Investments in Kunst. Kommt mit Blockchain die Marktöffnung?

Die Niedrigzinsphase hält weiter an und die aktuelle Inflationsrate frisst Guthaben auf den Sparbüchern. Weil viele Anleger aufgrund negativer Erfahrungen (Dotcom, Bankenkrise 07/08) deutlich risikoscheuer gegenüber Aktien geworden sind, bietet sich für einige Anleger ein Blick auf alternative Anlageklassen an. Investments aus Leidenschaft in physische Güter werden attraktiver. Unser Fokus heute: Kunst.

Carlos Ficola
Apr 25 · 5 min read

Blockchain und Kunst. Endlich auch für das Portfolio privater Anleger?

Vielleicht kennen Sie bereits diese Situation: riesige Menschentrauben bilden sich im Louvre vor dem wohl berühmtesten Gemälde der Welt - der Mona Lisa. Doch auch Gemälde von weltberühmten Künstlern wie Picasso oder Salvador Dali genießen bei vielen Besuchern hohen Anklang. Der Mensch ist seit jeher fasziniert von Kunst und insbesondere Gemälde sind seit Jahrhunderten ein beliebtes Sammlerstück der Reichen und Schönen. Das spannende an Kunst ist, dass sie in den verschiedensten Formen auftreten kann. Als Gemälde, modern oder abstrakt aber auch einfach als antiker Gegenstand wie beispielsweise eine einfache Vase. Eines haben jedoch alle Kunstwerke gemein: für den Besitzer sind sie schön anzusehen.

Aber sind Gemälde ein reines Prestigeobjekt für das Auge, oder auch eine attraktive Anlageklasse für private Investoren?

Kunst. Kein Markt wie jeder anderer.

Bevor man sich mit dem Kunstmarkt auseinandersetzt, muss einem zuerst bewusst sein, dass der Markt für Gemälde einem Preis-Spiel folgt. Es gibt, anders als bei Anleihen, keine rationalen Gründe, welche für oder gegen ein Werk sprechen. Bei Aktien besteht die Möglichkeit die verschiedenen Unternehmen miteinander anhand von Fundamentaldaten zu vergleichen, während bei Gemälden das Ansehen des Künstlers, das Zeitalter der Entstehung, der persönliche Geschmack sowie der “aktuelle Marktpreis” eine große Rolle spielen.

Kunst ist ein Paradebeispiel des sogenannten Veblen-Effekt. Gemälde, wie auch teure Sportwagen, gehören zu den Veblen-Gütern. Das heißt, dass die Nachfrage steigt, sobald der Preis steigt, da ein hoher Preis Exklusivität bedeutet. Dies bedeutet jedoch auch, dass die Kunstwerke im Gegensatz zu Aktien weitaus weniger liquide sind. Die Angebotsphase für Werke kann sich von Wochen bis über Jahre hinweg ziehen. Ein Vorteil des Kunstmarktes hingegen ist, dass er gegen äußere Einflüsse weitgehend immun ist. Konjunkturschwankungen, politische Instabilität oder hohe Arbeitslosenquoten belasten den Kunstmarkt nicht.

Wir stellen fest, dass der Kunstmarkt ein spezieller Markt ist, der nur schwer mit anderen Märkten zu vergleichen ist, da er seinen eigenen Gesetzten folgt. Es lohnt sich also Experten zu Rat zu ziehen, bevor man blindlings ein Gemälde kauft und auf eine Wertsteigerung hofft.

Schön für das Auge. Auch für das Portemonnaie?

Die Grafik zeigt: mit Kunst lässt sich in der Tat viel Geld verdienen. Besonders wenn der Künstler ein hohes Ansehen genießt wie beispielsweise Leonardo Da Vinci. Im November wurde das Gemälde “Salvator Mundi” für 450,3 Millionen USD an einen Prinzen aus Saudi-Arabien verkauft.

2018 wurden auf dem globalen Kunstmarkt über 70 Milliarden USD umgesetzt.

Wer Gemälde kauft, um damit einen Gewinn zu erzielen, sollte gemäß Kunstexperten aktuell in zeitgenössische Kunst investieren. Sean Scully’s Grey Red (2012) zum Beispiel, wurde 2016 für rund 850.000 USD gekauft und bereits 1,5 Jahre später für mehr als 1,5 Millionen USD weiterverkauft (Rendite von ~ 86%). Der Käufer des Gemäldes All I’ve heard (1988) konnte das Werk im Jahr 2000 für weniger als 40.000 USD erwerben und 17 Jahre später für mehr als 2,5 Millionen USD verkaufen. Dies entspricht einer Rendite von +6.550 % oder einer jährlichen Rendite von 28%.

Dass der Handel mit Gemälden aber auch nach hinten losgehen kann, musste der russische Milliardär Dmitri Rybolowlew schmerzlich erfahren. Er konnte ein Gemälde des renommierten Künstlers Gauguin nur unter 72 % Verlust verkaufen.

Ein Spiel für die Reichen?

Kunst kann hohe Renditen abwerfen, eine Einstiegs-Hürde jedoch ist der oft hohe Preis, welchen man für Gemälde zahlen muss. Experten raten zudem erst ab 1 Mio. Euro in Gemälde zu investieren, da nebst dem Kaufpreis noch viele zusätzliche Kosten anfallen. Zum einen müssen die Gemälde fachgerecht aufbewahrt werden, dazu kommen noch Kosten für Versicherungen und auch die Gutachten von Experten, welche die Echtheit des Werkes überprüfen.

Nicht ganz zu Unrecht haftet dem Kunstmarkt deshalb dem Ruf an, nur einem sehr elitärem und wohlhabendem Klientel vorbehalten zu sein.

Blockchain als Schlüssel zur Kunstwelt.

Finanzinnovationen machen auch vor dem Kunstmarkt nicht halt und haben ohne Zweifel das Potential bestehende Investitionshürden zu überwinden. Beim Thema Kunst spielt Asset Tokenisierung eine signifikante Rolle. Eigentumsrechte auf der Blockchain können im Kunstmarkt einen Demokratisierungs-Effekt ins Rollen bringen und den Markt einer breiteren Anlegerschaft zugänglich machen. Anleger können „Tokens“ erwerben und dadurch Teil-Eigentümer einer physischen Wertanlage (Gemälde) werden.

Dass dieser Prozess erfolgsversprechend ist, wurde im August 2018 bewiesen. Das Gemälde „14 Small Electric Chairs“, von niemand geringerem als Andy Warhol, wurde im Rahmen einer Blockchain Auktion versteigert. Die Käufer haben insgesamt mehr als sechs Millionen Token gekauft und so mehr als 6.5 Millionen Dollar gezahlt.

Der passende Rahmen für Deutschland muss noch geschaffen werden.

Dank Asset Tokenisierung wird der Kunstmarkt perspektivisch einem größeren Kreis von Anlegern zugänglich gemacht. Da es sich dabei jedoch um eine neu geschaffene Anlageklasse handelt, besteht zurzeit in Deutschland noch kein rechtlicher Rahmen dafür. Das Bundesfinanz- und Justizministerium arbeiten jedoch bereits mit Hochdruck und in enger Abstimmung mit der Finanzindustrie an einem sicheren rechtlichen Rahmen für Asset Tokenisierung in Form eleketronischer Wertpapiere. Gemäß dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, soll die entsprechende Gesetzgebung im Sommer 2019 präsentiert werden.

wevest Fazit.

Der Kunstmarkt ist eine interessante alternative Anlageklasse, mit der sich beachtliche Renditen erzielen lassen. Doch als Außenstehender sollte man sich nicht von den positiven Zahlen täuschen lassen. Neben der oft hohen Einstiegsinvestments sind die vielfach signifikanten laufenden Kosten und Kaufnebenkosten zu berücksichtigen, welche die Rendite beachtlich schmälern können. Als Laie sollte man daher dringendst einen Experten zu Rat ziehen bevor man den Schritt in den Kunstmarkt wagt.

Neben unserem Service für Unternehmensfinanzierungen auf der Basis von elektronischen Wertpapieren arbeiten wir mit Nachdruck an einem Service für Asset Tokenisierung. Das Ziel — die spannende Anlageklasse Kunst endlich einer bereiteren Anlegerschaft zu eröffnen.


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Über die Autoren

Didier Goepfert, Head of Product

Didier Goepfert verantwortet als Head of Product die Blockchain-Aktivitäten der wevest Digital AG. Didier hält einen MBA der ESMT Berlin und ist Guest Lecturer für FinTechs & Marketplaces an der TU Berlin.

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Carlos Ficola

Written by

Working Student at wevest Digital AG and International Business Student at HTW Berlin

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