Giftgasangriff in Syrien: Die Suche nach Schuldigen

Bei einem Luftangriff im Nordwesten Syriens sollen 72 Menschen — darunter 20 Kinder — ums Leben gekommen sein.

Es ist wohl einer der schwersten Angriffe im syrischen Bürgerkrieg: Gegen 6:30 Uhr syrischer Zeit griffen Kampfflugzeuge am Dienstag Chan Scheichun an. In der von Rebellen kontrollierten Stadt im Nordwesten des Landes sterben Aktivisten zufolge mindestens 72 Menschen — darunter 20 Kinder — an den Folgen einer Giftgas-Attacke.

Wer steckt hinter dem Anschlag? Welche Indizien sprechen für einen Giftgasangriff der Truppen des syrischen Diktators Baschar al-Assad? Und wie reagieren Wladimir Putin, USA und die EU?

Das syrische Regime behauptet: “Terroristische Gruppen” hätten den Anschlag zu verantworten. Der IS ist — neben der syrischen Armee — bislang die einzige Miliz, die in Syrien Giftgas einsetzte. Warum jedoch die Symptome, die die Menschen in Chan Scheichun aufweisen, auf Assads Truppen hindeuten.

Washington, London und Paris machen Syriens Machthaber Assad verantwortlich. Das “Assad-Regime”, so Donald Trump, habe wieder ein “abscheuliches Verbrechen” begangen. Warum der US-Präsident seinem Vorgänger Barack Obama jedoch indirekt die Schuld für den Angriff gibt.

Großbritannien, Frankreich und USA legten dem UN-Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vor, der den Angriff verurteilt und eine baldige Untersuchung verlangt. Die Sitzung des UN-Sicherheitsrats endete ohne Ergebnis. Nikki Haley, UN-Botschafterin der USA sagt: Sollten die Vereinten Nationen nicht handeln, würden die USA gezwungen, selbst aktiv zu werden.

Russland schildert unterdessen eine andere Version: Die syrische Luftwaffe hat demnach bei dem Angriff eine Chemiewaffenfabrik der Rebellen getroffen. Das gehe aus den Aufnahmen russischer Beobachtungssysteme hervor. Wie sind Russlands Aussagen zu bewerten?

Chemische Waffen wurden erstmals im Ersten Weltkrieg eingesetzt, seit dem Genfer Abkommen 1925 sind sie verboten. Doch auch wenn die syrische Regierung behauptet, keine Chemiewaffen mehr zu besitzen — der Horror in Syrien nimmt kein Ende. Ein Blick in die Chronologie des Konflikts.

Verkleinerte Pupillen, Schaum vor dem Mund, Atemnot: Die Bilder der Verletzten erschüttern erneut die Welt — Syrien ist traumatisiert. Warum die Europäer zum Teil dafür verantwortlich sind. Ein Kommentar.

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