SPD im Umfragehoch: Wie stark ist der “Schulz-Effekt” wirklich?

Unter ihm erlebt die SPD einen Aufschwung: Kanzlerkandidat Martin Schulz Foto: Getty Images

Seit der Kanzlerkandidatur von Martin Schulz gibt es fast täglich neue Befragungen, die zeigen sollen, wie die Deutschen aktuell wählen würden. Alle Umfragen zeigen die Sozialdemokraten im Aufwind.

Was viele jedoch verwirrt: Mal zieht die SPD an der Union vorbei, dann sind CDU/CSU wieder vorn. Wie kommt das?

Die meisten Wahlumfragen werden von Meinungsforschungsinstituten durchgeführt, die von Medien beauftragt, also auch bezahlt werden. Insa und Emnid erstellen beispielsweise Befragungen für die BILD-Gruppe, Forsa für “Stern” und “RTL”, Allensbach für die “FAZ” und die Forschungsgruppe Wahlen für das “ZDF Politbarometer”.

Die unterschiedlichen Institute verwenden verschiedene Statistik-Methoden, um die Wähler zu erfassen. Entscheidend dabei ist die Zusammensetzung der Stichprobe, also die Menge jener Leute, die befragt werden. Dabei gibt es geografische, demografische und soziale Unterschiede. So kann es sein, dass das ZDF vom Schulz-Effekt schreibt, weil die SPD in der Umfrage um 1,5 Prozent zugelegt hat, wohingegen die BILD titelt, der Aufschwung der Sozialdemokraten sei vorbei.

Hier siehst du die letzten Umfragen zu den deutschen Parteien im Überblick:

Erkennbar ist, dass seit der Kandidatur von Martin Schulz für das Kanzleramt die SPD in allen Umfragen deutlich zugelegt hat. Medien sprechen vom „Schulz-Effekt“.

In der neuesten Insa-Umfrage vom Dienstag (BILD) liegt die Union aber wieder vorn:

Drei Tage zuvor hatte Emnid (ebenfalls für die BILD-Gruppe) noch ermittelt, dass die SPD führt:

Verwirrend, aber leider nicht zu ändern. Da SPD und Union derzeit nahezu gleich stark sind, lässt sich nicht wirklich verlässlich sagen, wer vorn liegt. Das ist aufgrund der Menge der befragten Personen schwierig. Festhalten können wir: Vom Ende des Schulz-Hypes zu sprechen, ist genauso voreilig wie die Prognose eines SPD-Siegs.

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