Security Token als Alternative zur klassischen Unternehmensfinanzierung.

KMUs bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft — nicht nur zahlenmäßig. Bei der Unternehmensfinanzierung — insbesondere auf der Eigenkapitalseite tun sie sich jedoch traditionell schwer. wevest ermöglicht KMUs die einfache und kostengünstige Emission von regulierten Wertpapieren nach deutschem Recht. Die Abwicklung erfolgt effizient über die Blockchain. Damit erhalten auch nichtgelistete Firmen bereits ab einstelligen Millionenbeträgen Zugang zum Kapitalmarkt.

wevest AG
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Apr 23 · 6 min read


Dem Mittelstand fehlt ein effizienter Zugang zu Eigenkapital

“German Mittelstand” hat sich zurecht weltweit als Qualitätssiegel und Synonym für unternehmerische Erfolge etabliert. Doch auch mittelständische Unternehmen verspüren einen zunehmend hohen Investitionsdruck, um die eigene Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Investitionsbedarfe resultieren insbesondere aus der voranschreitenden (1) Digitalisierung, (2) Globalisierung, (3) dem demographischen Wandel, und (4) einem verstärkten Innovationswettbewerb. Damit Deutschlands KMUs und damit die deutsche Wirtschaft in diesen herausfordernden Zeiten langfristig wettbewerbsfähig bleiben, müssen KMUs verstärkt investieren und sich neue Finanzierungsquellen erschließen.

Etablierte Finanzdienstleister wie Banken und institutionelle Investoren (bspw. Versicherungsgesellschaften, Pensionskassen) sind regelmäßig nicht in der Lage diesen zusätzlichen Kapitalbedarf von KMUs zu decken. Hauptverantwortlich hierfür: Rigide Investment-Richtlinien und eine immer striktere Regulierung. Die Unternehmensfinanzierung ist in Deutschland daher immer noch von der klassischen Fremdkapitalfinanzierung durch die Hausbank geprägt. Im Nachgang der Finanzmarktkrise 2008 sind die Eigenkapitalanforderungen an Banken allerdings konsequent verschärft worden. Hierauf haben die Institute vielfach mit einer Reduktion der eigenen Risikopositionen reagiert. Von der im Ergebnis restriktiveren Kreditvergabe wurden auch KMUs getroffen. Fremdkapital fällt somit vielfach als zusätzliche Finanzierungsquelle aus, sofern die Unternehmen nicht auf innovative Finanzierungslösungen wie Crowdlending oder Crowdinvesting zurückgreifen möchten. Bleibt also die Frage nach der Erschließung zusätzlicher Eigenkapitalquellen. Auch hier tun sich KMUs in Deutschland traditionell schwer.

Auch wenn das Emissionsvolumen von Initial Public Offerings (IPOs) und Direktbeteiligungen 2018 in Deutschland gestiegen ist, konnten KMUs von dieser Entwicklung kaum profitieren. 2018 war eines der besten Jahre für Börsengänge in Deutschland. Es wurde ein Volumen von über 11,6 Milliarden Euro emittiert. KMUs haben hiervon jedoch wenig profitiert. Die Eigenkapitalbeschaffung stellt sich seit jeher als schwer erschließbare Finanzierungsquelle für KMUs dar. Hauptgründe hierfür sind die im Corporate Finance dominierenden transaktionsvolumenabhängigen Gebührenmodelle. Die Begleitung einer Transaktion im siebenstelligen Bereich lohnt sich für die etablierten Anbieter im Markt vielfach nicht.

Zugleich sind die mit einem IPO oder Anleihensemissionen verbundenen Fixkosten (u.a. für die rechtliche Begleitung, Marketing, Prospekterstellung, etc.) signifikant und verhindern vielfach kleinvolumige Platzierungen.

Security Token als neue Form der Unternehmensfinanzierung.

Der Markt für Unternehmensfinanzierung sieht sich zunehmend in großem Maße Finanzinnovationen ausgesetzt. Die Blockchain-Technologie hat hierbei das Potenzial, die traditionelle Unternehmensfinanzierung und das klassische Wertpapiergeschäft drastisch zu verändern. Und zwar mit sogenannten Security Token.

Security Token Offerings (STOs) sind aus den sogenannten Initial Coin Offerings (ICOs) hervorgegangen. Über 10 Mrd. USD wurden zwischen 2017 und 2018 via ICOs in junge Unternehmen investiert. Im Rahmen dieser ICOs wurden bisweilen typischerweise Utility Token herausgegeben.

Utility Token bieten einen trügerischen Vorteil: Aufgrund der gewählten Strukturierung qualifizieren sie sich nicht als Wertpapier. Das bedeutet, dass die regulatorischen Anforderungen im Rahmen der Emission auf ein Mindestmaß gesenkt und der Finanzierungsprozess stark vereinfacht werden konnte. Eine Prospektpflicht im Rahmen eines öffentlichen Angebots bestand nicht. Damit öffnete die Ausgabe von Utility Token im Rahmen von ICOs Tür und Tor für qualitativ minderwertige und vielfach sogar betrügerische Investitionsvorhaben.

Auch wenn nicht alle ICOs über einen Kamm geschert werden können ist das Vertrauen in den Markt schwer erschüttert. Der große ICO-Hype aus den Jahren 2017/2018 ist definitiv vorbei. Der Markt hat sich neu sortiert und die Vorteile einer sinnvollen und vertrauensbildenden Regulierung erkannt. Das Ergebnis: Security Token, oder besser elektronische Wertpapiere.

Die Vorteile für Unternehmen überwiegen.

Ein Security Token unterscheidet sich in einer Hinsicht eindeutig von Utility Token. Während Utility Token lediglich an das Versprechen geknüpft sind, dass sie möglicherweise in der Zukunft nützlich oder wertvoll sein werden, verhalten sich Security Token wie klassische Wertpapiere. Sie sind direkt an Gewinn- oder Umsatzversprechen gekoppelt und lassen sich in dieser Funktion mit Aktien vergleichen. Dadurch unterliegen sie auch geltenden Wertpapiervorschriften. Die wesentlichen Eigenschaften von Wertpapieren - insbesondere die Verbriefung von Rechten (bspw. Mitbestimmung, Gewinnausschüttungen etc.) - werden in Security Token mithilfe von Smart Contracts abgebildet und sind damit programmierbar. Man kann zurecht von elektronischen Wertpapieren sprechen.

Auch festverzinsliche Finanzprodukte (z.B. klassische Schuldverschreibungen), die Investoren das Recht auf eine zeitlich festgelegte Auszahlung von Zinsen und die Rückzahlung des Nominalbetrags am Ende der Laufzeit einräumen, können als elektronische Wertpapiere abgebildet werden.

Wo steht der Markt heute und wie steht es um die Regulierung?

Ende Januar 2019 hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) erstmals den Prospekt für ein elektronisches Wertpapier (Emittentin: Bitbond) genehmigt. Mit diesem voll regulierten Security Token Offering (STO) ist ein Meilenstein in der Regulierung von elektronischen Wertpapieren erreicht worden. Zugleich hat das Bundesfinanzministerium und Bundesjustizministerium die Schaffung eines sicheren Rechtsrahmens für Security Token angekündigt.

“Beim Bitbond STO lagen die Kosten mit geschätzten 0,6 Prozent der Gesamtsumme bei einem Bruchteil dessen, was Unternehmen ansonsten aufwenden müssten.”

Es ist nicht verwunderlich, dass bereits über 100 weitere Prospekte und Anträge für elektronische Wertpapiere bei der BaFin vorliegen und auf die Genehmigung warten.

Mit wevest endlich digitales Investment Banking für KMU’s. Die Zukunft der Eigenkapital-Investments.

Wir bieten KMUs einen einfachen und zeitgemäßen Zugang zu Eigenkapital. Hierfür sind zwei Faktoren entscheidend: Erstens, eine schnelle, einfache und kostengünstige Suche nach passenden Investoren. Zweitens, ein effizienter und kostengünstiger Finanzierungsprozess — auch bei kleineren siebenstelligen Transaktionsvolumen.

Hierfür hat wevest die Unternehmerplattform entwickelt. Auf der Plattform hinterlegen Unternehmer Ihr Kapitalgesuch. Auf der Basis unseres innovativen, digitalen Matchmaking-Ansatzes werden Unternehmer und Investoren in einem mehrstufigen Prozess zusammengeführt. Damit bieten wevest KMUs einen deutschlandweiten Zugang zu attraktiven Investoren und identifizieren auf Basis unseres Matchmaking-Prozesses den/die optimalen Partner. Die Vertraulichkeit personen- und unternehmensbezogener Daten ist entlang des gesamten Prozesses garantiert. Kommt es zur Einigung entscheidet das Unternehmen, ob es eine klassische Transaktionsabwicklung (bspw. mithilfe eines Beteiligungsvertrags) wünscht, oder die Finanzierung durch ein elektronisches Wertpapier abbilden möchte. In beiden Fällen unterstützt sie die wevest mit Ihrem starken Partnernetzwerk bei der optimalen Umsetzung.

Im Vergleich bietet die Transaktionsabwicklung mithilfe elektronischer Wertpapiere jedoch signifikante Vorteile:

  • Zugang zum Kapitalmarkt: Günstiger und schneller Zugang zum Kapitalmarkt. Bereits ab 1 Mio. EUR
  • Effiziente Emission: Automatisierte Prozesse ohne Intermediäre. Bis 8 Mio. EUR ohne Wertpapierprospekt
  • Rechtliche Sicherheit: Voll reguliertes und genehmigtes Wertpapier nach deutschem Recht.
  • Eigen- und Fremdkapitalzugang: Ausgestaltung als Schuldverschreibung oder Genussrecht bietet maximale Flexibilität

Bei wevest entscheiden Unternehmer jederzeit flexibel über die Ausgestaltung ihrer Finanzierung. Auf bislang unentbehrliche Intermediäre (Banken, Anwälte) kann weitgehend verzichtet werden, sodass nicht nur der Prozess als solcher optimiert, sondern auch signifikant die Kosten gesenkt werden können. Die daraus entstehenden Preisvorteile werden von uns direkt an die Unternehmen weitergegeben. Als reguliertes Finanzinstitut bringen wir hierbei die notwendige regulatorische und technologische Kompetenz mit, um Ihr unternehmerisches Vorhaben finanziell zum Erfolg zu verhelfen.

Willkommen zu etwas Großem.

Unser Netzwerk wächst stetig und so auch die Liquidität innerhalb der Plattform. Für Unternehmer bedeutet das ein attraktiver Pool an potentiellen Lead-Investoren aus unserer hauseigenen und in die Plattform integrierten Vermögensverwaltung.

Investment Banking braucht schon seit längerer Zeit ein Upgrade. Mit der Unternehmerplattform liefern wir endlich die zeitgemäße Alternative. Maßgeschneidert an die Bedürfnisse von Unternehmern, denn so sollte Banking funktionieren.



Über die Autoren

Didier Goepfert verantwortet als Head of Product die Blockchain-Aktivitäten der wevest Digital AG. Didier hält einen MBA der ESMT Berlin und ist Guest Lecturer für FinTechs & Marketplaces an der TU Berlin.

Jens Siebert ist CEO der wevest Digital AG und verantwortet in dieser Position die strategische Weiterentwicklung des Unternehmens. Vom Berater bei KPMG in Berlin über den Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken kam.

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