Viele Fragen trotz Sauerstoffmangel

Die Katechesekirche in Bolechowice für die Pilger aus Würzburg. Foto: Antonia Schlosser

Aus ganz Deutschland kamen sie am Mittwochmorgen in einem kleinen Vorort von Krakau zusammen: Gruppen aus Augsburg, Erfurt, Schönstatt und Köln trafen sich mit den Unterfranken zur gemeinsamen Katechese mit dem Kölner Weihbischof Ansgar Puff. Auch junge Gläubige aus Österreich und der Schweiz strömten in die katholischen Kirche in Bolechowice.

Und wer denkt, ein Weltjugendtag kann nur laut sein, der irrt. Ganz still saßen die knapp 400 Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf Bänken, Boden und Stufen der Kirche und lauschten den Worten von Weihbischof Ansgar. „Ich hoffe, ihr habt alle gut geschlafen“, begrüßte er die teilweise noch etwas müde aussehenden Jugendlichen.

Thema der Katechese: Jetzt ist die Zeit für Barmherzigkeit. Die sei dringend notwendig, meinte der Weihbischof. Doch manchmal gebe es eben auch Versuchungen, die ihr im Wege stehen. Den Jugendlichen gab er mit auf den Weg, dass sie auf die Liebe Gottes vertrauen dürften. „Gott liebt Dich auch, wenn du Sachen falsch machst. Gott liebt dich so, wie du bist!“ Hier auf dem Weltjugendtag, sprach er, sollen die Jugendlichen die Begegnung und Gegenwart Jesu spüren. „Wir leben in einer Zeit, in der das Böse immer stärker wird. Es braucht Menschen wie euch, die bezeugen, dass Liebe die größte Kraft ist.“

Fragen über Fragen! Foto: Antonia Schlosser

Der Aufruf bewegte die Teilnehmer — und beschäftigte sie. Bei der anschließenden Fragerunde schnellten zahlreiche Finger in die Luft. Immer wieder wurden die Fragen gegenseitig mit Applaus quittiert. Einfach sind sie indes nicht: Was habe ich davon wie Jesus zu leben? Ist Gewalt nicht manchmal notwendig, um Schlimmeres zu verhindern? Wie steht es um den Beruf des Polizisten, der manchmal Gewalt anwenden muss? Ist es möglich jedem zu vergeben? Auf all die Fragen wusste der Weihbischof eine Antwort und erntete am Ende seiner Katechese tosenden Applaus. Obwohl die frische Luft zum Atmen in der kleinen Dorfkirche immer weniger wurde, feierten die jungen Gläubigen im Anschluss den Gottesdienst tatkräftig mit. Dabei durfte natürlich die Weltjugendtagshymne nicht fehlen, bei der sich die deutschsprachigen Pilger sogar in ihren Polnischfähigkeiten versuchten. Und das lässt sich mittlerweile wirklich hören!

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