Investmentbanking vor dem Aus?Blockchain-Finanzierungen über Token nehmen Fahrt auf.

Es fing alles mit dem Bitcoin an. Einfache Zahlungen über ein dezentrales Netzwerk ohne zentrale Institutionen. Vertrauen ohne Vertrauen. Ursprünglich als reine Datenbank gedacht wurde die Technologie über die vergangenen Jahre stetig weiterentwickelt und zahlreiche Anwendungsgebiete neu entdeckt. Insbesondere in der Finanzbranche.

Blockchain-Finanzierung: Einmal einfach erklärt.

Blockchain ist überall dort nützlich, wo es um viele Transaktionen geht. Bei all den Diskussionen ist in den vergangenen Jahren der Begriff “Token” besonders oft gefallen. Ein Token ist dabei nichts weiter als eine Recheneinheit auf der Blockchain - also eine modifizierte Version einer Kryptowährung wie Bitcoin.

Jetzt wird’s spannend. Mit Smart Contracts lassen sich Token heute zum Beispiel wie Aktien- Anleihen oder auch sonstige Finanzinstrumente (Genussrechte, Derivate, etc.) strukturieren. Und das ohne Investmentbank.

Klingt erstmal nicht unmöglich. Aktuell fehlt dem Markt ein umfänglicher rechtlicher Rahmen um eine flächendeckende Anwendung zu realisieren. Länder wie Malta, Liechtenstein, Estland oder auch die Schweiz nähern sich bereits mit großen Schritten in Richtung eines regulierten Crypto-Ökosystems.

Der Markt bewegt sich in Richtung regulierter Token. Der Mittelstand wird profitieren.

Ende Januar 2019 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erstmals den Prospekt für ein elektronisches Wertpapier (Emittentin: Bitbond) genehmigt. Mit diesem voll regulierten Security Token Offering (STO) ist ein Meilenstein in der Regulierung von elektronischen Wertpapieren erreicht worden. Zugleich hat das Bundesfinanzministerium und Bundesjustizministerium die Schaffung eines sicheren Rechtsrahmens für Security Token angekündigt.

Beim Bitbond STO lagen die Kosten mit geschätzten 0,6 Prozent des geplanten Emissionsvolumens bei einem Bruchteil dessen, was Unternehmen im Rahmen von Wertpapieremissionen ansonsten aufwenden müssten. Es ist nicht verwunderlich, dass bereits über 100 weitere Prospekte und Anträge für elektronische Wertpapiere bei der BaFin vorliegen und auf die Genehmigung warten.

Diese Entwicklungen dürften insbesondere für den deutschen Mittelstand eine große Signalwirkung haben. Für traditionelle Investmentbanken und Corporate Finance Dienstleister kamen diese Unternehmen oft aufgrund ihrer Größe als Mandanten nicht in Frage. Das zeigt sich insbesondere daran, dass KMUs vom stark ansteigenden IPO-Volumen der vergangenen Jahre kaum profitieren konnten. Deren Zugang zu Eigenkapital bleibt stark eingeschränkt und könnte sich mithilfe tokenbasierter Unternehmensfinanzierungen wieder deutlich öffnen.

Die digitale Investmentbank.

Die Idee einer digitalen Investmentbanking-Lösung zur Schließung der Finanzierungslücke bei KMUs ist letzten Sommer entstanden. Als Unternehmer stehen wir oft im Gespräch mit vielen jungen und/oder etablierten Unternehmern aus den unterschiedlichsten Branchen. Neben den großen Themen wie Digitalisierung oder Globalisierung fällt uns immer wieder auf, dass das aktuell dringendste Thema eine nachhaltige Finanzierungslösung für Ihre “Lebenswerke” ist. Der Erfolg in anderen Bereichen ist nämlich unmittelbar an die Möglichkeit geknüpft, ausreichend Kapital für Investitionen in die Zukunft sammeln zu können.

Wir verbinden gute Ideen mit Kapital.

Aus dem Grund bieten wir deutschen KMUs erstmals einen einfachen und zeitgemäßen Zugang zu Eigenkapital. Hierfür sind zwei Faktoren entscheidend: Erstens, eine schnelle, einfache und kostengünstige Suche nach passenden Investoren. Zweitens, ein effizienter und bequemer Finanzierungsprozess — auch bei kleineren siebenstelligen Transaktionsvolumen.

Bei uns hinterlegen Unternehmer im Rahmen eines einfachen Onboardings ihr Kapitalgesuch auf der Plattform. Auf der Basis unseres innovativen, digitalen Matchmaking-Ansatzes werden diese Profile in einem mehrstufigen Prozess mit Käuferprofilen kapitalstarker Investoren zusammengeführt. Damit bietet wevest KMUs einen deutschlandweiten Zugang zu attraktiven Investoren und identifiziert auf Basis unseres Matchmaking-Algorithmus den/die optimalen Partner.

Mit Blockchain gestalten wir die Transaktionsabwicklung noch günstiger und bequemer.

Dass technologische und finanzielle Anforderungen immer mehr miteinander verschmelzen ist klar. Nur in Kombination können Kunden auf ein zufriedenstellendes Banking zugreifen. Durch die Nutzung von Blockchain-Technologie sehen wir gerade für Unternehmen inbesondere in der Transaktionsabwicklung zahlreiche Vorteile.

Die Entwicklung unserer Emissionsplattform für elektronische Wertpapiere steht kurz vor dem Abschluss. Die wevest Wallet inkl. Recovery Funktion ist entwickelt und erfolgreich im Rahmen einer internen Transaktion getestet. Auch ist es uns gelungen eine Emission technisch auf der Blockhain umzusetzen. Mehr News (insbesondere für welche Blockchain wir uns entschieden haben) erfahren Sie in den kommenden Wochen oder direkt im wevest Produktraum.

Zwar bleiben sowohl der Sekundärmarkthandel als auch die Regulatorik von Blockchain-Finanzierungen eine spannende Frage, an der in den nächsten Jahren an vielen Fronten gearbeitet werden wird, jedoch sehen wir in den aktuellen politischen Entwicklungen einen eindeutigen Fortschritt, den auch wir tatkräftig unterstützen.


Dass Investmentbanking vor dem Aus steht, würden wir so nicht behaupten. Banking braucht dennoch schon seit längerem ein digitales, nutzerzentiertes Upgrade, das den Fokus auf Leichtigkeit und Effizienz legt. Mit der digitalen Investmentbank wird es ab dem 2. Halbjahr 2019 endlich eine solche Antwort für den deutschen Mittelstand geben. Und die kommt direkt von uns. Der wevest.


Über den Autor

Jens Siebert, CEO der wevest Digital AG

Jens Siebert ist CEO der wevest Digital AG und verantwortet in dieser Position die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Vom Berater bei KPMG in Berlin über den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken kam