7 Klischees über Schriftstellerinnen

7 Klischees über Schriftstellerinnen

In Filmen und Serien taucht er immer wieder auf. Der Klischeeschriftsteller. Nach einem Rundblick in den Spiegel stellen sich doch zwei entscheidende Fragen. Welche Klischees werden im Film eigentlich bedient und wie viel Klischee Schreiberling steckt versehentlich in mir selbst?

Ein Klischee ist eine ehemals innovative Vorstellung, Redensart, ein Kunstwerk oder ein Stilmittel, die mittlerweile veraltet, abgenutzt oder überbeansprucht erscheinen. (Wikipedia)

1. Nur echt mit Wurm

Schließe deine Augen und stelle dir einen Schriftsteller vor. Hast du ihn? Genau, er ist zu 99 % ein Kerl, daher fallen nahezu alle Klischees, die wir über Schreiberlinge im Kopf haben auf männlich, hetero und weiß. Liebe Damen, lehnen sie sich zurück, denn an Charlotte Rampling in “Swimming Pool” oder Emmanuelle Seigner in “D’après une Histoire Vraie” ist wenig Klischeehaftes zu entdecken.

Wie sieht es bei mir aus?

Dem ersten Klischee entspreche ich mit Applaus. Hab es grad noch kurz für dich gegengecheckt und jap, trage Boxershorts.

2. Niemals ohne meine Brille

Ohne Nasenbike ist es nicht authentisch. Selbst Johnny Depp bedient sich in “Das geheime Fenster” einer Sehhilfe und mal Hand aufs Knie, ohne Wollpulli oder verschlissenem Morgenmantel groovt es nicht.

Wie sieht es bei mir aus?

Als kleiner Junge wollte ich immer eine Brille haben, da Superman mein großer Held und Clark Kent halt auch eine hatte. Später bekam Batman sein eigenes Stockwerk in meinem Herzen, doch der Wunsch nach einer Brille ist geblieben. Habe sogar versucht, beim Autoführerschein Sehtest zu mogeln, aber die hätten auch Ray Charles durchgewunken. Brillen sind super, je größer umso besser und deshalb solltest du weder weiblich noch bebrillt sein. Ich verliebe mich einfach zu schnell.

3. Erst mal eine qualmen

Wenn er nicht grad böse ins Weinglas geschielt hat und besoffen unterm Schreibtisch liegt, ist der Wortzauberer ein Raucher. James Caan gönnt sich in “Misery “ ein Kippchen, nachdem er sein Manuskript beendet hat und Paul Auster pafft eh ständig vor sich hin. Halt! Der ist doch echt und voll real. Jap ist präzise, aber in “Smoke” ist der Name nicht weniger Programm. Die richtig coolen Schweine greifen natürlich zur selbst gedrehten ohne Filter.

Wie sieht es bei mir aus?

Schuldig! Zu meinem gesundheitlichen Leidwesen auch noch gerne. Da ich wenig zur Verteidigung vortragen kann, überlasse ich Kumpel Paul das Wort:

“Drei Tage habe ich nicht geraucht — und wurde zu einem Monster. Aber ich wollte nicht so einer sein, der irgendwann Menschen ins Gesicht schlägt oder Schaufenster eintritt. Und so habe ich beschlossen, lieber ein kürzeres Leben zu führen, als ein schlechter Mensch zu sein — und wieder angefangen.” (Paul Auster)

4. Oldschool auf der Hemingway

Er hat nen Computer, nicht weit entfernt steht der Laptop und trotzdem tippt sich David Duchovny in “Californication” auf der Schreibmaschine einen heißen. Bescheuerter geht es nicht. Es sieht allerdings verdammt sexy aus. Mit nacktem Oberkörper, einem Glas Wein in der Patsche und nem Kippchen zwischen den Lippen, ist er einfach ein wahrgewordener Autoren-Klischee-Traum. Jetzt noch ne Brille auf der Nase und wir sind dem Himmel nah.

Wie sieht es bei mir aus?

Am liebsten liege ich mit Laptop auf der Couch, da sind die Schwingungen am besten. Einen Roman auf der Schreibmaschine zu tippen, grenzt für mich an Folter. Das mit dem nackten Oberkörper lasse ich neuerdings, weil die Nachbarn von Gegenüber sich anscheinend peinlich berührt fühlen. Kann aber auch an meiner fehlenden Hose gelegen haben.

5. Nur echt mit Sockenschuss

Der Held im Film schreibt seinen Bestseller? Dann muss er auch einen an der Klatsche haben. Meist kämpft er mit inneren Dämonen oder ist so sehr in der eigenen Fantasiewelt abgerutscht, dass er nicht mehr viel von der Außenwelt mitbekommt. Jack Nicholson ist in “Besser geht´s nicht” bis Oberkante Unterlippe mit Neurosen zu geklatscht, dass sein Psychiater, die Arztpraxis in eine Pommesbude umgebaut hat. Nicht selten laufen sie auch Axt schwingend durchs verlassene Hotel. Ja, ich gucke dich an, Jack Torrance.

Wie sieht es bei mir aus?

“Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.”
(Thomas Gottschalk)

So ungefähr halte ich das auch. Ich bin kein erwachsener Mann geworden und werde es auch nicht mehr. Aber zum Glück bin ich rechthaberisch, eitel und schnell eingeschnappt. Eigentlich habe ich komplett den Verstand verloren. Toll nicht? Mir ging es nie besser.

6. Chronisch pleite und Mimimi

Film Schriftsteller sind meistens knapp bei Kasse. Die Bücher verkaufen sich bescheiden, zu allem Unglück können sie nix anderes außer schreiben, weil Kunst und so. Schlecht gelaunt schlurfen sie also durch ihr Schicksal und saufen, rauchen … ich wiederhole mich. Schreibblockaden sind ebenfalls ein immer gern genutztes Motiv. Jack Torrance, ich gucke immer noch.

Wie sieht es bei mir aus?

Die wenigsten Schriftstellerinnen können von ihrer Leidenschaft die Miete bezahlen. Daher ein Tipp von mir für dich: Heirate reich, oder schieb deinen Arsch wieder zurück an den Rechner und schreibe den geilsten Scheiß, der dir möglich ist. PS: Kann mir bis Wochenende jemand Geld leihen?

7. Natürlich jungfräulich

Zumindest die männlichen Schreiberlinge kriegen in 9 von 9 Fällen keine ab. Ist so eine Hollywood-Regel. Es gibt niemals nie auch nur ansatzweise Sex. Denn wer ständig in seinem Fantasie Schloss abhängt, realitätsfremd einen an der Mütze hat und finanziell, wie auch mental in tausendundeiner Krise steckt, der hüpft nach einem anstrengenden Tag nicht zu seiner Liebsten ins Bett. Außer James Caan in “Misery”. Der liegt im Bett und lässt sich von dem Schnuckel seines Lebens sogar die Beine brechen.

Wie sieht es bei mir aus?

Baby, geht dich nen Scheiß an aber weil wir uns so dufte verstehen, noch ein ganz bescheidener Spruch zum Schluss. Pass auf, der ist gut.

“Der absolute Tiefpunkt des Sexuallebens ist, wenn die eigene Hand einschläft.”

In diesem Sinne, vielen Dank für deine Aufmerksamkeit 
und jetzt Zieh Leine!