Das Stadtlabor von Zukunft.Klybeck

Urheber- und Autorenschaft: Gruppe Stadtlabor von Zukunft.Klybeck und Dreieck Klybeck

Die Idee

Im April 2017 führte der Verein Zukunft.Klybeck den HackKlybeck durch. Ziel des Anlasses war es, mit der gesamten Bevölkerung Ideen für eine bedürfnisgerechte Entwicklung des Klybeck-Areals zu generieren. Eine der vielen Ideen, die am HackKlybeck entwickelt wurden, war das Stadtlabor.

Kern der Stadtlabor-Idee: Partizipation bei der Entwicklung des Klybeck-Areals braucht einen Ort vor Ort. Im neuen Quartier soll es ein Lokal geben, in dem Auseinandersetzung mit und Mitwirkung bei der Stadtentwicklung in den verschiedensten Formen permanent praktiziert werden kann: vom reinen sich informieren über die Teilnahme an Veranstaltungen bis hin zur Mitwirkung in Arbeitsgruppen und Projektteams.

Im Klybeck-Areal wurde in den vergangenen Jahrzehnten nicht nur produziert, sondern geforscht und ausprobiert. Das Stadtlabor greift diesen innovativen Aspekt der Kleinbasler Industriegeschichte auf und überträgt ihn auf einen andern Kontext, jenen der Stadtentwicklung.

Ziele

Ziele des Projektes sind

  1. einen Beitrag zu leisten zur Ermächtigung und zum frühzeitigen Einbezug der Bevölkerung in städtische Gestaltungsprozesse, die Basel für die nächsten Generationen prägen wird;
  2. das Erarbeiten von Nutzungen, die ökologisch, ökonomisch und sozial innovativ sind;
  3. das Aufspüren und Verhandeln von unterschiedlichen Nutzungsinteressen und -bedürfnissen;
  4. die Förderung eines konstruktiven Umgangs mit Veränderungen;
  5. die Stärkung der demokratischen Kultur und der Mitwirkungsprozesse gemäss Art. 55 der Basler Kantonsverfassung;
  6. ein wohnliches, vielfältiges, interessantes Stadtquartier, das als Vorbild für die zukünftige Entwicklung und Lebensqualität von Städten und Gemeinden dient.

Zielgruppen

Das Stadtlabor ist ein Angebot an die breite Öffentlichkeit. Anders als bei den formellen demokratischen Rechten gibt es keine Mitwirkungsvoraussetzungen wie zum Beispiel das Bürgerrecht, den Wohnort oder ein Mindestalter. Speziell angesprochen werden soll die im Kleinbasel stark vertretene Bevölkerung mit Migrationshintergrund.

Prinzipien

Ein Leitprinzip für den Betrieb des Stadtlabors ist die Partizipation. Was im Stadtlabor passiert, wird nicht einfach durch die Trägerschaft oder die Leitung vorgegeben. Sondern die Aktivitäten des Stadtlabors sollen von der interessierten Bevölkerung mitentwickelt werden. Aufgabe der Trägerschaft und der Leitung ist es, günstige Rahmenbedingungen für die Mitwirkung zu schaffen und Ansätze zur Mitwirkung fördernd zu unterstützen.

Dies schliesst nicht aus, dass die Leitung oder die Trägerschaft mit Veranstaltungen Impulse setzt. Das Stadtlabor versteht sich jedoch nicht als ein zusätzliches Angebot, wo Events zur Stadtentwicklung konsumiert werden können.

Ein weiteres Prinzip ist die Vernetzung mit den andern Akteuren und Akteurinnen im Rahmen der Zwischen- und Umnutzung. Alle Aktivitäten können Pionier- und Modellcharakter für eine spätere Quartiernutzung haben; Ideen für neue Arbeits-, Wohn- und Konsumformen können im Rahmen der Zwischennutzung ausprobiert und entwickelt werden. Das Stadtlabor unterstützt den Erfahrungsaustausch und bietet den kreativen Freiraum für die Weiterentwicklung.

Der Zugang zum Stadtlabor ist niederschwellig und barrierefrei. Möglichst viele Menschen finden unabhängig von Alter, Bildung, Sprache den Weg ins Stadtlabor und können sich beteiligen.

Trägerschaft

Träger des Stadtlabors ist der Verein Zukunft.Klybeck. Der Verein ist Mieter der Räumlichkeiten des Stadtlabors und übernimmt die organisatorische, betriebliche und finanzielle Verantwortung. Er arbeitet dabei eng mit andern Organisationen zusammen, insbesondere mit dem Verein Dreieck Klybeck, der bei der Konzeption des Stadtlabors von Anfang an mitgewirkt hat. Ziel von Dreieck Klybeck ist die gemeinschaftliche Nutzung der heutigen Parzelle 3090 als multifunktionales und basisdemokratisch organisiertes Areal für Wohnen, Arbeiten, Soziokultur und offene Werkstätten. Weitere Partner werden gesucht, nicht zuletzt kommen Personen und Organisationen in Frage, die als Zwischennutzer auf dem Areal aktiv sein werden.

Betrieb

Das Stadtlabor dient — wie der Name sagt — in erster Linie dem Nachdenken und Forschen über Stadtentwicklung. Es gibt Angebote, die von der Trägerschaft initiiert werden. Die Trägerschaft betreibt auch die Kommunikationsplattform und besorgt die Öffentlichkeitsarbeit. Vor allem aber sollen Besucherinnen und Besucher selber aktiv werden. Die Partizipation kann in verschiedenen Formen praktiziert werden:

Informationszentrum, Bibliothek, Aufenthaltsort

Im Stadtlabor informieren sich die Menschen über die Entwicklung des Klybeck-Areals, über Stadtentwicklung und Mitwirkungsmöglichkeiten. Ein kleines Archiv, eine Bibliothek und qualifizierte „Hosts“ helfen mit, interessierte Besucher zu informieren. Der Raum steht aber auch zur Verfügung, um eine Zeitung, Zeitschrift oder ein Buch zu lesen oder an einem Projekt zu arbeiten.

Sitzungsraum

Interessierte Gruppen können den Raum als Treffpunkt nutzen, um Ideen zur Stadtentwicklung zu besprechen oder Projekte für das Klybeck-Areal zu entwickeln.

Quartiertreffpunkt

Das Labor beschränkt sich nicht darauf, über Stadt nachzudenken, sondern es lässt Stadt stattfinden. Der Raum ist Anlaufstelle für Bedürfnisse und Probleme der QuartierbewohnerInnen. Das Labor unterstützt die Menschen dabei, ihre Interessen im Quartier zu formulieren und wahrzunehmen. Es erforscht damit auch, wie ein künftiges Quartierzentrum gestaltet werden kann.

Kommunikationsplattform

Sowohl nach innen wie nach aussen wird kommuniziert, vernetzt, zusammengeführt und angestossen. Das geschieht in Form von Anlässen wie Filmreihen, Gesprächen, Podiumsdiskussionen, Brunch mit Experten, Workshops etc. Aber auch informell und ad hoc: Leute treffen sich hier, planen, holen Hilfe, lernen sich kennen und kriegen nützliche Namen und Adressen. Selbstredend ist das Stadtlabor auch im digitalen Raum präsent und bietet dort eine Kommunikationsplattform an.

Das Labor steht in Kontakt mit andern Entwicklungsprojekten wie das Hunzikerareal, Vauban, Kalkbreite, Industriestrasse Luzern, Hamburger Planbude, Quartier Hammarby Sjöstad, Französisches Viertel, Tübingen, etc., um Wissen auszutauschen und das kreative Potenzial verschiedener Kulturen und Arbeitsweisen auszuschöpfen.

Budget

Für die Budgetierung wird von 100 m2 Nutzfläche und einem Betrieb von 5 Halbtagen pro Woche ausgegangen (z. B. Dienstag bis Freitag, 14.00 Uhr bis 20.00 Uhr). Pro Monat sollen zwei Veranstaltungen durchgeführt werden, insgesamt 18 bis 20. Sämtliche Betreuungsaufgaben werden von Freiwilligen wahrgenommen.

Subventionierte Miete (30 CHF pro m2 und Jahr, inkl. NK) 3’000 CHF

Verbrauchsmaterial Büro, Telekommunikation, IT 10’000 CHF

Anschaffungen (Bücher, Zeitungs- und Zeitschriftenabos 1’500 CHF

Marketing 3’500 CHF

Honorare und Spesen für Gastreferate, Moderation, Filmausleihen etc. 10’000 CHF

Mieten (Licht, Ton etc.) 3’000 CHF

Personalaufwand 30'000 CHF

Total 61’000 CHF