Back to the Future II — Warum die Zukunft der Arbeit anders wird als wir denken

This post was published the day the future started 21. October 2015 via the German HuffPost

Heute ist es endlich soweit. Der 21.10.2015. Der Tag an dem Marty McFly in “Back to the Future” aus dem Jahr 1985 in die Zukunft reist. Wer erinnert nicht das Hoverborad auf dem er seinen Verfolgern davonschwebt. Herrlich! Für mich seitdem ein Kindheitstraum, den es leider noch nicht auf Amazon zu kaufen gibt. Dennoch lag Robert Zemeckis mit vielen seiner Prognosen für das Jahr 2015 erstaunlich richtig (Holo Brillen und Videotelefonie sind nur zwei davon).

Man muss nicht allzu genau hinschauen, um zu sehen, dass nicht alles eingetreten ist, wie für 2015 vorausgesagt: zum Beispiel fällt auf, dass niemand im Jahr 2015 in dem kleinen Örtchen Hill Valley auf sein Smartphone starrt. Die Menschen gehen spazieren und unterhalten sich noch dabei! Definitiv nicht in unserem 2015. Es sei denn es handelt sich um ein Parallel-Universum. Und dann natürlich der Klassiker: die Kündigung von Marty kommt im Film per Fax. Präziser: in jeden Raum seines Hauses per Fax. Das zeigt, wie gut wir auf vorhandenen Ideen aufbauen und diese in die Zukunft konstant also “linear” weiterspinnen können (z.B. Telefonieren + Bildschirm = Videotelefonie).

Disruptive Entwicklungen allerdings, also solche die alles umkrempeln und tiefgreifend sind, liegen ausserhalb unserer Vorstellungskraft. Sie haben meist keinen fixen, erfassbaren Startpunkt im Hier und Jetzt und gehen dann völlig durch die Decke. Das macht es uns unmöglich diese genau vorauszusagen oder richtig einzuschätzen (vgl. “Technologie skaliert exponenziell — nur leider ‘denken’ wir so nicht”). So etwas wie das Internet und damit auch internetfähige Smartphones auf die den ganzen Tag lang gestarrt wird, und die nicht nur einen Zweck, wie z.B. Telefonieren erfüllen, waren im Jahr 1985 nicht nur fern der Realtität, wie fliegende Autos, sondern schlicht nicht zu erahnen.

Was sagt uns das über die Zukunft der Arbeit?

Wir werden mit vielen Dingen richtig liegen und mit einigen Dingen richtig falsch. Und das ist gut so. Um neben dem Fax nur einen Klassiker aus den letzen Jahren zu nennen: “Der Blackberry bleibt das Geschäftssmartphone Nummer 1 — das iPhone hat nämlich keine Tasten” — ja klar. Genau das eröffnet zahlreiche Chancen die Zukunft der Arbeit mitzugestalten. Neue Unternehmen, neue Produkte und neue Dienstleistungen. Verrückte Ideen, die erst mit einem Handwisch abgetan werden, nur um später zu erzählen man wäre ja einer der ersten gewesen, die an diese Idee geglaubt haben. Wer dazu bereit ist, die verrückten Fragen zu stellen, wird auch mit neuen Sichtweisen und später vielleicht auch Ideen belohnt. Es bleibt allerdings solange verrückt, bis die Realtität sie bestätigt.

Verrückte Fragen, die aus der Zukunft auf heute zurückblicken, sind in meinen Augen solche, die die Ernsthaftigkeit aus einem Thema nehmen, zum Schmunzeln und “Out-of-the-Box” Denken anregen (Disclaimer zum Brainstormen: Weder habe ich die ultimativen Fragen noch auf jede Frage eine Antwort. Daher sind weitere Ideen und Fragen in den Kommentaren willkommen):

  • Wie seid ihr ins Internet gegangen als es noch keine Computer gab? → Herrliche Frage und fast wie im Film unmöglich zu erklären. Wie erklärt man “das Internet” für jemanden der nach 2010 geboren ist.
  • Wieviele Sekunden musste man früher warten, bevor man von jemanden eine Antwort bekommen hat? → Warum kann man die schon schnelle Kommunikation per Whatsapp, Snapchat, Slack etc. nicht noch mehr beschleunigen, indem Antworten von Algorithmen erahnt werden?
  • Wieso musste man einen Vertrag unterschreiben, um für jemanden zu arbeiten? → Ja warum eigentlich, wenn projektbezogenes, flexibles Arbeiten und ständig wechselnde Arbeitgeber die Norm sind. Reicht da nicht etwas Einfacheres als Verträge?
  • Was war ein Führerschein? → Wer braucht den noch, wenn es selbstfahrende Autos gibt, die weniger Unfälle bauen und Freunde sich vor allem am iPhone/online austauschen?
  • Was war E-Mail? → Es gibt heute schon schnellere Kommunikationsmedien, mit weniger Formatierungszwang, als eine E-Mail. In China kommt man z.B. ohne WeChat dem chinesische Whatsapp Konkurrenten im Geschäftsalltag nicht klar.
  • Was meint Oma mit “offline”? → Ich kann die Cloud/No-Cloud oder Digital Detox/Work-Life Diskussion nachvollziehen, dennoch glaube ich, dass es “offline” gehen in ein paar Jahren nicht mehr geben wird. Vielleicht wird der “Ruhemodus” mehr genutzt, aber mit einem Prioritätsanruf/-nachricht komme ich immer zu jemanden durch. But who knows.
  • Habt ihr echt noch für Geld gerarbeitet? → Mmh?
  • Waren nicht alle krank, wenn man den ganzen Tag gesessen und getippt hat? → Ähm, nun ja?
  • Was ist mit googlen gemeint? → Eine Welt ohne Google?

Ich für meinen Teil stelle mir gerade die Frage, warum sich nach “Back to Future” alle so auf das Hoverboard eingeschossen haben, das braucht doch eigentlich kein Mensch. Obwohl, na gut — wenn ich es mir recht überlege: genau das war es doch, was die Zukunft so cool und verrückt gemacht hat. Und genau deswegen haben wir uns so sehr auf heute gefreut.

Christoph Magnussen ist Unternehmer und als Geschäftsführer von Blackboat.com mit seinem Team unterwegs auf Mission seinen Kunden zur “Zukunft der Arbeit” zu verhelfen. Kurz gesagt: neue Wege der Zusammenarbeit und Kommunkation in Firmen zu etablieren, die weiterhin wachsen und für die nächste Generation an Kunden und Mitarbeitern attraktiv bleiben wollen. Das Blackboat Entwickler- und Beraterteam arbeitet mit Cloud Tools, wie Google for Work, Slack oder Pipedrive.

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