“Phantasie ist wichtiger als Wissen” Albert Einstein (Foto: jVoTo)

Profi vs. Amateur

Wer macht die besseren Fotos?

von jVoTo (17. Juli 2016)

Immer wieder stoße ich auf die falsche Annahme, dass die Bezeichnung “Profi” und “Amateur” als Qualitätsbegriff verstanden werden. Daher an dieser Stelle ein paar Worte zum Nachdenken.

Schauen wir erst einmal auf die Fakten:

  • Ein Profi-Fotograf — also jemand, der die Fotografie professioell betreibt — verdient mit dem Fotografieren seinen Lebensunterhalt oder zumindest einen Teil davon. Fotografieren ist sein Job.
  • Ein Amateur-Fotograf (oder auch Hobby-Fotograf) verdient mit etwas anderem sein Lebensunterhalt und betreibt die Fotografie als Hobby.

Die Bezeichungen sagen nichts darüber aus, wie gut oder schlecht jemand fotografiert, wie gut oder schlecht er mit Situationen und Modellen umgehen kann und nicht einmal, ob er viel oder wenig fotografiert.

Und was sagt Wikipedia zum Amateur?

Ein Amateur (französisch, von lateinisch amator ‚Liebhaber‘) ist eine Person, die — im Gegensatz zum Profi — eine Tätigkeit aus Liebhaberei ausübt, ohne einen Beruf daraus zu machen bzw. Geld für ihre Leistung zu erhalten. Ein Amateur ist ein Laie (griech. λαός laós ‚Volk‘ über λαϊκός laikós ‚zum Volk gehörig‘ und kirchenlateinisch laicus der ‚(kirchliche) Laie‘) und für seine Tätigkeit nicht formal ausgebildet, im Unterschied zur Fachkraft („der im Fachgebiet ausgebildeten“).

Schaut euch einfach mal um

Ich fahre viel mit dem Wohnmobil durch die Gegend und schaue in den kleinen Städten immer in die Schaufenster der örtlichen Fotostudios. Ganz oft wende ich mich mit Grauen ab. Nicht einmal bei Hochzeitsbildern wird sauber fotografiert und auf das Umfeld geachtet. Stets gleiche Standard-Posen zeigen, dass der Fotograf nach Schema F arbeitet. Die Bräute werden in unvorteilhaften Posen aufgenommen; das Doppelkinn auch noch betont. Bei Porträt- und Aktaufnahmen nicht anders: Viele Fotos würden in den Foren der Hobby-Fotografen wegen haarsträubender Qualitätsmängel in der Luft zerrissen werden.

Wenn ich dagegen bei 500px, Instagram oder der Model-Kartei sehe, was Hobby-Fotografen für umwerfend Kunstwerke erzeugen, dann staune ich immer wieder. Damit will ich nicht sagen, dass Profi-Fotografen schlechtere Fotos machen als Amateur-Fotografen. Nur macht es deutlich, dass der Fakt, ob jemand mit Fotografieren sein Lebensunterhalt verdient oder nicht, keinen eindeutigen Einfluss auf die Qualität seiner Arbeiten hat. Selbst große Meister sehen das übrigens so:

Quelle: kwerfeldein

Oder im Original:

Let me here call attention to one of the most universally popular mistakes that have to do with photography — that of classing supposedly excellent work as professional, and using the term amateur to convey the idea of immature productions and to excuse atrociously poor photographs. As a matter of fact nearly all the greatest work is being, and has always been done, by those who are following photography for the love of it, and not merely for financial reasons. As the name implies, an amateur is one who works for love; and viewed in this light the incorrectness of the popular classification is readily apparent.

Alfred Stieglitz (* 1. Januar 1864 in Hoboken, New Jersey; † 13. Juli 1946 in New York) war ein bedeutender US-amerikanischer Fotograf, Galerist und Mäzen.

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