Hakan Housein
May 24, 2018 · 4 min read

Nach wie vor nutzt eine Vielzahl von Schülern in Deutschland Nachhilfeangebote als zusätzliche Unterstützung zur Prüfungsvorbereitung. Die große Nachfrage ruft neben traditionellen Bildungsdienstleistern und privaten Nachhilfeanbietern immer mehr Start-Ups auf den Plan. Diese setzen im Zuge der Digitalisierung vor allem auf Online-Angebote und möchten Nachhilfe mit innovativen Konzepten neugestalten.

Photo by William Iven on Unsplash

Eltern in Deutschland geben jährlich 879 Millionen Euro für private Nachhilfestunden aus. Pro Monat investieren sie für ihre Kinder durchschnittlich 87 Euro in außerunterrichtliche Fördermaßnahmen. Das geht aus einer Studie der Bertelsmann Stiftung vom Januar 2018 hervor.[1] Insgesamt 1,2 Millionen Schüler erhalten laut der Studie Nachhilfe. Am häufigsten nutzen Schüler zusätzliche Unterstützung im Fach Mathematik, gefolgt von Fremdsprachen und Deutsch. Mit durchschnittlich 17% Nutzungsquote entfällt der Großteil hierbei auf Schüler der Klassenstufen 8 bis 10. [2]


Lernen in Zeiten der Digitalisierung

Neben altbekannten Angeboten wie Einzelnachhilfe vor Ort gewinnen vor allem E-Learning-Angebote (Elektronisches Lernen) aktuell immer mehr an Bedeutung. Diese ermöglichen es Schülern, Fördermaßnahmen dank digitaler Medien orts- und zeitungebunden in Anspruch zu nehmen. Beliebter wird das Online-Pauken vor allem durch Smartphones und Tablets, die inzwischen von der Mehrheit der Bevölkerung regelmäßig genutzt werden. So verwendete im letzten Jahr jeder dritte in Deutschland das Smartphone zum Surfen im Internet, jeder fünfte ein Tablet.[3] Schüler können mit ihren Geräten die Zeit optimal nutzen, die sie sonst tatenlos in Zügen, Wartezimmern oder Bushaltestellen verbringen.

Die Relevanz des Themas greift auch die Bundesregierung in ihrer Digitalen Agenda auf und meint:

„Der Nutzen der digitalen Vernetzung zeigt sich auch bei der Bewältigung großer gesellschaftlicher Aufgaben, sei es eine nachhaltige Energiewende […] oder exzellente Bildung.“[4]


Blended-Learning als Lösungsvorschlag

Start-Ups greifen diesen Trend auf und verlagern ihre Angebote in den Online-Bereich. Auf diese Weise sollen Lernende die Möglichkeit erhalten, individuelle Nachhilfe in Anspruch zu nehmen, ohne dabei die eigenen vier Wände verlassen zu müssen. Die Schwerpunkte sind unterschiedlich gesetzt: Ob individuelle Online-Nachhilfe für Prüfungsvorbereitung, Wunschlehrer im „virtuellen Klassenzimmer“ oder Kurse für Erwachsene — die Themenvielfalt macht Online-Nachhilfe für Lernende attraktiv.[5]

Photo by Javier Quesada on Unsplash

Wer Online-Angebote nutzen aber nicht auf den persönlichen Kontakt verzichten möchte, kann alternativ auf Blended-Learning-Konzepte (Integriertes Lernen) zurückgreifen. Bei diesem Ansatz werden die Vorteile von E-Learning und Präsenzangeboten vor Ort kombiniert, um eine vielseitige Unterstützung zu bieten, die unterschiedlichen Lerntypen gerecht wird.

Ein erfolgreicher Anbieter im Bereich Blended-Learning ist das Bildungs-Start-Up StudyHelp. Das 2016 in Paderborn gegründete Unternehmen hat sich auf die Kombination von individuellen Lerncoachings vor Ort mit ergänzenden Online-Inhalten spezialisiert und unterstützt vor allem Schüler und Studierende bei der Prüfungsvorbereitung.


YouTube wird zur Lernplattform

Hierbei setzt das Team auf die Zusammenarbeit mit YouTube Bildungsbotschafter Daniel Jung, der mit 100 Millionen Klicks auf YouTube zu den weltweit bekanntesten Online-Mathematik-Tutoren zählt.

„Man muss sich bewusst machen, dass zwei Drittel der Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren YouTube regelmäßig als Informationsquelle nutzen. An dieser Stelle versuche ich Inhalte zu liefern, die Schüler bei mathematischen Fragen schnell und effektiv weiterhelfen“, betont Jung.

Die Inhalte des YouTubers sind in Lernhefte integriert und werden bei Lerncoachings vor Ort genutzt — ganz nach dem Blended-Learning-Konzept.

Photo by Daniel Jung

Bildung in der Entwicklung

Der neuartige Ansatz überzeugt: Das Start-Up wurde im vergangenen Jahr mit dem Qualitätslabel der Universität Paderborn ausgezeichnet. Daniel Weiner, Co-Founder von StudyHelp, meint:

„Unsere Gesellschaft entwickelt sich stetig weiter und im Zuge der Digitalisierung dürfen wir gerade bei der Bildung nicht den Anschluss an diese Entwicklung verpassen.“

In der Start-Up-Szene ist man sich einig: Digitalisierung spiele eine zunehmend wichtige Rolle im Alltag von Schülern. Vor allem Bildungs- und Nachhilfeangebote müssten aus diesem Grund in Richtung Online gehen, um zeitgemäß zu bleiben.


Wir möchten von dir hören!

Wie stehst du zum Thema Digitalisierung im Rahmen der Bildung, welche Vor- und Nachteile siehst du für Schüler, Lehrpersonal und weitere Interessengruppen?


[1]https://www.bertelsmann-stiftung.de/es/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/eltern-geben-jaehrlich-fast-900-millionen-euro-fuer-nachhilfe-aus/

[2]https://de.statista.com/statistik/daten/studie/192401/umfrage/nutzungsquoten-bezahlter-nachhilfe/

[3]https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Jeder-Dritte-geht-bevorzugt-per-Smartphone-online.html

[4]https://www.digitale-agenda.de/Webs/DA/DE/Grundsaetze/Grundsaetze_Digitalpolitik/grundsaetze-digitalpolitik_node.html

[5]https://www.fuer-gruender.de/blog/2018/04/geschaeftsidee-online-nachhilfe/

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Written by

Media scholar. Corporate Communications Manager @ StudyHelp. Passionate about content creation and photography.

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