El Niño — Das globale Wetterphänomen

El Niño ist für die Fischer von Peru nichts Neues. In der Tat ist ihnen das Wetterphänomen, bei dem die Fischbestände alle drei bis sieben Jahre zur Neige gehen, durchaus bekannt. Steigende Meerestemperaturen verursachen, dass sich Fische in kältere Gebiete zurückziehen oder sterben — und die Fischer damit ihre Lebensgrundlage verlieren. Aber hier hören die Effekte El Niños nicht auf.

WFP Deutsch
Aug 1, 2017 · 3 min read

El Niño beschreibt eine Verschiebung der Wetterbedinungen auf der ganzen Welt, die einfach gesagt durch starke Erwärmung im äquatorialen Pazifik entsteht. Alle drei bis sieben Jahre bringen die steigenden Meerestemperaturen die Luft darüber zum Aufsteigen — mit ganz unterschiedlichen Folgen: Während es in Teilen Asiens und Mittelamerikas Dürren die Ernten vertrocknen lassen, kann es gleichzeitig zu Überschwemmungen in Ostafrika kommen. Wissenschaftler sagen, dass die Auswirkungen El Niños jedes Mal unterschiedlich sind, aber sie gelten in diesem Jahr als die stärksten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Da die Landwirtschaft entscheidend vom Wetter abhängt, bedroht El Niño vielerorts die Ernährungssituation der Menschen.

Wer ist am meisten gefährdet?

Für viele arme Menschen weltweit sind Viehzucht und Landwirtschaft die Haupteinkommensquellen. Zusätzlich leben viele von ihnen in Entwicklungsländern, die aufgrund ihrer geografischen Lage besonders durch Klimakatastrophen gefährdet sind. So leiden Familien in Zentralamerika von Guatemala bis Nicaragua seit zwei Jahren unter einer Dürre und allein in Äthiopien hat sich der Bedarf an humanitärer Hilfe aufgrund massiver Ernteausfälle bereits verdreifacht.

Nach aktuellen Schätzungen können sich weltweit 10 Millionen Menschen aufgrund von El Niño nicht ausreichend ernähren. Die Auswirkungen des Wetterphänomens werden jedoch erst 2016 ihr volles Ausmaß erreichen, sodass WFP die Unterstützung in betroffenen Regionen höchstwahrscheinlich massiv erhöhen muss.

Was kann dagegen getan werden?

WFP beobachtet, wie sich El Niño entwickelt und versucht die Bevölkerung nicht nur in Krisenzeiten, sondern auch im Vorfeld zu unterstützen. Dafür kooperiert WFP mit Meteorologen und versendet Wetterinformationen per SMS oder über das Radio an Bauern. In Hochwassergebieten werden Landwirte geschult, wo sie ihre Tiere im Falle einer Überschwemmung unterbringen, wie sie Nahrungsmittel lagern oder auch welche Pflanzen sie anbauen können. Die R4 Rural Resilience Initiative in Malawi, Sambia, Äthiopien und Senegal schützt Gemeinden vor den Folgen einer Dürre durch eine Kombination aus Versicherungen und dem Aufbau von Ersparnissen, und hilft ihnen alternative Einkommensquellen zur Landwirtschaft zu finden — sodass sie im Falle von Wetterdisastern abgesichert sind. Auf dem Klimagipfel in Paris wurde das WFP-Instrument FoodSECuRE vorgestellt, die Bevölkerung vor Klimakatastrophen schützen soll, bevor sie eintreten.

Veröffentlicht am 23. Dezember 2015

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Der Blog des UN World Food Programme (WFP)

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Offizieller Kanal des UN World Food Programme (WFP). WFP ist die größte humanitäre Organisation der Welt und bekämpft Hunger weltweit. Mehr unter: de.wfp.org

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