Aktuelle Trends der Sharing Economy in Deutschland
Seit nicht allzu langer Zeit ist die Sharing Economy auch in Deutschland im Aufschwung. Dabei gibt es bestimmte Bereiche unseres Lebens, die von dieser Form zu wirtschaften schon heute profitieren. Andere, neue Bereiche hingegen werden noch erschlossen und in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Hier stellen wir beispielhaft auf dem europäischen Markt erfolgreich etablierte Branchen sowie Firmen vor. Zudem geben wir einen Ausblick auf solche, die noch eher am Anfang stehen.

Mobilität und Transport
Verstärkt zieht es die Menschen in die Städte. Hier gibt es Arbeitsplätze, Kultur und Bildungsangebote… doch einen geeigneten Parkplatz zu finden, ist meist ein Albtraum. Dennoch benötigen viele Städter Unabhängigkeit von öffentlichen Verkehrsmitteln. Sie möchten mobil sein ohne ein eigenes Auto zu besitzen. Hier sind Carsharing-, aber auch Bikesharing-Angebote eine praktische Lösung. Erstere sind in Deutschland bereits mit über 150 Firmen vertreten. Zum Teil steht dabei die Autoindustrie selbst mit ihren Autoflotten dahinter. So ist dies beispielsweise bei BMW mit DriveNow oder car2to von Daimler (siehe auch: Carsharing-News) der Fall. Diese Services sind im Gegensatz zu stadtmobil, welches in 100 Städten zu finden ist, nicht an bestimmte Stationen zur Abholung und Abgabe gebunden und erlauben maximale Flexibilität zur Autonutzung. Wer allerdings das Risiko vermeiden möchte, durch Staus Mehrkosten tragen zu müssen, kann in Berlin mit dem Start-Up drive by einfach per gefahrenen Kilometer bezahlen.
Fahrten zwischen verschiedenen Städten werden durch Mitfahrgelegenheiten wie das französische Unternehmen BlaBlaCar für Fahrer wie auch Mitfahrer zur Möglichkeit, Kosten zu sparen und dabei neue Menschen kennen zu lernen. Jeder registrierte Nutzer kann seine Fahrt auf der Online-Plattform anbieten und die freien Plätze an Mitfahrer vermieten, die die gleiche Strecke bestreiten wollen. Somit werden auch Reisen in fernere Städte innerhalb Europas häufig schon zu geringen Preisen möglich. Doch gerade für Backpacker und andere Reisende, ist die günstige Mobilität nur der Beginn der Sharing Economy.
Unterkünfte und Räume
Mit rund 800.000 zur Verfügung stehenden Unterkünften weltweit ist das amerikanische Unternehmen AirBnB Marktführer darin, Privatwohnungen, aber auch Zimmer, Häuser, gar Schlösser, an Gäste zu vermieten. Damit übertrifft es die Anzahl der Zimmer der Hilton-Hotelkette, ohne als Unternehmen selbst eine einzige Immobilie zu besitzen. Der Marktplatz der Online-Plattform verändert die Art zu Reisen und ermöglicht auch Menschen mit geringem Budget neue Orte kennen zu lernen. Die deutsche Alternative Wimdu ist bisher noch weniger bekannt. Wem persönliche Freundschaften am wichtigsten sind, kann die kostenlose Plattform Couchsurfing nutzen.
Doch nicht nur im Bezug auf Reisen werden die zweiseitigen Plattformen der Sharing Economy in Deutschland immer beliebter: auch auf dem deutschen Immobilienmarkt für Mietwohnungen beginnen sich Start-Ups wie McMakler und Domiando einen Platz zu ergattern, seitdem das Gesetz zu den Maklergebühren 2015 geändert wurde. In Zukunft wird es jedoch nicht bei dieser Art von Unterkünften bleiben. Schon jetzt werden auch erfolgreich Arbeitsplätze oder Büroräume geteilt.
Kleider und Medien
Der Kleiderkreisel ist ein Online-Secondhand Marktplatz auf dem jeder seine Kleidung tauschen oder verkaufen kann. Zudem gibt es in verschiedenen Städten auch Möglichkeiten Kleidung zu mieten anstatt sie zu kaufen. Ebenso verhält es sich mit Medien wie Büchern, CDs oder gar Kassetten. Alles, was häufig nur für den seltenen Gebrauch gekauft wurde, findet durch die Sharing Economy einen neuen Nutzen.
Essen, Lernen, Dienstleistungen, Logistik,…
Neben den beschriebenen Branchen werden wir uns in Zukunft auch Start-Ups zu verschiedenen Dienstleistungen, Teilen von Mahlzeiten, Sharing Economy des Lernens oder der Logistik und weiteren widmen. Im Gegensatz zu dem Markt in der USA sind diese Bereiche der Sharing Economy in Deutschland meist noch nicht weitläufig verbreitet. Dennoch nimmt die Zahl der Start-Ups und Investoren auch hier stetig zu.
