Interface Wireframes skizzieren

Sketching Interface Wireframes

Egal ob Designer, Softwareentwickler, Produktmanager oder Start-Up Unternehmer: Heutzutage gibt es viele Möglichkeiten mit digitalen Tools Ideen zu visualisieren. Dabei wird die einfachste und effektivste Methode viel zu oft außer Acht gelassen: Skizzieren, mit Stift und Papier!

Workshop auf dem Waterkant Festival 2017 in Kiel

  1. Jeder kann skizzieren

Diese einfache Wahrheit gilt es zunächst zu verinnerlichen. Natürlich hat der ein oder andere Hemmschwellen zu zeichnen, weil er der festen Überzeugung ist die notwendigen Fähigkeiten nicht zu besitzen. Aber jeder schafft es mit einer schnellen Strichmännchen Skizze seinem Nebenmann darzustellen, was er heute morgen gemacht hat. Klar: nicht jeder ist der nächste Picasso, aber darum geht es auch nicht. Das Ziel einer Skizze in diesem Anwendungsgebiet ist es Inhalte zu übermitteln. Und da hilft ein wackliges Stichmännchen genauso, wie eine saubere Skizze, von geübter Hand.

2. Es geht um Inhalt — nicht um Ästhetik

Wenn es um die Konzeption von Interfaces, also Benutzeroberflächen einer Software, geht, dann kommen meist “Wireframes” ins Spiel. Dies sind stilisierte Elemente des Interface, wie Buttons, Menüs, Textboxen, Listen, usw. Die Wireframes stellen dabei nicht das finale Bild der Software dar, da sie keine Gestaltung, kein “Look&Feel”, beinhalten. Sie helfen in der Konzeptionsphase in der Softwareentwicklung allein auf die Konzeption zu fokussieren.

3. Skizzieren ist schnell

Eine Skizze ist schnell gemacht. Vor allem wenn einem klar ist, dass bereits mit wenigen unpräzisen Strichen eine Idee visualisiert werden kann. Insbesondere in der Ideationphase können so sehr viele Ideen visualisiert werden. Im Gegensatz dazu verleiten alle digitalen Werkzeuge (z.B. Sketch, Illustrator, Balsamique,..) schnell dazu zu viel zu machen. Nicht selten wird dann die Idee zu detailliert ausgearbeitet, bevor im Team Entscheidungen getroffen worden sind.

4. Skizzieren ist gemeinsames Denken

Wenn man über ein Interface spricht, entsteht bei Jedem ein Bild im Kopf. Bestenfalls hat jeder Teilnehmer ein ähnliches Bild im Kopf, aber häufig stellt man nicht unerhebliche Unterschiede im Laufe eines Projekts fest. Frühzeitiges Visualisieren ist der Schlüssel zu einem besseren gemeinsamen Verständnis. Keine Idee, kein Gedanke sollte unvisualisiert bleiben und zu jedem Meeting gehören Stift und Papier!

5. Eine Skizze ist kein Design

In der Konzeptionsphase gilt es Entscheidungen zu treffen, welche Struktur, Funktion, Inhalt und Usability betreffen. Es hilft dabei, das Thema Design (im Sinne von Look&Feel) zunächst auszuklammern. Digitale Werkzeugen erzeugen meist sehr präzisen Wireframes, die nicht selten fälschlicher Weise für das finale Produkt gehalten werden. Diese Gefahr erstickt man im Keim, wenn man skizzierte Wireframes nutzt. Nicht nur im internen Team, sondern auch in Abstimmungen mit Auftraggebern und Entscheidern.

Fazit: Skizzieren ist nicht nur für Designer

Die Vorteile von Skizzen sind klar. Also los, liebe Entwickler, Designer, Produktmanager und Unternehmer: Bringt eure Gedanken auf’s Papier!