#SaveTheInternet

So heute gibt es mal einen Beitrag auf Deutsch zum Thema #SaveTheInternet.

Seit Monaten spricht jeder nur noch von diesem #SaveTheInternet Hashtag. Aber was bedeutet er eigentlich? Unter dem Hashtag versuchen eine sehr große Gruppe von Nutzern und Internet Firmen wie Google, Facebook und co, ihre Negative Meinung über einen Änderungsvorschlag der Richtlinie “Urheberrecht im digitalen Binnenmarkt” auszudrücken.

Erst einmal sollten wir uns anschauen warum wir eine neue Urheberrechtsreform benötigen. Die letzte große Änderung an der Urheberrechtsreform war zu einem Zeitpunkt, an dem keiner an YouTube, Twitter, Facebook und co gedacht hatte. Sagen wir mal so, da war das Internet noch am Anfang. Da sich die Entwicklung vom Internet, in so kurzer Zeit , rasant ausbreitete. Unsere Gesetzte aber nicht mit der Entwicklung aktiv angepasst wurden, stehen wir heute vor einem großen Problem.

Zu einem haben wir viele Aktive Creatoren: Grafikdesigner, Fotografen, Illustratoren, Entwickler, Journalisten und viele weitere. Die Ihre hochwertige und aufwendige produzierten Werke ins Internet stellen.

Und auf der anderen Seite haben wir die Nutzer, wie Du und Ich. Die am liebsten alles im Internet kostenlos benutzen wollen ohne auch nur einen Cent auszugeben.

Und jetzt merkt man schon, man muss eine sinnvolle Brücke zwischen diesen Personengruppen bauen, sodass jeder einigermaßen zufrieden ist. Mit diesem Problem hat sich Axel Voss mit seiner Arbeitsgruppe auseinander gesetzt.

Was sind jetzt die Änderungen?

  1. Leistungsschutzrecht

In dem aktuellsten Entwurf hat sich vieles geändert. Zu einem gibt es ein sogenanntes “Leistungsschutzrecht”. Dieses versucht eine faire Entlohnung für Verlage und andere journalistisch tätigen Personen / Unternehmen zu schaffen.

Kleines Beispiel: Jeden Morgen wirst du wahrscheinlich einen Blick auf dein Smartphone werfen. Und dir die Neuigkeiten in Google News anschauen. Das ist für mich jedenfalls ein selbstverständlicher Akt geworden. Und nur die wenigsten Denken daran, dass alle diese Berichte / Schlagzeilen und Bilder irgendeiner Erarbeitet hat. Das ist der gleiche Aufwand wie deine Lokalzeitung betreibt. Der Unterschied ist für eine Zeitung aus Papier musst du bezahlen und fürs die News im Internet etwa nicht? Und hier kann ich viele Verlage verstehen, die Nutzerzahl steigt immer mehr bei den Digitalen Medien, und damit sinkt auch der Umsatz.

Sie können sich z.B. Google News im realen Leben so vorstellen, die Personen reißen am Kiosk bestimmte Seiten aus den Zeitungen, klebt diese Zusammen und hängt sie in der Stadtmitte auf. So dass keiner mehr sich Zeitungen kaufen muss weil ja eh alles wichtige am Schwarzen Brett hängt.

Und genau das will das Leistungsschutzrecht verhindern. Google News oder andere Nachrichten Sammeldienste sollen nun für jeden eingebunden Link einen Beitrag bezahlen. Damit der Verlag wenigstens von Kommerzielhandelnden Personen / Unternehmen für Ihre Arbeit entlohnt werden. Der Privatnutzer ist davon in keinster Weise betroffen.

Klar das diese Gesetzt gerade Google gar nicht passt. Jetzt müssen sie auch noch was dafür bezahlen, das sie Informationen weiterverbreiten dürfen. Obwohl natürlich gerade durch Dienste wie Google News, die Interessengebiete der Kunden einfach erfasst werden könnte. Also kein schlechtes Geschäft für z.B. Google.😉

2. Artikel 13

Jetzt kommen wir aber mal endlich zu diesem “Artikel 13”. Schauen wir uns doch erstmal an welches Problem damit behoben werden soll…

Stelle dir vor, du bist ein Grafikdesigner. Und Designst in unzählbaren Stunden ein neues Bild. Als du nun endlich dein Werk fertiggestellt hast, teilst du ein Bild auf Instagram. Deine Fans bewundern dich. Du bist glücklich, bis du zwei Tage später dein Bild in einem gut geklickten YouTube video siehst. Zwischen Werbung versteckt taucht dein Bild auf. Du fällst fast von allen Wolken. Du hast die ganze Arbeit gehabt. Und dieser Type hat Copy & Past dein Bild in ein Video eingefügt und macht damit jetzt mehrere Tausende Euro Gewinn. Auch deine Copyright Beschwerde bei YouTube wird nicht bearbeitet. Weil YouTube ja selber mit dem Video mit verdient.

Die oben beschriebene Situation wünsche ich keinem, Ist aber in der heutigen Zeit für viele Internetnutzer ganz selbstverständlich. Schnell auf Google Bilder ein Bild suchen, Copy & Paste und ab in die Kommerzielle Präsentation.

Und genau dieses Problem möchte die EU mit dem Richtlinien Entwurf Artikel 13 ändern. Sie möchten eine Möglichkeit schaffen Urheberrechtsverletzungen am liebsten zu verhindern. Und wenn sie doch mal passiert eine Möglichkeit schaffen, diese so schnell wie möglich wieder von der Plattform zu nehmen. Indem sie einen druck aufbauen, durch z.B. die Mithaftung.

Naja, jetzt mag sich der eine oder andere Denken. Ja und was ist daran jetzt so anders, als im echten leben? Rein gar nichts.

Dieses Verfahren macht man im realen Leben schon immer. Lass uns das Beispiel von Oben in die reale Welt übertragen:

Du bist ein bekannter und geschätzter Maler, du möchtest deine Bilder auf einer Kunstauktion versteigern. Bevor dein Bild jedoch auf den Versteigerungs Tisch kommt, wird es auch auf Echtheit überprüft, damit du kein Geld bekommst für eine unerlaubte Vervielfältigung des Bildes. (Fälschung). Also schaut sich ein Kunstkenner das Bild vorher genauer an, ist das Bild echt, darfst du auch das Bild zum Auktionär bringen… Und das damit ersteigerte Geld auch behalten, also eine faire Entlohnung.

Und genau diese “eigentlich” Selbstverständlichkeit, versucht die EU nun im Internet anzuwenden. Was ich auf jedenfall zu 100% Unterstütze. Im Internet sollten die gleichen Gesetzte gelten wie im realen Leben.

Wie möchte die EU das im Internet umsetzten? Und genau hier gibt es ein großes Problem, hier kann ein Menschlicher Aktionär nicht jedes Bild auf Urheberrechts Berechtigung prüfen. Die Richtlinie macht dazu ein klares beispiel. So spricht man von “ Inhaltserkennungstechniken”, die dem Menschen unterstützen können Urheberrechtsverletzungen zu erkennen.

Und mal ganz ehrlich, so ein Algorithmus zu entwickeln, mag nicht das einfachste und günstigste sein. Aber es ist noch weit weg von der Aussage, es sei “unmöglich”. Das YouTube Content Id system zeigt, wie es funktioniert. Dabei analysiert YouTube mehrere Tausende Stunden Video Material pro Tag. Ganz von alleine. Und das soll jetzt z.B. für Twitter (Bilder) unmöglich sein?

Auch das Problem das manche Nutzer in den Raum werfen, es könnte sich um einen “Zensur” Maschine handeln. Ja, das stimmt, eine “Zensurmaschiene” für Straftaten. Aber ist das nicht was gutes? Ich würde mich freuen wenn in meinem Gehirn, jede Aktion von einer “Zensurmaschiene” überprüft wird. So könnte ich nie etwas verbotenes oder Illegales machen.

Abgesehen davon verfolgt die EU ein ganz anderen Hintergedanke, sie möchten das die großen Plattformen gegenseitiges Verträge schließen. So das z.B. ein GEMA Geschützes Werk in einem YouTube video nicht gleich zu einem Urheberrechtsverstoß führt. Aber diese Thema ignorieren einfach so viele Leute. Genauso wie Artikel 2 mit den Ausnahmen…. 😒

Natürlich sind Algorithmen ein sehr Aufwendiges Werkzeug und auch das ist der EU nicht fremd. So setzen sie klare Grenzen. So sind z.B. Forschungseinrichtungen und Organisationen komplett befreit. Also Wikipedia, Foren basierend auf Forschung. Und auch die Open Source Community, wird nicht beeinträchtigt, so wie GitHub es auf Ihrem Blog darstellt. Denn auch Code Bereitstellung Plattformen sind ausgeschlossenen, die nicht kommerziell tätig ist. Zudem betrifft das nur Plattformen, die Geld mit Urheberrechtsverletzungen verdienen. Sprich Twitter, Google YouTube, Facebook….

Und nein, ein kleines community forum brauch keine “Inhaltserkennungstechniken”, da dieses unverhältnismäßig ist. Auch das steht in der Richtlinie 😉.

Diese Maßnahmen wie beispielsweise wirksame Inhaltserkennungstechniken müssen geeignet und angemessen sein.

Aber warum regt sich dann jeder so darüber auf. Und unterschreibt Petitionen oder dreht ein YouTube Video.

Weil bei uns die Firmen Politik machen. Das ist leider so. Seit YouTube den #SaveYourInternet Hashtag ins leben gerufen hat und in dem Video darstellt, das es YouTube nach der Richtlinie nicht mehr so ist wie es mal war. Springt jeder ohne auch einmal nachzudenken auf den Zug mit auf. Das selbe betreibt auch Facebook und Twitter. Und jetzt meint auch noch GitHub die Angst der Personen / Nutzer zu verstärken. Mit Sätzen wie “Die Open Source Community ist in Gefahr.” Oder “ YouTube wird 2019 nicht mehr vorhanden sein”, hetzen die Plattformen die Nutzer auf die Politik. Und tatsächlich, es geht auch noch auf. Über eine Millionen Menschen haben Ihre Unterschrift auf eine Liste gegen die Politik und für die großen Konzerne gesetzt.

Aber warum machen die Konzerne das?

Es geht um Geld um viel Geld. Das haben zwar diese betreffenden Platformen, möchten dieses aber nicht ausgeben. YouTube z.B. verdient gerade mit jeder Urheberrechtsverletzung pures Geld. Das würde alles wegfallen. + Sie müssten ihr Content Id system optimieren. Auch das kostet viel Geld. Es müssen extra Mitarbeiter eingestellt werden. Die den Nutzern auf Anfrage erklären, nach welche Kriterien die “ Inhaltserkennungstechniken” funktioniert bzw. Entscheidet.

Klar diesen ganzen Aufwand und die damit verbundene kosten möchten die Plattformen sparen. GitHub z.B. müsste ihr Geschäftsmodell mit den “kostenpflichtigen” Privaten Repositorys umstellen.

Ich kann zu diesem Thema einen guten Bericht empfehlen:

Fazit

Dieser Beitrag soll euch zum Nachdenken anregen, wollt ihr wirklich alles für ein paar große Konzerne aufgeben? YouTube wird auch nach der Urheberechtsreform weiter den Europäischen Markt ansprechen. Denn dieser Verlust wäre viel zu groß.

Bei der DSGVO haben auch so viele Personen im Internet behauptet, das das Internet nun zerstört wird. Man ja nichts mehr machen könnte etc. Hat sich bei dir persönlich was geändert? Bis auf ein zwei Cookie Abfragen mehr?

Siehst du, so wird sich hier für die Privatperson auch nichts ändern.

Ich lege jeden ans ❤, lest euch in ruhe unvoreingenommen die Richtlinie durch. Und entscheidet dann auf Neutraler ebene, ob ihr wirklich ernsthaft eine Gefahr für das Internet sieht. Oder ob ihr vlt im Nachhinein diesen Beitrag sehr gut Nachvollziehen könnt. Uns setzt euren Namen nicht einfach nur auf eine Liste, weil es ja “alle” anderen auch machen.

In diesem Sinne, ich hoffe das die Abstimmung im Frühjahr 2019 nicht abhängig von irgendwelchen großen Konzernen ist. Die kein Geld für uns Menschen ausgeben wollen… Und vergesst nie, diese Plattformen sind abhängig von uns. Nicht andersherum.