Remote arbeiten, kann das funktionieren?
Diese Frage haben sich bereits viele gestellt und in Zukunft wird sie immer mehr an Gewicht gewinnen. Es ist eine Generationenfrage, ob für Arbeitnehmer Homeoffice in Frage kommen würde, dies belegt eine Umfrage von Randstad.

Überraschend ist das nicht, denn die Vorteile liegen klar auf der Hand. Mehr Zeit für die Familie, flexibles Arbeiten und kein Stress mehr durch das Pendeln. Jeder der schon einmal zur Arbeit pendeln musste, kennt die Situation: Züge fallen aus und sind überfüllt, Busse verspäten sich und der Weg zur Arbeit zieht sich wie Kaugummi. Auch wenn der Weg ausnahmsweise nicht durch Verspätungen verlängert wird, der Zeitaufwand bleibt. Beispielsweise ist ein Mensch, der zwei Stunden am Tag für Arbeitswege auf sich nehmen muss, schnell bei 40 Stunden im Monat, die er nur in öffentlichen Verkehrsmitteln oder im eigenen Auto verbringt. Doch haben viele Unternehmen Sorge, dass ihre Mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten, weniger produktiv sind.
Eine ausführliche Stanford Studie belegt, dass die Produktivität der Mitarbeiter beim remoten Arbeiten signifikant steigt. Rund 500 Mitarbeiter der Chinesischen Reiseagentur Firma Ctrip wurden per Zufall in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe arbeitete für den Zeitraum der Studie von zu Hause aus während eine Kontrollgruppe im Büro arbeitete. Bei der Gruppe die von zu Hause aus arbeitete wurde eine Steigerung von 13% in der Produktivität festgehalten. Diese 13% entstanden zu 9% dadurch, dass die Angestellten seltener krank waren und freiwillig längere Schichten machten. Die anderen 4% waren eine reine Steigerung der Produktivität pro Minute. Nach der Studie, konnten die Arbeiter frei entscheiden, ob sie von zu Hause aus arbeiten oder weiter klassisch im Büro. Durch diese freie Wahl wurde der Produktionszuwachs beinahe verdoppelt. Des Weiteren fiel die Fluktuationsrate um über 50%. Diese Zahlen zeigen, wie Unternehmen von der remoten Arbeit profitieren können.
Ein weiterer wichtiger Faktor ist die Mitarbeiterzufriedenheit. Eine Studie von TINYpulse befragte 509 U.S. Angestellte, im Alter zwischen 25–44 Jahren, die von zu Hause aus arbeiten, wie zufrieden sie mit ihrer Arbeit sind. Die Ergebnisse wurden mit Daten von über 200.000 anderen Arbeitern verglichen. Auf einer Skala von 1–10 sollten die Befragten angeben, wie glücklich sie bei ihrer Arbeit sind. Im Schnitt wurde ein Wert von 8.10 bei den Arbeitern, die von zu Hause aus arbeiten, erreicht und lediglich ein Wert von 7.42 bei allen anderen Arbeitern. Diejenigen die remote arbeiten konnten, fühlten sich im Allgemeinen auch mehr wertgeschätzt.
All diese Zahlen deuten darauf hin, dass remotes Arbeiten nur Vorteile mit sich bringt. Mitarbeiter sind produktiver, zufriedener und es wird Geld für Büros gespart. Doch leider ist es dann doch nicht so einfach. Die Studien zeigen auch, dass die Mitarbeiter eher dazu neigen isoliert zu sein und sich zu überarbeiten, da die Grenze zwischen Privatleben und Arbeit immer weiter verschwimmt. Aufgrund dessen sollten Unternehmen und ihre Angestellten ein paar Dinge beachten.
Bei der remoten Arbeit kann es schnell passieren, dass man sich überarbeitet und das Gefühl hat, nie wirklich Feierabend zu haben. Die Selbstregulation ist ein wichtiger Faktor, um sich nicht zu überarbeiten und eine gesunde Work-Life Balance zu wahren. Angestellte die nur von zu Hause aus Arbeiten, sollten sich trotz der Flexibilität eine regulierte Arbeitszeit festlegen und diese mit ihrem Vorgesetzten absprechen. Zumindest sollten feste Zeiten existieren in denen der Mitarbeiter erreichbar ist. Flexibilität hat zwar große Vorteile doch kann man leicht in eine Falle der Unorganisiertheit geraten.
Besonders wichtig ist auch die soziale Interaktion. Während im Büro noch ein Team um einen herum sitzt und man in den Pausen mit unterschiedlichsten Kollegen in Kontakt kommt, fällt dies weg, wenn man nur von zu Hause aus arbeitet. Vorgesetzte sollten die soziale Vernetzung ihrer Angestellten fördern. Sei es über Social Media oder regelmäßige Teambuilding Maßnahmen bei denen der persönliche Kontakt im Vordergrund steht. Auch als Angestellter sollte man sich bemühen, ab und an mit seinen Kollegen und Kolleginnen in Kontakt zu treten. Sei es bei einem Kaffee oder einem gemeinsamen Mittagessen. Es ist immer förderlich, auch mal persönlich über das aktuelle Projekt sprechen zu können oder auch ganz einfach über die Vorgesetzten zu lästern.
Nicht jedes Unternehmen ist dafür geeignet ihre Mitarbeiter remote arbeiten zu lassen. Die Unternehmen die dies umsetzen können, sollten aber einiges beachten und viel Zeit darein investieren, eine Infrastruktur zu schaffen, die diese Art zu arbeiten zulässt. Es dürfen keine Vorurteile darüber herrschen, dass die Mitarbeiter weniger produktiv seien, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Den Angestellten sollte genug Flexibilität in ihrer Arbeit zugesprochen und nicht bei dem ersten Anzeichen von Misserfolg zurückgeschreckt werden. Der Prozess, Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben, remote zu arbeiten, ist weder einfach, noch schnell doch auf lange Sicht wird es sich lohnen.
Wie das remote Arbeiten funktionieren und förderlich sein kann zeigt die pimentaGROUP. Das junge IT Unternehmen aus Münster ist ein lebendes Beispiel für dieses System und sieht es als elementaren Bestandteil der Unternehmenskultur. Die pimentaGROUP bietet Unternehmen individualisierte Softwarelösungen, die von Experten in Entwicklung, Projektmanagement und Design erstellt werden. Das Konzept ist simpel, ein Kunde möchte eine Softwarelösung umgesetzt haben und die pimentaGROUP stellt für dieses Projekt ein Team zusammen, das dann das gewünschte Produkt entwickelt. Der Kniff ist, dass die Entwickler quer über den Globus verteilt sind und viele von ihnen Remote arbeiten.
Das Unternehmen hat Jahre investiert, um eine durchdachte Infrastruktur zu schaffen, die das Konzept der Heimarbeit unterstützt und viel Wert auf Transparenz in der Softwareentwicklung legt. Es wurden Tools entwickelt, die die Kommunikation zwischen den Team-mitgliedern unkompliziert und effizient halten. Der pimentaCHAT ist ein interner Chat, der es ermöglicht, immer den richtigen Ansprechpartner direkt zu kontaktieren. Die pimentaPLATFORM ermöglicht den Kunden, eine komplette Übersicht über alles was in ihrem Projekt passiert. Anwendungen wie Jira und Confluence von Atlassian ermöglichen einen reibungslosen Projektablauf.
Doch wie läuft das remote Arbeiten bei der pimentaGROUP denn nun genau ab? Jeder Entwickler, Projektmanager und Designer gibt in seinem pimentaGROUP Profil an, wann und zu welchen Zeiten er verfügbar ist. Dies bedeutet also, dass ein Entwickler selbst bestimmen kann, wann er arbeitet. Sei es nun ganz klassisch von 9–17 Uhr oder auch von 14–20 Uhr. Diese Zeiten können auch stets geändert werden und bieten ihnen Flexibilität in ihrer Arbeit. Im Unternehmen wird viel Wert auf die Vernetzung gelegt, die Talente dürfen und sollen Soziale Netzwerke während ihrer Arbeit nutzen, um im Kontakt mit ihren Kollegen zu bleiben. Jeder ist dazu angehalten, sein Wissen mit anderen zu teilen und Ideen einzubringen. Es wird über Verbesserungsvorschläge diskutiert und jeder hat die Möglichkeit, seine Idee vorzustellen und wird dabei ernst genommen. Um den Kontakt trotz räumlicher Trennung persönlicher zu gestalten, werden regelmäßig Videokonferenzen gehalten. So wird die soziale Interaktion zwischen den Mitarbeitern gefördert und ein Wir-Gefühl geschaffen.
Auch wenn es sich nicht in jeder Branche anbietet, seine Angestellten remote arbeiten zu lassen, ist es gerade in Bereichen wie IT und Kreativ-arbeiten eine Chance, die Produktivität seiner Mitarbeiter zu steigern. Ob ein Code nun im Büro oder zu Hause geschrieben wurde, macht am Ende keinen Unterschied. Doch unterscheidet sich die Produktivität und Zufriedenheit der Angestellten, die remote arbeiten, gegenüber denen, die im Büro sitzen. Kosten für teure Büros in Ballungszentren werden gespart und Ziele können schneller erreicht werden. Der Trend, remote Arbeiten zu wollen, wird in Zukunft noch größer und Unternehmen müssen dies ihren Angestellten ermöglichen um auf dem Personalmarkt nicht den Anschluss zu verlieren.

