Der deutsche Mittelstand hat heute keinen effizienten Zugang zu Eigenkapital — Das ändert sich mit wevest

Der Mittelstand — Das Rückgrat der deutschen Wirtschaft

„German Mittelstand“ hat sich zurecht weltweit als Qualitätssiegel und Synonym für unternehmerische Erfolge etabliert. Von den rund 2,5 Millionen registrierten Unternehmen in Deutschland können 99,3% den KMUs zugerechnet werden. KMUs bilden nicht nur zahlenmäßig, sondern auch ökonomisch das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Über 50% der weltweiten Hidden Champions, also Unternehmen, die ihre jeweilige Branche als Marktführer dominieren, haben ihren Hauptsitz in Deutschland. Zugleich fungieren diese Unternehmen als wichtiges Bindeglied zwischen kleinen Unternehmen und großen Konzernen. Gemäß dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) wurden 2017 rund 35 % aller in Deutschland erzielten Umsätze durch KMUs erwirtschaftet. Auch auf dem Arbeitsmarkt spielen Sie eine zentrale Rolle. KMUs beschäftigen knapp 60% aller Arbeitnehmer und stellen gleichzeitig über 82% aller Ausbildungsplätze in Deutschland.

KMUs unter großem Veränderungsdruck

Doch auch der Mittelstand steht unter zunehmendem ökonomischen Druck. Nach Jahren des Aufschwungs kühlt sich das weltweite Wirtschaftswachstum seit Ende 2018 spürbar ab. Der Internationale Währungsfonds prognostiziert eine deutliche Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums, wovon insbesondere Deutschland als der Exportweltmeister getroffen wird. Erste Anzeichen sind bereits jetzt erkennbar. Aktuelle Zahlen des statistischen Bundesamtes zeigen, dass die deutsche Volkswirtschaft im 4. Quartal 2018 nur knapp an einer Rezession vorbei geschrammt ist. Der ifo Geschäftsklimaindex, der regelmäßig die Stimmung deutscher Manager abfragt, ist erstmals seit Dezember 2012 klar pessimistisch.

Zugleich verspürt der Mittelstand einen hohen Investitionsdruck, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Investitionsbedarfe resultieren insbesondere aus der voranschreitenden (1) Digitalisierung, (2) Globalisierung, (3) dem demographischen Wandel, und (4) einem verstärkten Innovationswettbewerb. Damit Deutschlands KMUs und damit die deutsche Wirtschaft in diesen herausfordernden Zeiten langfristig wettbewerbsfähig bleiben, müssen KMUs verstärkt investieren und sich neue Finanzierungsquellen erschließen.

Unternehmensnachfolgen erfolgreicher gestalten
Zugleich verstärkt der demografische Wandel die Nachfolgeproblematik. Heute werden jährlich bereits über 50.000 Unternehmen in Deutschland an einen Nachfolger übergeben — die Mehrheit davon aus Altersgründen. Damit stehen bis 2022 über 150.000 Unternehmensübertragungen an. Besteht die Möglichkeit der Nachfolgeregelung innerhalb der eigenen Familie nicht, stellt die Suche nach einem geeigneten Nachfolger viele Unternehmer heute vor große Herausforderungen. Auch hier ermöglicht die wevest durch Ihren innovativen Match-Making-Ansatz eine deutlich höhere Effizienz und Trefferwahrscheinlichkeit bei der Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Kapitalbeschaffung als Hürde für KMUs

Etablierte Finanzdienstleister wie Banken und institutionelle Investoren (bspw. Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen) sind regelmäßig nicht in der Lage diesen zusätzlichen Kapitalbedarf von KMUs zu decken. Hauptverantwortlich hierfür: Rigide Investment-Richtlinien und eine immer striktere Regulierung. Die Unternehmensfinanzierung ist in Deutschland immer noch von der klassischen Fremdkapitalfinanzierung durch die Hausbank geprägt. Im Nachgang der Finanzmarktkrise 2008 sind die Eigenkapitalanforderungen an Banken konsequent verschärft worden. Hierauf haben die Institute vielfach mit einer Reduktion der eigenen Risikopositionen reagiert. Von der im Ergebnis restriktiveren Kreditvergabe wurden auch KMUs getroffen. Fremdkapital fällt somit vielfach als zusätzliche Finanzierungsquelle aus, sofern die Unternehmen nicht auf innovative Finanzierungslösungen wie Crowdlending oder Crowdinvesting zurückgreifen möchten. Bleibt also die Frage nach der Erschließung zusätzlicher Eigenkapitalquellen. Auch hier tun sich KMUs in Deutschland traditionell schwer.

Etablierte Anbieter spielen nur bei hohem Volumen mit

Auch wenn das Emissionsvolumen von Initial Public Offerings (IPOs) und Direktbeteiligungen 2018 in Deutschland gestiegen ist, konnten KMUs von dieser Entwicklung kaum profitieren. 2018 war eines der besten Jahre für Börsengänge in Deutschland. Es wurde ein Volumen von über 11,6 Milliarden Euro emittiert. KMUs haben hiervon jedoch wenig profitiert. Die Eigenkapitalbeschaffung stellt sich seit jeher als schwer erschließbare Finanzierungsquelle für KMUs dar. Hauptgründe hierfür sind die im Corporate Finance dominierenden transaktionsvolumenabhängigen Gebührenmodelle. Die Begleitung einer Transaktion im siebenstelligen Bereich lohnt sich für die etablierten Anbieter im Markt vielfach nicht. In Anbetracht des hohen Gehaltsniveaus im Corporate Finance und dem geringen Standardisierungs- und Automatisierungsgrades ist dies durchaus nachvollziehbar. Eine unbefriedigende Gesamtsituation für die KMUs bleibt sie trotzdem. Zugleich sind die mit einem IPO oder Anleihensemissionen verbundenen Fixkosten (u.a. für die rechtliche Begleitung, Marketing, Prospekterstellung, etc.) signifikant und verhindern vielfach kleinvolumige Platzierungen.

wevest — Eine Treffpunkt für mittelständische Unternehmen und kapitalstarke Investoren

wevest ermöglicht KMUs unterhalb des SDAX einen einfachen und effizienten Zugang zu Eigenkapital und konzentriert sich damit auf Unternehmen, die vielfach aufgrund geringer Transaktionsvolumen durch die vorhandenen Anbieter im Markt (insb. Investmentbanken, Corporate-Finance Einheiten) nicht oder nur sehr unzureichend bedient werden.

Der Markt für unternehmerische Direktbeteiligungen ist heute weitgehend ein Netzwerkmarkt. In der Regel „kennt jemand, jemanden der interessiert sein könnte“. Verschiedene Anbieter versuchen hier mithilfe von Unternehmensbörsen Abhilfe zu schaffen. Eine umfassende Transparenz über das Angebot und die Nachfrage besteht jedoch nicht. Zugleich unterscheiden sich Investoren signifikant in ihrem Investmentverhalten, ihrer finanziellen Situation, dem Grad an Professionalität und nicht zuletzt ihrem generellen Hintergrund. Allen Investoren ist jedoch eines gleich: sie haben ein signifikantes Informationsdefizit gegenüber dem kapitalsuchenden Unternehmer. Dieser kennt sein Unternehmen und die aktuelle finanzielle und wirtschaftliche Situation besser als jeder andere. Entsprechend ist der Markt für Unternehmenstransaktionen heute durch hohe Suchkosten und signifikante Informationsasymmetrien geprägt. Das Ergebnis ist ein ineffizienter Markt, der durch hohe Transaktionskosten gekennzeichnet ist.

wevest schafft Transparenz und schließt Informationslücken

Ineffizienzen im Markt für direkte Unternehmensbeteiligungen können durch den Einsatz moderner Technologie signifikant reduziert werden. Die Unternehmerplattform der wevest schafft einen nachhaltigen Mehrwert für ihre Mitglieder, indem sie sowohl die Suche nach geeigneten Partnern vereinfacht und Transaktionen mithilfe eines Best-in-Class Prozesses strukturiert.

In einem ersten Schritt wird Transparenz auf der Angebots- und Nachfrageseite hergestellt. Kapitalstarke Investoren und kapitalsuchende Unternehmen können auf der Unternehmerplattform qualifizierte Finanzierungs- bzw. Investitionsmandate erstellen. Auf der Basis unseres innovativen, digitalen Matchmaking-Ansatzes werden Investoren und Unternehmer in einem mehrstufigen Prozess zusammengeführt. Die Vertraulichkeit personen- und unternehmensbezogener Daten ist entlang des gesamten Prozesses garantiert. Durch die strukturierte und stufenweise Bereitstellung von Informationen werden bestehende Informationsasymmetrien zwischen der Investoren- und Unternehmerseite effizient abgebaut. Kommt es zur Einigung können verschiedene spezialisierte Lösungsanbieter (u.a. Transaktionsberater, Rechts- und Steuerberater) direkt über die Plattform hinzugezogen werden. Hierbei versteht sich wevest als offene Plattform, die bestehenden Lösungsanbieter als Partner direkt einbezieht. Für alle transaktionsbeteiligten Parteien ermöglicht wevest damit eine strukturierte und effiziente Zusammenarbeit auf dem Weg zur schlussendlichen Transaktion. Das Ergebnis ist eine deutlich höhere Closing-Rate zu signifikant verringerten Kosten.

Nobelpreis für ineffiziente Märkte
George Akerlof (Wirtschaftsnobelpreisträger 2001) hat in seinem Aufsatz, „The Market for „Lemons“ anhand des Marktes für Gebrauchtwagen auf einfache Weise dargelegt, wie fehlende Informationen auf der Käuferseite einen Markt komplett zum Erliegen bringen können. Akerlof argumentiert, dass Gebrauchtwagen guter Qualität und solche mit Mängeln auf dem Markt für denselben Preis angeboten werden, da ein potenzieller Käufer die Qualität eines Fahrzeuges nicht einschätzen und nur kostspielig überprüfen kann. Dies führt dazu, dass Anbieter von hochwertigen Gebrauchtwagen ihren Verkaufspreis senken müssen und dass gleichzeitig Anbieter von „Blechkisten“ einen ungerechtfertigten höheren Preis verlangen können. Anbieter von Gebrauchtwagen guter Qualität werden sich konsequenterweise aus dem Markt zurückziehen. Damit nimmt die Qualität der angebotenen Fahrzeuge immer weiter ab und der Markt kommt schlussendlich zum vollständigen erliegen.
Die gleichen Informationsasymmetrien machen heute den Markt für unternehmerische Direktbeteiligungen sehr kostspielig. Ein potenzieller Investor kann nur durch signifikanten Aufwand detaillierte Kenntnisse über ein mittelständisches Unternehmen in Erfahrung bringen. Vertrauenswürdige Signale über die Qualität eines Unternehmens, wie beispielsweise ein öffentliches Rating liegen vielfach nicht vor. Hinzu kommt, dass sich die Suche nach einer geeigneten Direktbeteiligung als sehr zeitaufwändig erweist, da heutzutage schlicht keine Transparenz auf der Angebots- und Nachfrageseite herrscht. Im Falle, dass sich ein Investor und ein Unternehmen dennoch finden, erweist sich der Prozess zum Abbau der bestehenden Informationsdefizite auf der Investorenseite als zeitintensiv und teuer. Im Ergebnis ist der Markt für kleinvolumige Direktbeteiligungen in KMUs aus Investorensicht bisher unattraktiv.

Schlusswort

Durch die Unternehmerplattform wird der Wirtschaftsstandort Deutschland gestärkt. Das Ziel ist eine deutliche Effizienzsteigerung im Markt für Unternehmenstransaktionen. Mithilfe moderner Technologie reduziert wevest Suchkosten und Informationsasymmetrien im Markt für direkte Unternehmensbeteiligungen und hilft unternehmerische Erfolge und Wachstum für den deutschen Mittelstand zu ermöglichen.

Sie sind interessiert? Dann melden Sie sich jetzt unverbindlich zum Pre-Launch der Unternehmerplattform an und gehören Sie nach dem Go-Live im 2. Halbjahr 2019 zu den ersten Mitgliedern.


Über den Autor

Jens Siebert, CEO der wevest Digital AG

Jens Siebert ist CEO der wevest Digital AG und verantwortet in dieser Position die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Vom Berater bei KPMG in Berlin über den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken kam er zu wevest.


Quellen

Akerlof, G. A. (August 1970). The Market for “Lemons”: Quality Uncertainty and the Market Mechanism. The Quarterly Journal of Economics; Vol. 84 №3, S. 488–500.

BDI. (Oktober 2018). Digitalisierung im Mittelstand. Bundesverband der deutschen Industrie: Die Digitalisierung im Mittelstand, S. 6–9.

Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. (2018). Wirtschaftsmotor Mittelstand, Zahlen und Fakten zu den deutschen KMU. Berlin: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Demary, M. (2015). IW-Bankenmonitor 2015: Schleppende Kreditentwicklung trotz oder wegen der Rekapitalisierungsfortshritte. IW-Trends, S. 95–113.

EU-Commission for Enterprise and Industry; Centre for Strategy & Evaluation. (2014). Evaluation of Market Practices and Policies on SME Rating. n.p.: EU-Commission for Enterprise and Industry.

Euler Hermes; Roland Berger. (2018). Finanzierung von Familienunternehmen in Deutschland. Hamburg / München: Euler Hermes; Roland Berger.

EZB — Europäische Zentralbank. (2007). Corporate Finance in the Euro Area, Task Force of the Monetary Policy Commitee of the European System of Central Banks. Frankfurt am Main: Occasional Paper Series, Nr. 63.

ifo Institut, Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung an der Universität München e.V. (2019). ifo Geschäftsklimaindex fällt. München: ifo Institut.

Institut der deutschen Wirtschaft Köln. (2016). Entwicklung der Unternehmensfinanzierung in Deutschland. Köln: Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Institut für Mittelstandforschung. (19. Februar 2019). Institut für Mittelstandforschung. Von KMU-Definition des IfM Bonn: https://www.ifm-bonn.org/definitionen/kmu-definition-des-ifm-bonn/ abgerufen

Prauß, M. (12. Februar 2019). Smarter Mittelstand. Handelsblatt, S. 24–25.

Statistische Bundesamt. (14. Februar 2019). destatis.de. Von Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2018 auf dem Niveau des Vorquartals: https://www.destatis.de/DE/PresseService/Presse/Pressemitteilungen/2019/02/PD19_050_811.html abgerufen

Statistisches Bundesamt. (19. Februar 2019). Destatis.de. Von Anteile kleiner und mittlerer Unternehmen an ausgewählten Merkmalen 2016: https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesamtwirtschaftUmwelt/UnternehmenHandwerk/KleineMittlereUnternehmenMittelstand/Tabellen/Insgesamt.html abgerufen

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung. (2016). Innovativer Mittelstand 2025 — Herausforderungen, Trends und Handlungsempfehlungen für Wirtschaft und Politik. Berlin: Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.