Meine Eindrücke vom #cosca17

Barcamps machen Spaß. Sie sind eine prima Möglichkeit, sich in ungezwungener Atmosphäre mit anderen auszutauschen und das eigene Wissen zu erweitern. Innerhalb unseres Studiums hatten wir in den letzten zwei Jahren mehrere solcher Veranstaltungen, die sich jedoch zum Großteil aus den Studierenden in Graz zusammen setzten. Mit seinen knapp 200 Teilnehmern war das Content Strategy Camp in Dieburg schon eine andere Hausnummer. Und eine spannende Möglichkeit, am Ende unseres Studiums weiter am Ball zu bleiben.

Zunächst mal möchte ich unbedingt die professionelle Organisation des Barcamps hervorstreichen, die beteiligten Personen haben einen tollen Job gemacht und es hat an nichts gefehlt. Danke an Thomas Pleil, Sascha Stoltenow und alle anderen, die organisiert, fotografiert, und über die unterschiedlichsten Kanäle informiert haben! Und danke an Anna für die Buchung des besten Airbnb ever!

Der CEO bleibt zu Hause, es wird geduzt

Falls jemand mit dem Konzept nicht vertraut ist: Barcamps sind eine Art Symposium, bei denen zunächst nur der Rahmen und keine inhaltlichen Spezifikationen feststehen, denn die Themen werden von den Teilnehmern selbst vorgeschlagen und festgelegt. Wer Lust und Laune hat kann zu einem bestimmten Thema eine Session vorschlagen. Finden sich genug Interessenten, dann bekommt der Vorschlag einen Timeslot auf dem Sessionboard.

Im Gegensatz zu Symposien und Kongressen ist die Ungezwungenheit und persönliche Atmosphäre ein weiterer Aspekt. Jeder ist per du mit dem anderen, Titulierungen werden partout vermieden. Gerade für junge Menschen und jene, die hierzu beruflich noch nicht allzu viel Erfahrungen haben, ist dies eine wunderbare Sache.

Der Blick über den Tellerrand

Was mich an der Content Strategie fasziniert ist die Vielschichtigkeit und der Facettenreichtum der Disziplin. Und Barcamps sind einfach eine gute Möglichkeit, über den Tellerrand des eigenen Werkens hinaus zu schauen. In der Praxis bin ich oft auf meine ein bis zwei arbeitstechnischen Schwerpunkte fokussiert, und somit stellen sich zwangsläufig Routinen ein. Das #cosca17 wirkte diesem Umstand entgegen, gab mir frischen Input und andere Blickwinkel.

Nun sag, wie hast du’s mit der Strategie?

Die zuvor gelobte Vielschichtigkeit von Content Strategie birgt natürlich auch Herausforderungen, speziell wenn es um die konkrete Verortung der Disziplin und die Bedeutung angrenzender Themenfelder geht. Je nach persönlichem Background scheinen hier ganz unterschiedliche Definitionen und Zugänge zu existieren. Judith und Heinz haben dazu gleich am Anfang eine Session abgehalten, um ein wenig über Thesen zu diskutieren.

Kurzum: Auch am Content Strategie Barcamp gibt es keine einheitliche Meinung dazu. Und ich persönlich finde das sogar gut, denn es ist eine wesentliche Eigenschaft für eine lebhafte Disziplin, wenn die Reflexion über das eigene Tun nicht zu kurz kommt (Auch wenn es mich gerade in den ersten zwei Semestern des Studiums oft gehörig genervt hat).

SEO und ich müssen nicht Best Buddies werden

Ich wusste lange nicht so recht, was ich von SEO halten sollte. Nach dem Barcamp kann ich sagen, dass ich die Relevanz von suchmaschinenoptimierten Inhalten zwar nach wie vor erkenne, SEO für mich persönlich in Zukunft aber eine untergeordnete Rolle spielen wird. Dank zweier spannender Sessions zu dem Thema habe ich für mich einige nützliche Tipps und Tricks mitgenommen, aber professionelle SEO-Optimierung ist mit einem Aufwand verbunden, der für mich (zum jetzigen Zeitpunkt) nicht handhabbar ist. Diesem Thema möchte ich mich allerdings in einem anderen Post nochmals ausführlicher widmen.

Netzwerken ist schön und gut…

Ich bin der Überzeugung, dass es gerade in einem Feld wie Content Strategie unheimlich wichtig ist, sich regelmäßig mit anderen Personen auszutauschen. Die Disziplin ist dermaßen vielschichtig und es gibt ständig etwas neues. Ein Barcamp wie das #cosca17 ist dafür natürlich der perfekte Ort, um neue Kontakte zu knüpfen, und sich auszutauschen.

… aber die Promotionvorträge bitte zuhause lassen

Netzwerken ist in einem gewissen Maße ja immer auch mit Eigenwerbung verbunden und das ist auch gut so. Anstrengend wird es jedoch, wenn manche so ein Barcamp als Verkaufs- und Promotionplattform ansehen, um ihre Firmen oder ihre Fähigkeiten über das gewünschte Maß hinaus zu promoten versuchen. Im großen und ganzen hielt sich dieser Umstand glücklicherweise ohnehin sehr stark im Hintergrund, absolut kein Vergleich zu den sonstigen Marketing Bullshit Bingo Veranstaltungen, bei denen sich die PR- und Werbegockel gegenseitig zu überbieten versuchen. Aber dennoch fiel es zeitweise auf. Muss nicht sein.

Fazit

Ich bin froh, mich kurzfristig zur Teilnahme am Content Strategy Camp entschieden zu haben. Neben spannenden Inputs und den neu geknüpften Kontakten war es mir auch eine große Freude, meine Studienkolleginnen Anna, Judith, Christina und Irene, sowie viele Vortragende der letzten zwei Jahre wieder zu sehen. Wenn es die Umstände erlauben, dann bin ich im kommenden Jahr bestimmt wieder dabei!

Übrigens: Judith hat sich ebenfalls die Zeit genommen, um über das Barcamp zu reflektieren :)

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