Case Study: Customization Ideen im Ideas Sprint

Fallstudie zur Ideenentwicklung rund um “Customization” mithilfe von Design Thinking, Prototyping und Testing in 3 Tagen

Franziska Luh
Jun 25, 2018 · 7 min read

Oft kommen Kund:innen mit Trendthemen zu uns, zu denen sie “mal was machen wollen” — z.B. ein großer FMCG Hersteller, der sich näher mit (Mass) Customization beschäftigen wollte. Das klingt erstmal wage, kann aber gut konkretisiert und in wenigen Tagen umgesetzt werden.

Das Ziel: Neue Produkt- und Servicekonzepte entwickeln, die speziell auf Kund:innen zugeschnitten also “customized” sind.

Wie funktioniert ein Ideas Sprint?

Den Begriff Ideas Sprint haben wir vom Design Sprint abgeleitet, denn wir bedienen uns wichtiger Elemente aus dessen Vorgehensweise — Schnelligkeit, einfaches Prototyping und Testing. Und so geht das:

Schritt 1: Insights und Parabelflüge

  • Pinterest Boards
  • physischen Kollagen
  • Video Stories

Parallel dazu besteht ein wichtiger Teil der Vorbereitung in der Auswahl eines kreativen Sprint Teams. Wir kombinieren Kund:innen, Kreative und Startup Gründer:innen, die radikaler denken als eingesessene Unternehmen. Im “Customized” Ideas Sprint waren z.B. ein Startup Gründer mit einer App für Retail Marketing, eine Storytellerin, ein UX Designer, eine Software Entwicklerin und der Business Developer eines digitalen Marketing Baukastens dabei.

Schritt 2: Szenarien, Dekonstruktion und Neuordnung

Der erste Teil des Tages nennt sich bei uns “Initialzündung” und sorgt mit einer Übung namens “Aktives Zuhören” dafür, dass alle Teilnehmer schnell ins Thema kommen und Erkenntnisse sofort systematisieren und nutzen können.

Beim “Customized” Ideas Sprint gab es zunächst eine knackige Einführung in Customization und dann einen Blick in die Welt der potentiellen Zielgruppe anhand von O-Tönen von Entwicklern und Nutzern von Customized Experiences: Was ist spannend? Was ist kompliziert? Welche Wünsche bleiben offen? Im Anschluss sammelten wir erste Gedanken von unserem Team und welche Hebel sich aus diesen Insights ergeben.

Die erste Ideenrunde erfolgt gleich im Anschluss. Hierfür verwenden wir zunächst Techniken, die bestehende Treiber vertiefen bzw. zuspitzen. Extreme sind hier wichtig. Eine Bewertung und Harmonisierung mit den Markenwerten ist im Anschluss zielführender als von vornherein als “Fessel” mitgeführt zu werden. So gab es im “Customization” Ideas Sprint eine Exploration von gesellschaftlichen Extremszenarien — sei es eine Welt, die sich nur noch ums eigene Ich dreht oder eine, in der wirklich alles, was nicht schnell und bequem ist, sofort abgelehnt wird.

Im zweiten Teil des Tages werden die Ideation Techniken durch Elemente der Dekonstruktion explorativer, um auf wirklich neue Ideen zu kommen. Mögliche Spielfelder und Produktkonzepte triggern wir gern durch haptische Entdeckungsreisen, z.B. mit den “Space Bags”.

Alle Ideen werden in einem einfachen, aber konkreten Konzeptformat festgehalten und gescribbelt. Am Ende von Tag eins werden auf dieser Basis die Top fünf bis acht Ideen ausgewählt. Im “Customization” Ideas Sprint waren es beispielsweise sechs Ideen mit einigen Untervarianten fürs Prototyping.

Schritt 3: Prototyping und Testing

Gleichzeitig beginnt das Setup des Nutzertests am nächsten Tag. (Die Rekrutierung der Teilnehmer ist von vorab erfolgt, sobald in der Vorbereitung die Zielgruppe klar umrissen wurde.)

Der dritte Sprint Tag beginnt mit dem qualitativem Testing mit Zielgruppenvertreter:innen. Hierfür verwenden wir einen Fragebogen. Ähnlich zum Design Sprint Testing* starten wir mit einer unkommentierten Vorlage der Idee und Visualisierung und hören dann erstmal zu. Erst im Anschluss hakt der Interviewer nach und hilft Nutzern die Hintergründe ihrer Reaktionen zu elaborieren. Kund:innen sind angehalten als Beobachter dabei zu sein, oft auch remote, ermöglicht durch eine Live Übertragung. Ziel ist es, die tatsächliche Relevanz an realen Reaktionen zu lesen und aus der kleinen Stichprobe Ableitungen für Wirksamkeit treffen zu können. Die Erkenntnisse fassen wir gleich im Anschluss zusammen.

Schritt 4: Aktionsplan und Stakeholder abholen

Schritt 5: Nächste Zündungsstufe vorbereiten

Abschliessende Tipps für deinen Innovationsprozess

2. Startup-Impulsgeber ändern die Perspektive und haben keine Scheu Bestehendes zurückzulassen. Außerdem sind sie meist wirklich interessante Persönlichkeiten!

3. Ideations leben von Extremen und Dekonstruktion. Das macht Kund:innen manchmal Bauchschmerzen, aber führt zu den besten Ideen.

4. Zwischen den Übungen und Pausen Auflockerunen nicht vergessen! Eine Co-Moderatorin und Ideen für Übungen gibt’s zum Beispiel im Amazon Alexa Skill XO Workshophelfer.

5. Jede Art von Idee, auch auf Konzeptlevel, kann und sollte in einen Prototypen überführt und getestet werden. Gerade in großen Unternehmen müssen Tatsachen geschaffen werden, um neue Ideen wirklich umzusetzen.

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*Wenn du mehr zu unterschiedlichen Testmethoden wissen willst, lass uns einen Kommentar dazu da. Dann machen wir den nächsten Beitrag daraus.

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