stempelberechtigt
Ein Wort, erfunden für alles Behördliche, könnte man meinen. Der Dunst frisch gebohnerten Bodens, der Schweiß der zum warten Verdammten, das Klicken der Tafel mit den Wartenummern, unwirsche Töne eines gelangweilten Beamten; all das atmet dieses Wort beinahe aus. Tatsächlich begegnet es einem aber in einer Bäckerei, in der man die Frage nach der Sammelkarte zögernd bejaht hat und man dann sehr freundlich darauf hingewiesen wird, dass zwar der Kaffee, nicht aber die dazugehörige Breze stempelberechtigt seien, da sie den Einzelpreis von zwei Euro unterschreitet.
Wie eigenartig es doch ist, dass dieses Wort, das eher einem Grenzer oder einem anderen Beamten mit situativer Autorität zuzuordnen wäre, in einem so warmen wie herzlichen Umfeld dieser kleinen Bäckerei auftaucht. Sprache schafft Realität, durchbricht und konterkariert sie aber auch.

