bringen den Antrieb

Wenn der Schweinehund unüberwindbar scheint, verabrede dich zum Lernen. Das birgt gleich mehrere Vorteile. Durch die Verabredung gehst du eine Verpflichtung ein. Die Angst vor dem sonst schlechten Gewissen bringt dich dazu, die Lerneinheit tatsächlich einzuhalten, statt sie immer wieder aufzuschieben. Außerdem kannst du dich mit deinen Freunden und Mitschülern austauschen. So profitiert ihr gegenseitig vom Wissen der Anderen und könnt Fragen klären. Diesen Effekt kannst du dir auch anhand von Vorbereitungskursen zu Nutze machen. Im Grunde sind solche Kurse nicht anders als eine Lerngruppe. Der Unterschied: Coaches, die das Fach perfekt beherrschen, liefern die nötige Struktur und helfen dir bei Fragen weiter. Auf diese Weise hast du einen festen Termin, deinen Schweinehund zu überwinden und um alles Wichtige für deine Prüfung zu wiederholen.

Photo by Lukas Blazek on Unsplash

Diese Tipps und Tricks können dir bei der Prüfungsvorbereitung extrem helfen, indem sie dir eine feste Struktur vorgeben und so für Motivation uns Sicherheit sorgen. Probiere es doch mal aus und schau, ob der Angstschweiß auf der Stirn dieses Mal ausbleibt. Du kennst selbst gute Tipps, die hier nicht erwähnt wurden? Lass es uns in den Kommentaren wissen!

Weitere Ratgeberartikel findest du hier auf unserem Blog. Mehr über StudyHelp erfährst du außerdem auf unserer Website.

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Media scholar. Communications Manager @ Lytt. Passionate about content creation and photography.

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