Allwetter-Portfolio: Bewährte Basisanlage in einer zunehmend komplexen Welt.

wevest AG
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Feb 5 · 4 min read

Die Aktienmärkte rings um den Globus stehen im Plus. Nach dem miserablen letzten Quartal 2018 macht sich Erleichterung breit. Anscheinend war der Ausverkauf von risikobehafteten Anlagen im letzten Jahr übertrieben. Nur einen Monat später stehen die wichtigsten Börsen um 5%-6% höher. Auf der anderen Seite zeigen sich die Zinsen weiter niedrig, möglicherweise ein Anzeichen, dass viele Anleger noch vorsichtig agieren und ihr Geld in festverzinslichen Wertpapieren halten. Die 10-jährige Bundesanleihe steht wieder nur bei rund 0,15% und auch das Pendant in den USA bringt lediglich noch 2,7% Zinsen pro Jahr, nachdem diese im November noch bei 3,25% notierten.

Vergleich ausgewählter Indizes: Januar 2019 vs Q4/2018

Das Misstrauen in die jüngsten Kurssteigerungen ist vor dem Hintergrund der weiterhin hohen politischen Unsicherheit verständlich. Beim Handelsstreit zwischen USA und China ist es zwar ruhiger geworden, gelöst ist er indes noch lange nicht. Nach Großbritannien möchte man schon gar nicht mehr schauen, um nicht zu sehen, wie die dahinsiechende May-Regierung eine Schlappe nach der anderen einfährt. Und auch das provisorische Ende des Government-Shutdowns in den USA, der die Volkswirtschaft schätzungsweise immerhin 0,1% Wachstum gekostet hat, ist eben halt nur ein Provisorium. Ein Zustand übrigens, in dem sich Europa mit unseren hochverschuldeten Nachbarn schon seit mehreren Jahren befindet. Es wundert angesichts der Aussichten daher auch nicht, dass die aktuelle Lage von den Unternehmen wieder deutlich schlechter eingestuft wird. Der IFO-Index, in dem das Münchner IFO-Institut rund 9.000 Unternehmenslenker befragt, sank im Januar überraschend stark auf 99,1 Punkte und ist damit so schwach wie seit drei Jahren nicht mehr.

Angesichts der beschriebenen Risiken meiden viele Anleger die Aktien und haben sogar ihre Aktienquote im Zuge der Kursrückgänge im letzten Jahr verringert. Entsprechend konnten sie auch nicht im Januar profitieren. Leider führen solche — oft emotional gefällten — taktischen Anlageentscheidungen zu schlechten Ergebnissen. Daher nennt Charles Ellis — Bestsellerautor und Investmentvordenker — solches Markttiming auch „Verliererspiel“. Langfristig schaden solche Wetten auf kurzfristige Ereignisse, die nicht vorhersagbar sind, dem Erreichen der langfristigen Anlageziele. Es gibt allerdings eine Strategie, die nachweislich das Anlagerisiko senken und trotzdem gleiche Renditen wie Aktien erzielen kann. Diese Strategie heißt Diversifikation.

Sicherlich ist Ihnen die Diversifikation, also die Streuung des Vermögens auf unterschiedliche Anlagen, bereits geläufig. Was allerdings bei vielen Anlegern zu beobachten ist, ist eine einseitige Konzentration. Oft wird in „ausgewogene“ Portfolien mit 50% Aktienanteil investiert. Diese Gewichtung ist nicht per se schlecht, es ist nur eine Mogelpackung. Denn solch ein Portfolio wird zu über 90 Prozent von den Risiken der Aktien dominiert. Es ist also alles andere als „ausgewogen“ und wird sich auch entsprechend gut in positiven Aktienphasen entwickeln. Allerdings verliert es auch überproportional in Marktphasen wie Ende 2018.

Ein ausgewogenes Portfolio kann durch kluge Diversifikation das Risiko deutlich (um bis zu zwei Drittel) senken und trotzdem die Ertragschancen von Aktien bewahren. Ur-Vater dieser Idee ist Ray Dalio, der seit fast drei Jahrzehnten nach diesem Prinzip erfolgreich Gelder anlegt. Wie dies aussehen kann, soll am Beispiel des wevest Allwetter-Portfolios gezeigt werden:

Die wichtigsten globalen Aktienindices verloren im letzten Quartal 2018 zwischen -13% und -17%, der Deutsche Aktienindex brachte ein Minus von 13,8%. In dieser Zeit verlor auch das Allwetter-Portfolio, allerdings nur -5,3%. Das ist nur ein Drittel der Kursrückgänge der internationalen Aktienmärkte und damit auch etwa ein Drittel weniger, als die vom Analysehaus Morningstar beobachteten Mischfonds in der Kategorie „ausgewogen“. Neben der breiten Diversifikation des Allwetter-Portfolios ist vor allem die maßvolle Gewichtung der Aktienquote Grund für das bessere Abschneiden.

Im Januar stieg das wevest Allwetter-Portfolio mit +3,9% so stark wie die „ausgewogenen“ Vergleichsfonds von Morningstar und vollzog damit etwa 70% der Kurserholung der internationalen Aktienmärkte nach. Dieses Beispiel zeigt, dass ein ausgewogenes Risiko im Portfolio nicht nur die Verluste stark begrenzen, sondern auch ordentlich von steigenden Kursen profitieren kann.

Das Umfeld für Anlagen an den Kapitalmärkten bietet Chancen und Risiken gleichermaßen. Wann die Chancen und wann die Risiken dominieren, kann nicht vorhergesagt werden. Daher ist ein häufiges Umschichten oder auch ein „Warten auf den richtigen Einstieg“ zum Scheitern verurteilt.

Der Allwetter-Ansatz hat in den sehr herausfordernden vergangenen Wochen erneut unter Beweis gestellt, dass es seinem Namen als geeignetes Portfolio für alle Marktphasen absolut zu recht trägt.


Björn Siegismund ist als Chief Investment Officer für die Portfolioverwaltung unserer digitalen Vermögensverwaltung zuständig. Als solcher war er bereits vor seiner Zeit bei wevest für die größte Pensionskasse in Deutschland tätig und verwaltete dort mehrere Millarden Euro an Vermögen.

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