Auf der Suche nach Genosse Trend

In wenigen Tagen wählt das nördlichste Bundesland einen neuen Landtag — bis auf punktuelle Aufmerksamkeitsspitzen scheint das aber außerhalb von Schleswig-Holstein nur mäßig zu interessieren.

Auf den ersten Blick scheint es auch wenig welt- oder republikbewegend, was „die da oben“ so abstimmen. Die CDU hat kurzfristig ihre wenig bekannte Spitze gegen einen noch weniger profilierten Kandidaten ausgetauscht. Mit dem amtierenden Ministerpräsidenten an der Spitze setzt die SPD auf bewährte Gesichter.

Wahrnehmung ist schon Profilierung

Vor diesem Hintergrund scheint der Blick auf die Suchtrends zur Wahl wenig überraschend — das neuere Gesicht wird häufiger gesucht, gerade nach dem TV-Duell und der sich anschließenden medialen Bewertung kann sich Daniel Günther zunehmender Aufmerksamkeit erfreuen. Insgesamt aber alles auf einem niedrigen Niveau.

CDU: Gewinner ist die Bundespolitik

Auch wenn sich der frische CDU-Kandidat in der heißen Wahlkampfphase in einige Suchergebnisse vorkämpfen konnte, überwiegt zwischen Nord- und Ostsee doch das Interesse für bundespolitisches Personal.

SPD: Amtsbonus statt Schulz-Effekt

Bei den Sozialdemokraten hingegen ist natürlich ein Schulz-Effekt erkennbar, aber ebenso der Amtsbonus des Ministerpräsidenten.

Parteien: Endspurt-Events gegen den Trend

Dass „die anderen Parteien“ von sich reden machen, zeigt auch die Suchstatistik, wenn auch nicht immer in gleichem Maße. Während die AfD im Kampf um SERP-Plätze stets unter den Top-3-Plätzen zu finden ist, hat sich für die FDP als Partei selbst ihr Parteitag weniger aufmerksamkeitsfördernd gezeigt.

Während andernorts gerne die Suchtrends von Google als ein Indikator für Wahlausgänge genommen werden, ähnelt der Blick in die schleswig-holsteinische Statistik eher einer Kristallkugel aus Milchglas. Sofern es als „ausreichend“ empfundene Daten gibt, zeichnen diese Trends nach — als das sie Aufschluss gäben für das, was da noch kommen könnte. Das aber scheint im Trend zu liegen, denn auch die Umfragen erzeugen zwar Schlagzeilen, laborieren aber weiterhin nahe des statistischen Fehlers.


zuerst veröffentlicht auf wahl.de.