Sind Unternehmen dafür verantwortlich ihre Mitarbeitenden glücklich zu machen?

glücklich und leicht

Beispiel 1: Verordnetes Glück mit der Corporate Happiness

Der Beitrag “Verordnetes Glück: Wie Unternehmen die Produktivität steigern wollen” auf ARD zeigt einen Ausschnitt des sehr wertvollen Ansatzes der positiven Psychologie, der von Beratern nun als Heilsbringer auf einfache Maßnahmen heruntergebrochen wird und so die komplexen Herausforderungen von Organisationen lösen soll.

Corporate Happiness — verordnetes Glück

Beispiel 2: Der “Feel-Good-Manager” macht das. Toll!

Die emotionale Bindung, die Gesundheit und die Motivation von Mitarbeitern hat einen höheren Stellenwert in Organisationen eingenommen. Das ist gut. Die Weiterbildungsindustrie reagiert auf die typische Verhaltensweise der organisationalen Verankerung mittels extra geschaffener Angebote. Das Berufsbild des “Feel-Good-Managers” ist geboren und alle anderen sind aus dem Schneider, weil Fr. Müller dafür ausgebildet ist und sich ja jetzt um die Mitarbeiter kümmert.

Beispiel 3: Das Achtsamkeitsseminar beginnt nach der Mittagspause.

Gelassenheit liegt im Trend. Nehmen wir das Achtsamkeitsseminar, was Führungskräften als “Angebot” vom betrieblichen Gesundheitsmanagement unterbreitet wird. Wenn man beim Meditieren nach dem Mittag dann nicht erscheint, hat das definitiv Auswirkungen auf das Miteinander in der Organisation. Schließlich bemüht man sich dann ja nicht ausreichend, die neue ausgeglichene Führungskraft zu werden, die gewünscht bzw. gefordert ist.

Warum regt mich das so auf?

  • weil der Hype um Feel-Good und Achtsamkeit die Normalität zum Besonderen erhebt
  • weil glücklich und gelassen sein jetzt zum professionellen Schick gehört
  • weil Persönlichkeitsentwicklung und Gesundheit in erster Linie Privatsache sind
  • weil Fürsorge und Entmündigung nah beieinander liegen.

Prinzipien der Ansätze und deren wirksame Integration

  • weil wir uns mehr Produktivität versprechen, da wir ja dann besser zusammenarbeiten
  • weil wir Mitarbeitenden zu einem besseren Miteinander verhelfen wollen, was sie beim Kampf um den Aufstieg zum Helden und der Abgrenzung des eigene Arbeitsfeldes verlernt haben
  • weil wir Rahmenbedingungen schaffen möchten, in denen sich Menschen entfalten können, um anhand ihrer Stärken wertschöpfend zusammenzuarbeiten
  • weil wir wissen, dass die Organisationen erfolgreichen sein werden, die in der Lage sind, Voraussetzungen für die Selbstorganisation von mündigen machtvoll wirkenden Menschen für hoch komplexe und dynamische Aufgabenfelder zu schaffen.

Achtsamkeitsübung, weil es der Zusammenarbeit konkret dient

Wohlbefinden und wertschätzendes Miteinander geht alle an

Gesundes für’s Team
  • Natürlich ist es auch wichtig, dass dies von den teilnehmenden Kollegen geschätzt und nicht als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird. Ein Danke gehört zum guten Ton. Das kennt jeder aus seiner “Kinderstube”.
  • So wird es Teil der Kultur, füreinander da zu sein und sich umeinander zu sorgen.
  • Ja und es werden nicht alle sein, die so handeln. Und doch ist es mehr als nur einer, der DEN JOB hat.

Ganzheit , weil wir als Menschen miteinander arbeiten

Die Zeit der Masken ist vorbei. Der echte Mensch ist gefragt und die Ganzheit in der Beziehung zu Anderen wird betont. Frédéric Laloux hat dies als ein Kernelement erfolgreich wirtschaftender Organisationen identifiziert, in denen Menschen vertrauensvoll und auf Augenhöhe miteinander Wertschöpfung betreiben.

Antwort: Nein, aber …

Es wird Zeit die Frage: “Sind Unternehmen verantwortlich dafür oder überhaupt in der Lage ihre Mitarbeitenden glücklich zu machen?” zu beantworten.

Verantwortung und Vertrauen — arbeiten wie und wo ich will

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Anja Wittenberger

Written by

Consultant for Digital Transformation and Organization Development (via AviloX GmbH) https://www.xing.com/profile/anja_wittenberger

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