Trumps dramatische Woche

US-Präsident Donald Trump soll versucht haben, die Justiz zu behindern — der bisher schwerwiegendste Vorwurf in seiner knapp vier Monate alten Präsidentschaft. Und einer, der ihm gefährlich werden könnte. Aber der Reihe nach. Trumps Woche im Überblick.

US-Präsident Donald Trump: “Nächste Frage.” Foto: Jose Luis Magana/Andrew Harnik/AP/dpa

FALLS DONALD TRUMP Druck aus der Affäre um Russland-Kontakte seines Teams nehmen wollte — das ist gründlich schief gegangen. Gerade einmal eine Woche ist die Entlassung von James Comey her, als die “New York Times” die Bombe platzen lässt: Der US-Präsident soll versucht haben, den Ex-FBI-Chef zur Einstellung der Ermittlungen zu bewegen. “Ich hoffe, Sie können diese Sache auf sich beruhen lassen”, soll Trump gesagt haben. Hat er oder hat er nicht? Ein Memo, das Comey nach dem Gespräch anfertigte, soll den Vorgang beweisen.

Trumps Verteidigung fiel bei der ersten Pressekonferenz nach dem Comey-Rausschmiss an diesem Freitag kurz und knapp aus:

DOCH SO LEICHT DÜRFTE DIE SACHE NICHT AUSGESTANDEN SEIN. Der ehemalige FBI-Chef Robert Mueller wurde vom Justizministerium zum Sonderermittler mit weitreichenden Befugnissen ernannt. Er soll die angeblichen Russland-Verstrickungen des Teams Trump untersuchen. Telefongespräche, E-Mails, SMS — die Kontakte nach Moskau könnten viel intensiver gewesen sein als bisher bekannt. Ein Bericht spricht von 18 Kontaktaufnahmen im Wahlkampf:

Sonderermittler Mueller gilt als jemand, der sich von Trump nichts sagen lassen wird. Wie seine Ermittlung ausgeht? Was das für Trumps Präsidentschaft bedeutet? Alles noch unklar. Doch die Republikaner fürchten, dass das Weiße Haus durch ihn auf Wochen oder gar Monate gelähmt sein wird.

Und Trump? In einem Tweet antwortete er so:

Trump twitterte: Das ist die “größte Hexenjagd” auf einen Politiker in der US-Geschichte.

DA IST JA AUCH NOCH DIE SACHE mit der angeblichen Weitergabe von Geheimmaterial. Ebenfalls diese Woche wurde bekannt, dass Trump bei einem Meeting mit Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Oval Office über Informationen zum “Islamischen Staat” geplaudert haben soll, die die USA nicht einmal mit Verbündeten teilen.

KÖNNTE AM ENDE SOGAR EIN AMTSENTHEBUNGSVERFAHREN STEHEN? “Impeachment” — das Wort macht zwar schon die Runde in Washington. Theoretisch ist es möglich, praktisch wohl eher unwahrscheinlich. Denn die Hürden sind hoch.

WAS MACHT TRUMP JETZT? Endlich Wochenende? Nicht für den US-Präsidenten. Er bricht zu seiner ersten Auslandsreise auf, fliegt in den Nahen Osten und danach zum G7-Gipfel nach Europa. Neun Tage wird er unterwegs sein, zwei große Reden halten. Die spannende Frage: Wird ihm das zu Hause eine Atempause bringen?

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