Russland-Affäre: Die Fakten zu Trump jr.

Der Sohn des US-Präsidenten wollte belastendes Material aus russischen Quellen über Hillary Clinton. Wie gefährlich wird das Treffen von Donald Trump Junior mit einer russischen Anwältin für den Vater? upday mit einem Überblick, der Fakten und Einordnung trennt.

In einem TV-Interview spielte Donald Trump Jr. die Vorwürfe herunter. Foto: Richard Drew/AP/dpa

Es wird noch verworrener in der Geschichte um eine mögliche Einflussnahme des Kremls auf die Präsidentschaft von Donald Trump. Nun rückt der der älteste Sohn des US-Präsidenten, Donald Trump Junior, ins Fadenkreuz. Der Anlass: Ein Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Weselnizkaja am 9. Juni 2016 in New York. Die “New York Times” brachte mit diesem Bericht den Stein ins Rollen.

DAS TREFFEN fand im Trump Tower statt. Neben Trump jr. waren auch Jared Kushner, Schwiegersohn Donald Trumps und sein jetziger Chefberater, sowie Paul Manafort, damals Trumps Wahlkampfchef, anwesend. Manafort ist ein Mann mit großer Nähe zu Russland und musste deswegen schon im August 2016 seinen Hut nehmen. Insgesamt soll das Gespräch mit der Anwältin 20 Minuten gedauert haben.

WORÜBER WURDE GESPROCHEN? Trump jr. sagte zunächst, es sei um Probleme bei der Adoption russischer Kinder durch Amerikaner gegangen. Einen Tag später korrigierte er sich. Trump jr. zufolge habe Weselnizkaja Informationen angeboten, nach denen Personen aus Russland die Demokraten unterstützen wollten. Die Anwältin selber sagte, sie arbeite weder im Auftrag des Kremls noch habe sie je Informationen über Clinton gehabt.

WAS STEHT IN DEN E-MAILS? Unter Druck veröffentlichte Donald Trump jr. jene Mails, die zur Anbahnung des Treffens mit der russischen Anwältin ausgetauscht wurden. “Süddeutsche.de” hat sie hier komplett dokumentiert.

Der Kontakt zur russischen Anwältin kam demnach über den Musikmanager Rob Goldstone zustande. Dieser schrieb von offiziellen russischen Informationen, die Hillary Clinton belasten könnten.

Die Informationen kommen offensichtlich von ganz oben und sind heikel, aber Russland und die russische Regierung wollen Mr Trump damit unterstützen — mithilfe von Aras und Emin.” Rob Goldstone an Trump jr. am 3. Juni 2016

Die Antwort des Trump-Filius ist fast schon ein häufig zitierter Klassiker:

“Falls es das ist, was du sagst, dann werde ich es lieben, vor allem später diesen Sommer.” Trump jr. an Goldstone am 3. Juni 2016

Mehrere Sachen gehen aus dem Mailwechsel hervor:

  • Die Unterstützung Russlands für den Trump-Wahlkampf.
  • Der Wille von Trump jr, belastendes Material über Hillary Clinton zu bekommen
  • Die Verwicklung Jared Kushners, der heute ein offizielles Amt im Weißen Haus bekleidet.

WAS WUSSTE DONALD TRUMP? Das ist die entscheidende Frage. Sein Sohn sagt, er habe von dem Treffen nichts gewusst. Der Präsident selber lobte seinen Sohn dafür, die Mails öffentlich gemacht zu haben und sich einem Fernseh-Interview gestellt zu haben. Für Trump Senior ist es die “größte Hexenjagd der Politikgeschichte”.

Dennoch wird es nun noch unangenehmer für die Trump Familie. Der Geheimdienstausschuss des Senats wird Trump jr. wohl befragen.

Aber wer ist Donald Trump Junior überhaupt? Er verbrachte als Kind viel Zeit in der tschechischen Heimat seiner Mutter Ivana. Zusammen mit seinem Bruder Eric führt er das Trump-Imperium. Und er soll eigene politische Ambitionen haben.

Die E-Mails, die Trump jr. veröffentlichte, bringen drei illustre Personen ins Spiel: einen Musikmanager, einen russischen Oligarchen und dessen Sohn, der zugleich ein in Russland populärer Sänger ist. Die Verbindung zur Trump-Familie? Miss-Wahlen.

Die Anwältin Natalia Weselnizkaja sagt, sie arbeite nicht für den Kreml. Das stimmt offiziell. Dennoch hat sie Verbindungen in die Machtzirkel Moskaus.