Schwarzarbeit oder Nebenjob? — das sind unsere Community Richtlinien

Worin besteht eigentlich der Unterschied zwischen Schwarzarbeit, Nachbarschaftshilfe und Selbsthilfe? Brauche ich als Helfer bei Whats2doo ein eigenes Gewerbe? Und muss ich nach jedem ToDo eine Rechnung ausstellen? Wir wollen hier mal ein bisschen Licht ins Dunkel bringen!


Schwarzarbeit?!

Laut § 1 des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes handelt es sich um eine illegale Beschäftigung, wenn beispielsweise ein Auftraggeber nach vollendeter Arbeit keine Sozialabgaben abführt. Ähnliches gilt für Arbeitnehmer. Sie sind verpflichtet alle Einkünfte ordnungsgemäß zu versteuern, ansonsten können sie mit einer Geldbuße bestraft werden. Beschäftigte, die Sozialleistungen empfangen sind ebenfalls dazu verpflichtet alle Nebeneinkünfte bei den Behörden zu melden. Des Weiteren müssen sich Handwerker mit einem stehenden Gewerbe in die Handwerksrolle eintragen, ansonsten gilt dies ebenfalls als illegale Beschäftigung.

Es gibt jedoch Ausnahmen!

Solange die Tätigkeit nicht „nachhaltige auf Gewinn gerichtete Dienst- oder Werkleistungen“ beinhaltet, sondern die Hilfsbereitschaft im Vordergrund steht, ist dies keine Schwarzarbeit. Hierzu zählt zum Beispiel auch die Nachbarschaftshilfe.


Nachbarschaftshilfe

Die Nachbarschaftshilfe erlaubt Arbeiten von Angehörigen, Lebenspartnern oder Nachbarn, ohne dass dabei das Schwarzarbeiterbekämpfungsgesetz verletzt wird. Dabei ist es sogar erlaubt die Helfer dafür zu entlohnen. Der festgelegte Betrag sollte jedoch ausschließlich ein „geringes Entgelt“ enthalten. Welchen Betrag dieses Entgeld umfasst ist gesetzlich jedoch nicht festgelegt. Wichtig ist hierbei, dass die Dienstleistungen nicht regelmäßig stattfinden. Solltest du beispielsweise bei immer dem gleichen Auftraggeber wöchentlich babysitten oder die Wohnung reinigen, ist dies der Minijobzentrale zu melden und ein entsprechender Vertrag aufzusetzen, wodurch auch die Unfallversicherung während der Tätigkeit greift.

Jedoch ist es durchaus möglich beim gleichen Auftraggeber mehrfach auszuhelfen oder in bestimmten Zeiten mehrmals wöchentlich bei verschiedenen Auftraggebern Hilfsdienste zu erbringen, ohne der Meldepflicht zu unterliegen.

Wie kann ich meine Tätigkeiten zur Nachbarschaftshilfe korrekt anmelden?

Du hast die Möglichkeit eine „Freiberufliche Tätigkeit gemäß § 18 Einkommenssteuergesetz“ oder eine „Gewerbliche Tätigkeit gemäß § 15 Einkommenssteuergesetz“ anzumelden. Je nach Art der Dienstleistung, Tätigkeit und Einkünfte bedeutet dies, dass du ein Klein- bzw. Nebengewerbe besitzt. Jedoch dürfen deine Gesamteinkünfte innerhalb eines Jahres den Betrag von 17.500€ nicht überschreiten.

Wie muss ich meine Einnahmen aus Nachbarschaftshilfe versteuern?

Egal ob du nun ein Nebengewerbe besitzt oder nicht, du solltest in jedem Falle eine ordentliche Rechnung ausstellen bzw. ausstellen lassen. Auf dieser Quittung sollten alle Angaben zu Name, Anschrift, Dienstleistungsart, Höhe des Betrags, sowie Datum und Unterschrift vorhanden sein. Bei Beträgen über 250€ ist eine entsprechende Rechnung mit allen notwendigen Rechnungsangaben gemäß § 11 Umsatzsteuergesetz Pflicht. Im Rahmen eurer Einkommenssteuererklärung müssen dann alle Einkünfte des letzten Jahres dem Finanzamt gemeldet werden.

Müssen auf Einnahmen aus Nachbarschaftshilfe Sozialversicherungsabgaben abgeführt werden?

Inwieweit auch Sozialversicherungsabgaben gezahlt werden müssen, ist insbesondere in Abhängigkeit des Versicherungsstatus aufgrund sonstiger Beschäftigungen oder Ausbildungen von Fall zu Fall unterschiedlich.

Kann ich die Kosten für Dienstleistungen aus Nachbarschaftshilfe von meiner Einkommenssteuer absetzen?

Ja! Auftraggeber können Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen unter bestimmten Voraussetzungen in ihrer Einkommenssteuererklärung geltend machen. Dabei ist es wichtig, dass die Dienstleistung in der Wohnung, im Haus oder auf dem Grundstück ausgeführt wird. Dazu gehört zum Beispiel die Reinigung der Wohnung, Gartenarbeiten, Pflegedienstleistungen, Kinder- & Haustierbetreuung, Hausmeisterleistungen, der Winterdienst, sowie Arbeits- Fahrt oder Maschinenkosten. Jedoch ist die Rückerstattung pro Jahr auf bis zu 4.000€ an haushaltsnahen Dienstleistungen und bis zu 1.200€ an Handwerkskosten beschränkt. Des Weiteren ist es wichtig, dass das Gehalt nicht bar, sondern per Überweisung gezahlt wird, ansonsten erkennt das Finanzamt den Steuerabzug nicht an. Auch eine Bestätigung der Barzahlung auf einer Rechnung ändert nichts an dieser Regelung. Weitere Infos hierzu finden sich in § 35a Einkommenssteuergesetz.

Keine Bezahlung bei Selbsthilfe

Bei der Selbsthilfe kommt es ausschließlich auf die Gegenseitigkeit an. Das bedeutet, das euch ein befreundeter Handwerker beim Fliesen legen helfen darf wenn ihr ihm im Gegenzug in der neuen Wohnung die Wände streicht. Wichtig ist hierbei, dass kein Geld fließen darf!


HINWEIS: Es gibt insbesondere in den einzelnen Bundesländern regionale gesetzliche Besonderheiten und jederzeit mögliche Veränderungen aufgrund neuer Rechtsprechungen. Die Whats2doo GmbH übenimmt keine Verantwortung für die Richtigkeit aller Angaben. Für rechtssichere Auskünfte gilt es, sich bei einer Steuerberatung oder entsprechenden Rechtsanwaltskanzlei zu informieren.

Wenn du noch weitere Fragen zu unseren Richtlinien hast oder mehr über uns erfahren möchtest, dann besuch uns auf unserer Website oder schreib uns wie immer gern auf Twitter, Instagram oder Facebook!

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