Welternährungstag: Konflikte schüren Hunger — WFP appelliert für Frieden

WFP Deutsch
Oct 16, 2017 · 3 min read

Der Welternährungstag am 16. Oktober 2017 steht nach Ansicht des UN World Food Programme (WFP) ganz im Zeichen von weltweitem Frieden. Das bekräftigt WFP-Exekutivdirektor David Beasley in seinem Appell zum internationalen Gedenktag. Von 815 Millionen Menschen, die weltweit Hunger leiden, leben 489 Millionen in Konfliktregionen.

Der Zusammenhang zwischen Hunger, Konflikt und Flucht sei eindeutig, so Beasley. Er befürchtet, dass bisherige Fortschritte im Kampf gegen Hunger durch die weiter ansteigende Flüchtlingszahlen zunichte gemacht werden können.

Flucht vor Gewalt in Myanmar. Seit Ende August 2017 sind bereits über eine halbe Million Kinder, Frauen und Männer ins Nachbarland Bangladesch geflohen — und es werden täglich mehr. Frauen stehen an einem Verteilungszentrum an, um Nahrungsmittel für sich und ihre Familien zu erhalten.
Die Zustände in den überfüllten Flüchtlingscamps sind katastrophal. Es fehlt an sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Gesundheitsversorgung.

“Von den 13 größten Nothilfe-Operationen weltweit, die WFP betreut, befinden sich zehn in Konfliktregionen. Am heutigen Welternährungstag denken wir daher an alle Menschen, die sich nach Frieden sehnen“, so Beasley weiter. „Ich rufe die Machthaber aller Staaten auf und ebenso jene die bewaffnet sind: Beendet die Gewalt jetzt!”

Nach mehr als zehn Jahren ist die Zahl der Hungernden weltweit erstmals wieder angestiegen. Das geht aus dem UN-Bericht “The State of Food Security and Nutrition in the World 2017” hervor, der im September erschienen ist. Demnach sind 815 Millionen Menschen von Hunger betroffen — elf Prozent der weltweiten Gesamtbevölkerung. 489 Millionen leben in Krisen- und Konfliktregionen, wo sie sich kaum selbst versorgen können.

Im Südsudan unterstützt WFP Menschen in entlegenen und schwer erreichbaren Gebieten aus der Luft: die abgeworfenen Nahrungsmittel werden von Partnerorganisationen in Empfang genommen und anschließend verteilt.

“Ich komme gerade aus Bangladesch, wo ich erleben musste, wie Familien daran zerbrechen, dass man ihnen in Myanmar alles genommen hat. Sie mussten mit ansehen, wie ihr Haus niederbrannte. Sie mussten fliehen, ihre Höfe und ihre Arbeit verlassen. Nach diesem Albtraum suchen sie nun hungernd und mangelernährt nach Schutz.”

Die Studie belegt weiterhin, dass in den vergangenen 25 Jahren in vielen Ländern große Fortschritte gemacht wurden und die Zahl der Hungernden deutlich reduziert wurde. Diese Verbesserungen gelten allerdings nicht für die meisten Länder in denen Konflikte vorherrschen.

Seit sechs Jahren: Die Krise in Syrien und den Nachbarländern ist eine der größten und längsten Nothilfe-Operationen von WFP. Vor allem die lange Dauer weltweiter Konflikte stellt die humanitäre Hilfe vor große Herausforderungen.

In kriegsgeplagten Ländern und Regionen, in denen die Landwirtschaft und der Handel zum Erliegen gekommen sind und die Wirtschaft kollabiert ist, kostet eine einfache Mahlzeit zumeist mehr, als der tägliche Lohn einbringt. Im Zuge dessen hat WFP einen Index entwickelt, mit dem der Preis für einen Teller Nahrung in 33 Entwicklungsländern mit dem täglichen Einkommen der Bürger verglichen werden kann. Mit deutlichen Ergebnissen: Für ein einfaches selbstgekochtes Mittagessen im Südsudan müsste ein New Yorker Einwohner 321 US-Dollar seines Gehalts aufwenden.

Mehr Informationen zum Zusammenhang zwischen Hunger und Konflikt finden Sie hier.

Enorme Nahrungsmittelpreise im Südsudan: Um alle sechs Kinder einmal satt zu bekommen, müsste ein New Yorker Einwohner umgerechnet knapp 1.900 US-Dollar seines monatlichen Gehaltes aufwenden.

Kontext

Der Blog des UN World Food Programme (WFP)

Kontext

Der Blog des UN World Food Programme (WFP)

WFP Deutsch

Written by

Offizieller Kanal des UN World Food Programme (WFP). WFP ist die größte humanitäre Organisation der Welt und bekämpft Hunger weltweit. Mehr unter: de.wfp.org

Kontext

Der Blog des UN World Food Programme (WFP)